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Der Countdown läuft: Künftig wird den Autofahrern am Bahnübergang Hausham die verbleibende Wartezeit elektronisch angezeigt. Schneller gehen die Schranken bis auf Weiteres trotzdem nicht auf.

Extra für Touristen

Jetzt läuft ein Countdown an der Dauer-Schranke

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Hausham - Der Haushamer Bahnübergang ist ein tägliches Ärgernis für Haushamer, Pendler und Touristen. Letztere sollen nun mit einem Countdown-Zähler beruhigt werden. Ein erster Test schlug fehl.

Wenn sich in Hausham die Schranken senken, ist Warten angesagt. Für ortskundige Autofahrer ist das längst keine Überraschung mehr. Wohl aber für Auswärtige, wie Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind schon mehrfach beobachtet hat. „Die steigen dann irgendwann aus oder drehen um“, berichtete er nun im Gemeinderat. 

Nicht wenige glauben, die Schranken seien kaputt

Kein Wunder bei einer Wartezeit von zehn bis zwölf Minuten. Nicht wenige glaubten da, die Schranken seien kaputt. Das Ergebnis: zum Teil gefährliche Verkehrssituationen. Weil bis zu einer Verlegung des leidigen Bahnübergangs bekanntlich noch einige Zeit ins Land gehen wird, bemühte sich Zangenfeind um eine Zwischenlösung. 

Den Startknopf drückt der Schrankenwärter - wenn er drückt

Zwei elektronische Anzeigetafeln sollen künftig auf beiden Seiten der Gleise wie ein Countdown die verbleibende Wartezeit ausweisen. Den Startknopf drückt der Schrankenwärter. Ein erster Test schlug jedoch fehl. „Die Fernbedienung hat nicht funktioniert“, erklärt ein Bahnsprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Dafür sei aber nicht die DB Netz verantwortlich. „Wir sind hier nur der Helfer“, so der Sprecher. 

Überhaupt könne es auch später einmal vorkommen, dass die Anzeige schwarz bleibt. Zum Beispiel, wenn der Schrankenwärter anderweitig beschäftigt ist oder ganz einfach vergisst, das Knöpfchen zu drücken. Zangenfeind ist dennoch von den Tafeln überzeugt. Ähnliche Systeme habe er an Baustellen in Österreich beobachtet, erklärte er. Der Vorteil: Anstatt angespannt bis zum unbekannten Zeitpunkt der Weiterfahrt auszuharren, könne man sich zurücklehnen und zum Beispiel schnell eine SMS tippen. Wobei letztere angesichts der Wartezeiten am Haushamer Bahnübergang auch mal etwas länger ausfallen kann. 

Geduld brauchte Zangenfeind auch beim Beantragen der Anzeigen bei DB Netz AG und Bayerischer Oberlandbahn (BOB). „Das hat wie immer gedauert“, seufzte er. Und auch wenn das keine bahnbrechende Erleichterung für die Leid geplagten Autofahrer sei: „Ich wollte schauen, ob überhaupt mal was durchgeht“, sagte Zangenfeind. 

Ist der Countdownzähler gefährlich?

Nur noch schmunzeln konnte der Bürgermeister einmal mehr über die Gegenargumente. Da habe es zum Beispiel geheißen, dass die Leute bei Null einfach losfahren könnten, obwohl die Schranke noch zu ist. Von welcher Seite dieser Einwand kam, wollte Zangenfeind lieber nicht verraten. Dafür aber, was die Anzeigetafeln gekostet haben: 4000 Euro, die sich DB Netz, BOB und die Gemeinde teilen. Der Strom kommt dank eines Solarpanels von der Sonne. 

Der Bauhof hat die kleinen Kästen bereits an den Pfosten der Andreaskreuze montiert und die Fernbedienung an den Schrankenwärter übergeben. Sobald die Bahn ihr Okay signalisiert, geht das System in Betrieb. Und wenn die große Lösung für den Bahnübergang doch irgendwann mal da ist, wird die Gemeinde die Schilder laut Zangenfeind als elektronische Geschwindigkeitsanzeigen weiterverwenden. Doch dass das schnell der Fall sein wird, darauf traut er sich nicht wetten. Momentan seien die damit betrauten Experten auf der Suche für eine neue Bleibe für die in Gleisnähe beheimatete Zauneidechse. Der Bürgermeister nimmt’s mit Humor: „Wir sind für jeden Hinweis dankbar.“

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