Wird bis Ende Juli 2021 verlegt: der Haushamer Bahnübergang.
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Wird bis Ende Juli 2021 verlegt: der Haushamer Bahnübergang.

Infos vom Staatlichen Bauamt

Bahnübergang Hausham: Baustelleneinrichtung hat begonnen - So geht‘s weiter

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Auch wenn auf den ersten Blick noch nicht viel zu sehen ist: Die Großbaustelle am Haushamer Bahnübergang hat pünktlich begonnen. Bis gebaggert wird, dauert es aber noch.

Hausham – Das Wort Verlegung in Bezug auf den Haushamer Bahnübergang hat in den vergangenen Jahren eine gewisse Doppeldeutigkeit erlangt: So spielte sich die bauliche Verlegung um 90 Meter nach Norden bislang nur in den Plänen der Ingenieure ab. Die Anwohner und Autofahrer hingegen bekamen vor allem etwas anderes mit: die zeitliche Verlegung/Verschiebung des Projekts. Insofern schauten sie gestern besonders gespannt in Richtung Ortsmitte, ob der angekündigte Start der Arbeiten diesmal wirklich pünktlich am 15. März erfolgt. Doch auch diese Antwort ist doppeldeutig: nein und ja.

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Nein deswegen, weil am Bahnübergang selbst noch nichts passiert ist. Und ja, weil die Vorbereitungen wie geplant angelaufen sind. „Bagger wird man erst mal noch nicht am Bahnübergang arbeiten sehen“, sagt Alexander Eisner, zuständiger Gebietsleiter am Staatlichen Bauamt Rosenheim, auf Nachfrage unserer Zeitung. So sei die beauftragte Baufirma Holzner aktuell mit dem Einrichten und Ausschildern der Umleitungsstrecken sowie mit dem Aufbauen und Absichern der künftigen Großbaustelle beschäftigt. Heißt: Erst Container und Bauzäune, dann die Maschinen. Bereits am heutigen Dienstag solle dann aber auch schon der erste Baustellen-Jour-Fixe stattfinden. Der von Bürgermeister Jens Zangenfeind ausgesprochenen Zusicherung an alle Anwohner und Autofahrer, man werde alle mit maximaler Transparenz informieren, werde man nachkommen, verspricht Eisner. Die ersten Fragenkataloge per E-Mail hätten ihn bereits erreicht.

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Das eigentliche Kernstück, der neue Bahnübergang, ist dabei nicht die folgenträchtigste Baumaßnahme. Die Einschränkungen für den Bahnverkehr sollten überschaubar bleiben, teilt die Bahn auf Anfrage mit. Dennoch gleicht die neue Anlage, zusammen mit der verbundenen Ampelanlage, einem Sprung von der Steinzeit in die Moderne. Bekanntlich wurde der Haushamer Bahnübergang bisher per Hand geschossen und geöffnet – und dies nach Absprache mit dem Fahrdienstleiter im Stellwerk Schliersee. Künftig funktioniert der Bahnübergang eigenständig und zuggesteuert. Eine sogenannte Gefahrenraum-Freimeldeanlage überwacht, dass beim Schließen der Schranken kein Auto auf den Gleisen steht. Falls ein Schließen nicht möglich ist, wird ein von Schliersee herannahender Zug automatisch gestoppt. Das war bekanntlich lange Zeit nicht möglich, weshalb mehrfach ein Zug bei offenen Schranken den Bahnübergang passierte. Höchste Gefahr.

Eine Lösung am bestehenden Übergang scheiterte vor allem daran, dass so viele Straßen in dem Bereich aufeinandertreffen (Schlierseer, Industrie-, Naturfeunde-, Althaushamer Straße). Eine Steuerung mit akzeptablen Schließzeiten und Rotphasen war nicht darstellbar. Erst als die Bahn eine Verlegung nicht mehr als (unzulässigen) Neubau betrachtete, war der Weg für die jetzt startenden Maßnahme frei – nach 30 Jahren Planung.  

sg/dak

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