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Ungewöhnlicher Geldsegen: Privatière vom Tegernsee vererbt Krankenhaus eine Million Euro

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Von: Christian Masengarb

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Eine Bad Wiesseerin hat dem Krankenhaus Agatharied eine Million Euro vererbt.
Eine Bad Wiesseerin hat dem Krankenhaus Agatharied eine Million Euro vererbt. © Plettenberg

Dagmar Gaede wollte mit ihrem Vermächtnis die medizinische Versorgung im Landkreis sichern und hat der Klinik Agatharied eine Million Euro gespendet.

Agatharied – Die im Oktober 2019 an einer Krankheit verstorbene Bad Wiesseer Privatière Dagmar Gaede hat dem Freundeskreis des Krankenhauses Agatharied eine Million Euro vererbt. Wie die Klinik jetzt in einer Pressemeldung mitteilt, hatte Gaede schon lange vor ihrem Tod und der Diagnose ihrer Krankheit beschlossen, ihr Vermögen den Menschen im Landkreis zukommen zu lassen. Dabei sei ihrer Wahl auf das Krankenhaus Agatharied gefallen. Nun werde ihr Nachlass helfen, die Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis für alle Bürger zu sichern.

Bad Wiesseerin vererbt Krankenhaus Agatharied eine Million Euro

Krankenhaus-Vorstand Benjamin Barthold sagte, er sei „unendlich dankbar“ für Spenden wie die Gaedes und sich seiner daraus entstehenden Verantwortung „mehr als bewusst“. Wie berichtet, hatte die Klinik im Jahr 2021 einen Verlust von 12,5 Millionen Euro verbucht. Dafür waren neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch die gleichen strukturellen Probleme verantwortlich, wegen derer das Krankenhaus seit 2017 durchgängig rote Zahlen schreibt.

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Die Klinikleitung arbeitet derzeit an einer strategischen Neuausrichtung, die die Verluste bis 2024 größtenteils abbauen soll. Die ersten Ansatzpunkte habe die zwölfköpfige Arbeitsgruppe festgelegt, meldet das Krankenhaus jetzt. Neben klassischer Optimierung sollen auch die Medizinstrategie überdacht und alle Prozesse geprüft werden. Dabei sei das Krankenhaus laut Barthold auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die für eine zukunftssichere Klinik wichtigen Investitionen in medizinischen Fortschritt leisten zu können.

Landrat Löwis und Ilse Aigner würdigen Spenderin

Bis das Krankenhaus Gewinne schreibt, wird der Landkreis, der die Einrichtung als Kommunalunternehmen führt, aber wohl noch einige Verluste verkraften müssen. Landrat Olaf von Löwis (CSU) würdigte Spenden wie die von Gaede daher als wichtige Unterstützung die „hohe Qualität“ und den „ausgezeichneten Ruf“ des Krankenhauses aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen.

Auch Stavros Kostantindis, Vorstand des Freundeskreises und Mitglied des Verwaltungsrats des Krankenhauses Agatharied sagt, es sei von unschätzbarem Wert, dass sich viele finanziell begünstigte Menschen des wohlhabenden Tegernseer Tals vor Ort ihrer Möglichkeiten bewusst sind und entsprechend handeln. Dank Bürgern wie Dagmar Gaede weiße das Krankenhaus „einen medizinischen Standard auf, der deutlich über dem eines Kreiskrankenhauses liegt“ und so allen im Landkreis zu Gute komme.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) betont die Bedeutung der medizinischen Versorgung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land: Das Kreiskrankenhaus sei dafür ein wichtiger Baustein, denn es vereine „Wohnortnähe und schnelle Erreichbarkeit mit einer ausgezeichneten Behandlungsqualität.“ Zuwendungen wie die von Gaede würden helfen, diese Vorteile trotz steigenden wirtschaftlichen Drucks zu erhalten und so die umfassende medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis auch in Zukunft zu gewährleisten. Aigner: „Ich danke Frau Gaede posthum sehr für ihre großzügige Spende.“

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