Nadelöhr: der Haushamer Bahnübergang ist eine Staufalle. Bis September 2022 soll er um 70 Meter nach Norden verlegt werden. Doch nicht alle Bürger sind von der Wirksamkeit der Baumaßnahme überzeugt. Foto: Thomas PLettenberg
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Nadelöhr: der Haushamer Bahnübergang ist eine Staufalle. Bis September 2022 soll er um 70 Meter nach Norden verlegt werden. Doch nicht alle Bürger sind von der Wirksamkeit der Baumaßnahme überzeugt.

Neue Details bekannt

Bahnübergang Hausham: Am 15. März geht’s los - Abschluss September 2021

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Ist das der Durchbruch bei der Verlegung des Haushamer Bahnübergangs? Mitte September hat das Staatliche Bauamt die Ausschreibung der Baumaßnahme gestartet. Darin enthalten sind auch genaue Daten zum Beginn und Abschluss.

Hausham – Selbst als Laie lässt sich erkennen, dass hier für Baufirmen ein richtig dicker Fisch im Teich schwimmt. Die Zahlen in der Ausschreibung des Staatlichen Bauamts Rosenheim sprechen für sich: 13 100 Kubikmeter Boden lösen und entsorgen, 2200 Kubikmeter Schotter liefern und einbauen, und zum Schluss noch 7210 Quadratmeter Asphaltdeckschicht oben drauf. Und das war nur ein kurzer Auszug aus dem Leistungsverzeichnis für die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs.

Noch spannender für die Haushamer Bürger sind allerdings zwei andere Daten in der Ausschreibung: Der Baubeginn und die Fertigstellung. Ersteres ist auf den 15. März 2021 terminiert, zweiteres auf den 9. September 2022. „Der Zeitplan ist jetzt fix“, versichert ein Sprecher des Straßenbauamts auf Nachfrage unserer Zeitung.

Ein weiterer Meilenstein in dem Großprojekt also, das in den vergangenen Jahren vor allem in einer Hinsicht von sich reden gemacht hat: mit Verzögerungen und Aufschüben. Das vorerst letzte Kapitel ist heuer hinzugekommen. Wie berichtet, hätten vorbereitende Arbeiten bereits in diesem Sommer starten sollen. Passiert ist – mal wieder – nichts. Laut Bürgermeister Jens Zangenfeind hakte es zuletzt an der noch ausstehenden Bewilligung der Kreuzungsvereinbarung für die Kostenaufteilung für das 5,5 Millionen Euro-Projekt durch das Bundesverkehrsministerium.

Das Warten hat sich für die Gemeinde allerdings gelohnt. So hätte sich Hausham laut Zangenfeind bislang mit einer stattlichen Summe von 800 000 Euro an der Kreuzungsmaßnahme beteiligen müssen. Aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen würden diese Kosten nun komplett entfallen. „Eine sehr erfreuliche Nachricht, gerade in der durch die Corona-Pandemie angespannten Finanzlage“, findet der Rathauschef. „Das gesparte Geld können wir gut für andere wichtige Projekte einsetzen.“

Doch ganz ohne Ausgaben kommt die Gemeinde beim Bahnübergang dann doch nicht davon. Rund 900 000 Euro müsse man im Zuge der Baumaßnahme in neue Wasserleitungen sowie in den Anschluss und die Weiterführung der Geh- und Radwege investieren. Für Zangenfeind aber gut und sinnvoll angelegtes Geld. Zumal die Arbeiten an den Wasserrohren ohnehin erforderlich seien, um im Bereich Naturfreundestraße/Schlierseer Straße eine Ringleitung herzustellen. Die reine Verlegung des Bahnübergangs werde die Gemeinde Hausham jedoch nun nach der Gesetzesänderung nicht mehr finanziell belasten.

Ein weiterer Punkt, mit der Zangenfeind die zuletzt von einigen Bürgern vehement kritisierte Maßnahme verteidigt. Wie berichtet, gibt es immer noch viele Zweifel, ob die Verlegung der Schrankenanlage um 70 Meter nach Norden wirklich die erhoffte Verbesserung des Verkehrsflusses bringt. Nicht zuletzt die Einspurigkeit des Bahnübergangs und die damit verbundenen Ampeln an den betroffenen Fahrspuren auf der Schlierseer Straße und der Industriestraße sorgt für Unverständnis (siehe Kasten).

Der Rathauschef bittet, den beteiligten Fachplanern und dem letztlich verantwortlichen Straßenbauamt zu vertrauen. Die Gemeinde selbst habe in den vergangenen Jahren alles mehrfach kritisch hinterfragt und alle nur denkbaren Varianten durchleuchten lassen. „Wir haben auch erst gedacht, wir hören nicht richtig, als plötzlich von Einspurigkeit die Rede war“, versichert Zangenfeind. „Und ich selbst werde auch kein Ampelfreund mehr.“ Fakt sei aber, dass diese Lösung die einzig machbare und in Sachen Verkehrsbelastung auch leistungsfähigste für den neuen Bahnübergang sei.

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