Baustelle am Haushamer Bahnübergang
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Der Brennpunkt von oben: die Baustelle am Haushamer Bahnübergang schreitet voran. Seit Anfang der Woche wird der Asphalt auf der Industriestraße (l.) abgetragen, die Umleitung erfolgt nun über die Schlierseer Straße (r.).

Anwohner fürchten Ausweichverkehr

Bahnübergang Hausham: Kurze Verschnaufpause vor dem großen Stauchaos

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die zweite Bauphase der Verlegung des Haushamer Bahnübergangs hat begonnen. Weil die Umleitung dabei über die Gleise verläuft, steht dem Ort ein Stauchaos bevor.

Hausham – Es war nur ein Vorgeschmack, aber der war bitter. Am Montag wurde die neue Umleitungsstrecke am Haushamer Bahnübergang für die zweite Bauphase der Verlegung freigegeben. Damit läuft nun der gesamte Verkehr über die Schlierseer Straße und so auch über die Schrankenanlage, die zwei Mal pro Stunde für jeweils zwölf Minuten schließt. Das Ergebnis: Chaos pur. „Der Rückstau war der Wahnsinn“, sagt Bürgermeister Jens Zangenfeind, der von seinem Amtszimmer aus auf das Nadelöhr blickt.

Seit Dienstagabend nun ist alles anders: Um 21 Uhr rollte der letzte Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) durch Hausham, nun ist die Strecke bis zum 21. Juni komplett gesperrt. Für die Autofahrer bedeutet dies ein Aufatmen, weil der Bahnübergang damit dauerhaft offen bleibt. Doch den an der Großbaustelle beteiligten Stellen ist klar, dass dies nur eine kurze Erholungsphase ist, bevor ein eineinhalb Monate langes Stauproblem droht – und das bis Anfang August und damit zur sommerlichen Ausflugs- und Urlaubszeit.

Anwohner beschweren sich über Autofahrer auf Schleichwegen

Schon in den vergangenen Wochen sind einige Beschwerden im Haushamer Rathaus eingegangen, berichtet Zangenfeind. Während der überörtliche Verkehr in der ersten Bauphase noch weitgehend ungehindert über die Industriestraße fließen konnte (mal abgesehen von den parallel laufenden Arbeiten am Bahnübergang in Schliersee-Westenhofen), klagten die Anwohner der Parallelstraßen beidseits der Bundesstraße über jede Menge „Ausweichler“. Einige Autofahrer würden Schilder, beispielsweise „Anlieger frei“, gnadenlos ignorieren, berichtet Zangenfeind und selbst die kleinsten Anwohnerstraßen als Schleichweg nutzen, um quasi durch die Hintertür an der Baustelle vorbeizuschlüpfen. Spätestens wenn der Bahnübergang wieder in Betrieb ist, rechnet Zangenfeind mit einer massiven Verschärfung der Situation. „Und davor müssen wir die Anwohner schützen.“

Beteiligte arbeiten an gemeinsamer Lösung

Bei einer Baustellenbesprechung habe man sich darauf verständigt, gemeinsam mit den Vertretern des Straßenbauamts Rosenheim, des Landratsamts, des Ingenieurbüros Infra, der Baufirmen und auch der Nachbargemeinde Schliersee an einer Lösung zu arbeiten. Das Ergebnis wolle man rechtzeitig bis zur Aufhebung der Bahnstreckensperrung – also binnen zwei Wochen – präsentieren. Zu viel erwarten sollte man sich nicht, schickt Zangenfeind voraus. „Wir werden das Nadelöhr nicht aufweiten können.“ Zumindest aber werde man versuchen, die Schleichwege zu versperren – im schlimmsten Fall baulich. „Bei manchen Autofahrern hilft nur eine Mauer“, seufzt der Rathauschef.

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In Sachen Stau auf der offiziellen Umleitungsstrecke hofft Zangenfeind auf ein positives Signal seitens der Bahn, ob eine Sicherung des Übergangs mit menschlichen Posten die Schließzeiten verkürzen könnte. Ansonsten gilt weiter die Empfehlung für den überörtlichen Verkehr, weiträumig über das Leitzachtal auszuweichen.

Die Gesamtmaßnahme hinkt dem Zeitplan übrigens aktuell rund zwei Wochen hinterher, berichtet Zangenfeind. Dies sei aber dem spätwinterlichen Wetter zu Beginn der Arbeiten im März und nicht der Firmen vor Ort geschuldet. „Da sind absolute Vollprofis am Werk“, findet der Bürgermeister. Auch das habe er beim Blick aus dem Fenster beobachtet.

sg

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