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Bahnübergang Hausham: Das Warten geht weiter

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Bahnübergang Hausham, Schranken, Warten
Der Stau bleibt noch lange: Die Verlegung des Bahnübergangs in Hausham verzögert sich abermals. Auch die technische Sicherung ist noch nicht eingebaut. Dies soll jetzt aber geschehen. © Thomas Plettenberg

Hausham - Verzögerungen kann man nie ausschließen, aber es gibt Fälle, da käme es einem Wunder gleich, wenn irgendein Zeitplan gehalten würde. Beim Bahnübergang Hausham etwa – und dies jetzt gleich doppelt.

Bekanntlich standen an dem Bahnübergang wiederholt die Schranken offen, als ein Triebwagen der Bayerischen Oberlandbahn durchfuhr. Erst vor einigen Wochen war dies wieder so – allerdings war die Situation ungefährlich, wie ein Bahnsprecher auf Anfrage sagt. Der Schrankenwärter hatte sich in der Früh krank gemeldet, und in diesem Fall greift ein Notfallplan, bei dem der Zugführer am Übergang anhalten und ein lautes Pfeifsignal abgeben muss, bevor er langsam weiterfahren darf.

Soweit so gut, doch eigentlich sollte seit Mai ein technisches Sicherungssystem eingebaut sein. Dies sollte bewirken, dass die BOB automatisch gestoppt wird, wenn die Schranken offenstehen. Einer ersten Anfrage bei der für Gleise und Schranken zuständigen Deutschen Bahn brachte zunächst eine verklausulierte Antwort. Jetzt gab’s den Klartext: „Die zusätzliche signaltechnische Sicherung konnte noch nicht installiert werden.“ Als Grund nennt die Bahn eine notwendige interne Genehmigung. Denn „eine solche zusätzliche technische Sicherung eines Bahnübergangs, der bereits von einem Fahrdienstleiter überwacht wird, gab es bisher im Regelwerk der Deutschen Bahn nicht.“ Der Freigabeprozess habe deutlich länger gedauert als erwartet. Aber da die Freigabe nun vorliege, finde die Montage vor Ort statt. Es werden im Bremsabstand der BOB zum Bahnübergang Kontakte montiert. Passiert der Zug diese bei offenen Schranken, wird er zwangsgebremst. Inbetriebgehen soll das System Anfang Dezember.

Ein gutes halbes Jahr Warten – das löst in Hausham nur noch Schulterzucken aus. Denn auf eine Lösung der früher unsicheren, jetzt vor allem lästigen Situation mit den ewigen Schranken-Schließzeiten wartet die Gemeinde seit Jahrzehnten. Diese Lösung ist bekanntlich eine Verlegung des Übergangs um etwa 90 Meter nach Norden. Das federführende Bauamt Rosenheim hat die Planfeststellungs-Unterlagen inzwischen an die Regierung von Oberbayern weitergegeben, und Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind liebäugelte schon mit einem Planfeststellungsbeschluss in wenigen Wochen. Doch wie seine Vorgänger Arnfried Färber und Hugo Schreiber macht er nun die Erfahrung: Es dauert noch. Die Regierung von Oberbayern bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung: „Das Planfeststellungsverfahren stand grundsätzlich kurz vor dem Abschluss.“ Allerdings sei eine „wasserwirtschaftliche Fragestellung“ aufgetaucht. Es geht um das Einleiten von Oberflächenwasser in einen Mischwasserkanal. Diese Frage müssen nun die beteiligten Behörden klären. Das heißt aber auch, so die Regierung: „Wann das Verfahren abgeschlossen wird, kann aktuell noch nicht seriös prognostiziert werden.“

Was wiederum auch nicht so dramatisch ist, da der Leiter des Bauamts Rosenheim Zangenfeind signalisiert hat, dass er ohnehin nicht vor 2018 mit der Verlegung rechnet. Die Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen seien in den nächsten Haushalten einfach nicht drin.

Von Daniel Krehl

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