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Weiter warten: Die Verlegung des Bahnübergangs in Hausham kommt erst 2020. 

Eigentlich sollte der längst weg

Wegen dieses Bahnübergangs schließen beliebte Cafés - und nicht nur das...

Geschäfte schließen, als Grund nennen sie den Haushamer Bahnübergang. Nicht nur die treibt die dauer-geschlossene Schranke in den Wahnsinn. Und es wird noch lange so weitergehen.

Hausham – Das Café Kandlinger hat wegen des Bahnübergangs in Hausham bereits geschlossen (wir berichteten). Ob die Endlos-Schließzeiten weitere Opfer fordern, wird sich zeigen. Fest steht allerdings: Die Verlegung der Schrankenanlage rund 70 Meter in Richtung Bahnhof wird auch heuer nicht kommen. Dafür ist eine Umsetzung 2020 fest eingeplant.

Groß vorangekommen ist das in dieser Sache federführende Straßenbauamt Rosenheim im vergangenen Jahr offenbar nicht. Es gab Gespräche mit der Gemeinde Hausham, die sich eine breitere Einfahrt zum neuen Rathaus gewünscht hatte und Arbeiten an den Details. Aus den „sichtbaren Vorarbeiten“ wurde unterdessen nichts. Auch jetzt im Frühjahr – üblicherweise starten hier Straßenbauarbeiten – wird in Hausham noch nichts passieren. Florian Deininger, beim Straßenbauamt seit wenigen Wochen zuständig für den Kreis Miesbach, erklärt auf Anfrage die weiteren Schritte. „Unser Ingenieurbüro erstellt jetzt die Ausführungsplanung, die ist dann die Grundlage für die Ausschreibung.“ Notwendig seien auch noch Grundstücksverhandlungen. Eher Richtung Ende des Jahres sollen dann notwendige Kanalverlegung über die Bühne gehen. Wasser, Abwasser, Strom. Ein paar Bäume müssen auch weg, so Deininger. Über den Ablauf werde die Rosenheimer Behörde Anlieger und interessierte Öffentlichkeit bei einer Info-Veranstaltung ins Bild setzen. „Irgendwann im Sommer.“

Bahnübergang Hausham: Gemeinder rechnet mit hohen Kosten und langem Warten

Die Gemeinde Hausham rechnet mit Kosten von rund 200 000 Euro, die für die Verlegung auf sie zukommen. Das entspricht ungefähr einem Sechstel der Kosten, die sich Bund, Bahn und Straßenbaulastträger teilen. Von Letzteren gibt es zwei. Die Gemeinde ist mit der Industriestraße an der Maßnahme beteiligt, das Straßenbauamt mit der Schlierseer Straße, die – noch – eine Bundesstraße ist. Das soll 2020 geändert werden. Der Durchgangsverkehr – etwa nach Schliersee oder Miesbach – verläuft zum allergrößten Teil aber über die Industriestraße. Diese als Bundesstraße einzustufen, „wird der tatsächlichen Nutzung gerecht“, wie Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) sagt. Auf der anderen Seite der Gleise, der Schlierseer Straße – bekäme die Gemeinde dann direkten Zugriff auf die Straßengestaltung. Was sie sich dringend wünscht. Zangenfeind will rund um den Bahnhof und das neue Rathaus einiges für Fußgänger und Radfahrer tun, wie er sagt.

Immer wieder passiert‘s: Schon wieder: Unfall an einem Bahnübergang in Miesbach

Und noch etwas plant die Gemeinde im Zuge der Verlegung des Bahnübergangs: Sie will die Wasserleitung zwischen Tankstelle und der Einmündung zur Halden-Siedlung neu verlegen. Das Rohr ist alt und liegt zum Teil auf Privatgrund. Wesentlicher Nebeneffekt: Zwischen Tankstelle und Althaushamer Straße wird ein neuer Gehweg gebaut. Kosten hierfür sowie eine weitere Leitungsverlegung im Bereich Schlierseer Straße: 800 000 Euro.

Lesen Sie zum Thema auch: Gemeinderat Schliersee  In drei Jahren hat das Warten ein Ende

Immerhin: Es geht vorwärts. Und auch wenn die Haushamer in Sachen Bahnübergang seit vielen Jahren mit allem rechnen: Noch ein Jahr Verzögerung ist eigentlich nicht zu befürchten. Denn – das ist neu – inzwischen pressiert’s auch der Bahn. Die will auf dieser Strecke 2021 ihre Stellwerktechnik modernisieren, an der unter anderem auch die Bahnübergange Hausham und Schliersee-Westenhofen hängen. Die Anlagen sollen dann entsprechend ertüchtigt sein.

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