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Konrad Haindl Diplom-Ingenieur
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Interview

Bahnübergang: Planer erklärt Einspurigkeit - „Verkürzt Wartezeit“

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Nicht nur wegen der ständigen Verschiebungen geriet der neue Bahnübergang zusehends in die Kritik. Im Interview erklärt Planer Haindl sein Konzept und dessen Vorteile.

Nicht nur wegen der ständigen Verschiebungen geriet der neue Bahnübergang zusehends in die Kritik. Immer mehr Bürger melden auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Verlegung an. Sorgen bereitet ihnen vor allem die Einspurigkeit der neuen Straßen-Gleis-Kreuzung. Die nämlich habe zur Folge, dass der Verkehr auf der Industrie- und der Schlierseer Straße wechselweise mit Ampeln angehalten werden müsse. Die Folge wären neue Staus, die die erhoffte Entlastung durch die von zwölf auf vier Minuten sinkenden Schließzeiten der Schranken zunichtemachen könnten. Planer Konrad Haindl vom zuständigen Ingenieurbüro INFRA erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, warum an der Einspurigkeit des neuen Bahnübergangs kein Weg vorbeiführt und wieso sich der Verkehrsfluss trotzdem verbessern wird.

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Bahnübergang: Planer erklärt Einspurigkeit - „Verkürzt Wartezeit“

Herr Haindl, der alte Bahnübergang ist zweispurig und sorgt trotzdem schon für lange Wartezeiten. Nach dem Neubau kommen auch noch die Rotphasen an den Ampeln dazu, selbst wenn die Schranken offen sind. Eine krasse Fehlplanung?

Auf keinen Fall. Es ist richtig, dass immer nur eine der vier Abbiegespuren auf den Bahnübergang ein Grünsignal bekommt. Dank intelligenter Ampelschaltung dauert ein Umlauf, in Abhängigkeit vom Programm, aber nur bis zu 120 Sekunden. In dieser Zeit werden alle Fahrspuren ein Mal entleert. Heißt: Länger als 90 Sekunden muss bei geöffneter Schranke niemand warten.

Wenn es weiterhin zwei Spuren über die Gleise geben würde, könnte man sich die Ampeln aber doch komplett sparen, oder?

Nein, könnte man nicht. Die Ampeln braucht es, um den Straßenverkehr in alle Richtungen mit vernünftigen Wartezeiten abwickeln zu können und den Bahnübergang rechtzeitig vor Schließung der Schranken vom Verkehr freizubekommen. Auch die Fußgänger und Radfahrer können im Schutz der Ampel zwischen Industriestraße und Schlierseer Straße wechseln. Um eine Zweispurigkeit hinzubekommen, bräuchte es eine Fahrbahnbreite von 18 statt neun Meter. Das ergibt sich aus den sogenannten Schleppkurven, wenn sich beispielsweise zwei Sattelzüge auf der Kreuzung begegnen. Die Folge wäre, dass auch die Ampeln viel weiter auseinanderliegen würden.

Klingt jetzt nicht besonders schlimm.

Ist es aber. Denn es würde bedeuten, dass wir deutlich längere Rotphasen für eine sichere Räumung der Straßenanschlüsse und der Gleise bräuchten. Die Dauer eines Umlaufs würde sich deutlich erhöhen, der Verkehrsfluss sinken. Alle unsere Messungen haben ergeben, dass die Leistungsfähigkeit des einspurigen Bahnübergangs erheblich höher ist. Dies auch deshalb, weil das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich von 2004 auf 2015 nicht wie prognostiziert gestiegen, sondern nach den amtlichen Zählungen leicht gesunken ist. Der erst nur auf fünf Prozent berechnete Puffer hat sich damit noch erhöht.

Es gibt also zukünftig keine Staus mehr am Haushamer Bahnübergang?

Das kann niemand garantieren. Zu Stoßzeiten gerät jede Kreuzung mal an ihre Grenzen. Beispielsweise wird es sich auf der Schlierseer Straße nördlich des Bahnübergangs kurz in Richtung Bahnhof zurückstauen, wenn die Schranken zu sind. Da wird ein Umlauf sicher nicht reichen, um die komplette Spur wieder freizubekommen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es da zu einer natürlichen Verlagerung des überörtlichen Verkehrs in Richtung Industriestraße kommt. Die Gemeinde könnte dies fördern, in dem sie nach der Rückstufung der Schlierseer Straße von der Bundes- zur Ortsstraße verkehrsberuhigende Maßnahmen ergreift. Das ist aber eine reine Haushamer Angelegenheit, die mit der Verlegung des Bahnübergangs nichts zu tun hat.

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