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Bach trocknet aus: Anwohner wollen Fische retten - trotzdem verenden viele

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Von: Sebastian Grauvogl

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Fast trocken: der Tiefenbach in Agatharied kurz vor der Mündung in die Schlierach.
Fast trocken: der Tiefenbach in Agatharied kurz vor der Mündung in die Schlierach. © THOMAS PLETTENBERG

Die Trockenheit im Landkreis Miesbach setzt auch den Fischen zu. Im Tiefenbach in Hausham sind trotz einer Rettungsaktion von Anwohnern und Fischern etliche Tiere verendet.

Hausham – Irgendwann konnten sie nicht mehr zuschauen. Mit Eimern und Schüsseln versuchten die Anwohner des Tiefenbachs in Hausham, die vor ihren Häusern und Gärten ums Überleben kämpfenden Fische mit einer Umsiedlung in die nahe Schlierach doch noch zu retten. Das gelang aber längst nicht überall, teilen zwei Leserinnen unserer Zeitung mit. „Für viele Fische und andere Bachbewohner kam leider jede Hilfe zu spät.“ Sie seien elendig erstickt.

Trockenheit spitzt sich zu: Anwohner wollen Fische retten - viele Tiere elendig erstickt

Ein dramatisches Beispiel, das zeigt, wie sich auch im Landkreis Miesbach die Trockenheit immer weiter zuspitzt. Nicht nur kleinere Gewässer wie der Tiefenbach, sondern auch größere Flüsse wie die Schlierach bei Miesbach gleichen teilweise nur noch einem spärlichen Rinnsal. Die immer breiter werdenden Uferbereiche trocknen aus und wachsen teilweise sogar schon zu.

Auch im naturbelassenen oberen Teil des Gewässers sind trotz Rettungsaktionen von Anwohnern und Fischern etliche Fische verendet.
Auch im naturbelassenen oberen Teil des Gewässers sind trotz Rettungsaktionen von Anwohnern und Fischern etliche Fische verendet. © Privat

Der Vorsitzende des Bezirksfischereivereins Miesbach-Tegernsee, Stefan Moser, hat die Lage im Blick. Den Vorwurf der Leserinnen, man habe die „Notlage der Wasserbewohner“ zu spät erkannt beziehungsweise zu wenig unternommen, kann er nicht nachvollziehen. Obwohl Moser gerade im Urlaub weilt, hält er Kontakt zu seinen Aktiven vor Ort und versichert, dass diese alles dafür tun würden, so viele Fische wie möglich zu retten.

Bach trocknet aus: Fischer installieren Pumpe

Im konkreten Fall habe man nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim am Hochwasser-Stauwehr am Loidlsee eine Pumpe installiert, die zumindest ein paar Liter pro Sekunde in den unterliegenden Tiefenbach befördere. Problem sei hier vor allem der naturbelassene Bachverlauf mit offener Sohle – kurioserweise etwas, was die Fischer sonst für bessere Laichbedingungen begrüßen.

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Bei großer Trockenheit lasse dies aber das Restwasser noch schneller versitzen und verdunsten. Deshalb sei die Jugendgruppe des Fischereivereins trotz der Pumpenlösung regelmäßig mit Kescher und Kübel unterwegs. Dies auch stromabwärts in der Schlierach, die besonders am Schopfgraben in Miesbach nur wenig Wasser führe.

Bleibt die Hoffnung, dass endlich ausreichend Nass von oben kommt, um die Lage in den Flüssen zu entspannen. Glaubt man den Wetterprognosen, könnte es am Freitag und Samstag fast schon wieder zu viel Regen in kurzer Zeit sein. So warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) gar vor einem extremen Unwetter mit Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen. sg

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