Bald geht’s los: Die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs startet am 15. März.
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Bald geht’s los: Die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs startet am 15. März.

Informationen zum Großprojekt

Bahnübergang Hausham: Fragen und Antworten zur Baustelle - Sperrung, Umleitung, Wartezeit

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Am 15. März geht’s los: Der Haushamer Bahnübergang wird verlegt. Hier gibt‘s alle Infos zur Baustelle für Autofahrer und Anwohner: Sperrungen, Umleitungen, Wartezeiten & Co.

  • Ab dem 15. März startet die Baustelle zur Verlegung des Haushamer Bahnübergangs.
  • Anwohner und Autofahrer müssen sich auf monatelange Beeinträchtigungen einstellen.
  • Alle Infos zu Sperrungen, Umleitungen, Wartezeiten & Co. gibt es hier.

Hausham – Nummerierte Stühle, zwei Rathausmitarbeiterinnen als Türsteher: Die Gemeinde hatte sich für einen Ansturm gerüstet. Letztlich war nur ein einziger der 15 Zuschauerplätze im Alpengasthof Glück Auf in Hausham belegt. Die Bitte von Rathauschef Jens Zangenfeind (FWG) an die Bürger, der Gemeinderatssitzung mit den lang erwarteten Infos zur Verlegung des Bahnübergangs wegen der Corona-Einschränkungen fernzubleiben und auf das Online-Angebot zurückzugreifen, hatte offenbar gefruchtet. Dafür stellten die Gemeinderäte eifrig Fragen an Ingenieur Konrad Haindl. Mathias Huber filmte die Antworten von der Empore aus mit, damit sie die Bürger später auf der Internetseite der Gemeinde anschauen können. Die wichtigsten Punkte haben wir hier zusammengefasst.

Wie lange muss man am neuen Bahnübergang warten?

Ein Umlauf dauert je nach verkehrsabhängigem, intelligentem Ampelprogramm 90 bis 120 Sekunden. Spätestens nach zwei Minuten hat also jede Fahrspur einmal Grün. Bei geschlossener Schranke kommen noch mal jeweils vier Minuten oben drauf. In maximal sechs Minuten Wartezeit sollte also jeder Autofahrer die Gleise überqueren können. Mit einer Einschränkung, wie Haindl erklärte: Sollte sich auf der Schlierseer Straße in Fahrtrichtung Süden ein Stau bilden, kann es hier zwei Ampelumläufe brauchen, um die Spur vollständig zu räumen. Wegen der Einspurigkeit müssen die Ampeln auch nachts laufen. „Sonst gibt’s Chaos.“

Wieso ist eine Spur besser als zwei?

Bei zwei Fahrspuren müsste der Bahnübergang 20 Meter breit sein. Die Ampeln müssten dementsprechend mit mehr Abstand angebracht werden. Die Folge: weitere Wege und längere Umlauf- und Wartezeiten.

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Wie kommen Fußgänger und Radfahrer übers Gleis?

Sie erhalten einen eigenen, zwei Meter breiten sowie mit Schranken und Ampeln gesicherten Bahnübergang. Die Straßen soll durch die neuen Geh- und Radwege zugunsten des Verkehrsflusses von Radlern frei bleiben.

Wann geht der neue Bahnübergang in Betrieb?

Voraussichtlich Ende Juli. In Bauphase 5 und 6 (November 2021) feiert die alte Anlage aber ein Comeback als Umleitungsstrecke. Laut Haindl erfolgt die Sicherung hier durch menschliche Posten – mit denselben langen Wartezeiten wie aktuell.

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Wie viel muss die Gemeinde für den Bahnübergang bezahlen?

Gar nichts. Nur an den Kosten für den neuen Geh- und Radweg muss sich die Gemeinde mit 238 000 Euro beteiligen. Den Rest der 5,66 Millionen Euro teilen sich Staatliches Bauamt, DB Netz AG und der Freistaat.

Welche Verkehrsbehinderungen gibt es während der Bauzeit?

Die Umfahrungen erfolgen je nach Bauphase abwechselnd über die Industrie- oder die Schlierseer Straße. „Wir versuchen, die Behinderungen so gering zu halten wie nur irgend möglich“, versprach Haindl. Rettungsdienst und Feuerwehr würden in die Planung einbezogen. Die Naturfreundestraße bleibt immer offen, wenn auch kurzzeitig mal nur mit einspuriger Zufahrt. Während der zweiwöchigen Vollsperrung für die abschließende Asphaltierung der Schlierseer Straße Süd im Sommer 2022 wird der überregionale Verkehr weiträumig über das Leitzachtal umgeleitet. Die Bahnstrecke bleibt immer befahrbar. Ausnahme ist eine circa zweiwöchige Sperrung im Juni, wenn die Bahn die Gleise neu schottern lässt.

Bahnübergang Hausham: Ingenieur begründet, warum eine Spur besser ist als zwei

Wie können Staus vermieden werden, wenn der Ausflugsverkehr durch den Ort und über den alten Bahnübergang geleitet wird?

Die Gemeinderäte forderten während dieser Phasen (die erste dauert von Mitte Mai bis Mitte Juli) ebenfalls eine ausgeschilderte Umleitung über das Leitzachtal. „Sonst wird’s ein brutales Chaos“, warnte Ria Röpfl (FWG). Haindl versprach, mit dem Straßenbauamt zu verhandeln. Versprechen könne er aber nichts. Zangenfeind versicherte, dass man zumindest eine Empfehlung an die Autofahrer aussprechen müsse. „Zur Not stellen wir die Schilder selber auf.“

Wie werden die Anwohner während der Bauzeit informiert?

So oft und intensiv wie möglich, machte der Bürgermeister klar. Die Anwohner dürfen bei den regelmäßigen Baustellenbesprechungen dabei sein und erhalten einen direkten Draht zum Bauleiter. Beispielsweise um zu erfahren, wie die Zufahrt auf ihre Grundstücke erfolgt. Zangenfeind versprach: „Jede Frage wird schnell und kompetent beantwortet.“ Dies sei eine Selbstverständlichkeit bei einem so massiven Bauvorhaben, das allen gute Nerven und viel Geduld abverlangen werde.

Alle Infos

zur Verlegung des Bahnübergangs inklusive Videos, Animationen und Plänen gibt es auf der Internetseite www.hausham.de.

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