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Internationaler Lauschangriff: Die Band Da Boanad mit Leadsänger Luky Zappatta (M.) hat einen internationalen Plattenvertrag abgeschlossen.

Hier kommt die neue Bayerische Härte - aus Hausham

Die Band Da Boanad um Luky Zappata bringt erstes Album raus

„Neue Bayerische Härte“ nennt die Band Da Boanad um den Haushamer Luky Zappatta ihren Sound. Am Freitag kommt ihr Album „Mystericum“ raus - dann folgt der Live-Auftritt im Gasteig. 

Hausham– Es hat dann doch ein bisserl länger gedauert mit dem ersten Album als vor gut zwei Jahren gehofft. Aber was lange währt, wird endlich gut. Und die Band Da Boanad um Sänger Luky Zappatta aus Hausham wollte, dass es wirklich gut wird: „Wir wollten uns die Zeit nehmen, was Gescheites zu produzieren“, sagt der 47-Jährige, der als Kommissar Rio Hartmann in den Kinofilmen „Tödliche Verbindungen“ und „Pension Freiheit“ bekannt ist. Jetzt liegt die CD vor: „Mystericum“ kommt am Freitag, 2. Juni, in die Läden und gängigen Online-Plattformen – und zwar international: Seit März hat die Band einen Vertrag mit Pure Rock Records, einem Sublabel von Pure Steel Records.

In Anlehnung an die Neue Deutsche Härte von Rammstein, Eisbrecher & Co. nennen sie das, was sie da spielen, Neue Bayerische Härte. „Wir passen in keine Schublade“, meint Zappatta und schmunzelt: „Die Metaler sagen, was wollt ihr denn mit Mundart, und die Mundartler sagen, das ist so harte Musik.“ Ihre Songs tragen Titel wie „Manner Weiber Bluad und Bier“, für das am Tegernsee ein offizielles Video gedreht wurde, „Wuidara“,„Finster werds“ oder „Dampfmaschin“. Die Namen sind Programm: druckvoller harter Sound, grob und groovig. Klotzen statt kleckern.

Die zehn Songs haben Zappatta als Leadsänger und Akustik-Gitarrist sowie seine Bandkollegen Stevie Schneider (Gitarre, Maultrommel), der ebenfalls zur „Pension Freiheit“-Crew gehörte, Josef Huhn (Schlagzeug), Gino Braun (Leadgitarre, Keyboard) und Robert Lipp (Bass) im Herbst aufgenommen, im Studio von Thomas Burlefinger, der schon mit den Toten Hosen oder Ex-Dream Theater-Drummer Mike Portnoy zusammenarbeitete. „Wir haben viel am Sound und an den Texten gefeilt“, erzählt Zappatta.

Parallel lief die Suche nach einer Plattenfirma – und endete bei Pure Rock Records. Das Label hat einen internationalen Vertrieb. „Bayern war uns nicht genug“, sagt Zappatta mit einem Augenzwinkern. Die Resonanz ist beachtlich. „Da sind uns schon unglaubliche Sachen passiert“, staunt der Boanad-Sänger selbst. Die Kombination aus hartem Rock mit bairischen Texten kommt nicht hierzulande an, wo Tom Glas in seiner „Rocknacht“ auf Bayern 1 immer wieder Songs der Band spielt. Der Radiosender WSNR 102,7 in Brooklyn hat die CD vorgestellt und den Song „Da Aff“ in New York über den Äther geschickt, Metal-Magazine aus Norwegen und Italien haben Interviews mit der Band geführt. „Die verstehen die Texte natürlich nicht“, sagt Zappatta, „aber die Musik finden sie gut, das ist für die mal was ganz anderes, eine neue Mischung.“ Da Boanad versteht sich dabei in gewissem Maß auch als Botschafter: „Unsere Musik zeigt, dass Bayern nicht nur aus den Klischees besteht.“ Und dem Italiener sei vermutlich auch egal, ob er Texte auf Englisch oder auf Bairisch nicht versteht.

Apropos verstehen: Für Nicht-Bayern hat die Band ins Booklet ein kleines Wörterbuch aufgenommen. Und falls dem einen oder anderen nicht klar sein sollte, dass es sich bei ihrer Musik nicht um eine politische Stellungnahme handelt, haben sie auch noch einen Aufkleber beigelegt: „Nicht rechts. Nicht links. Nicht deutsch. Da Boanad.“ Das war ihnen wichtig in der heutigen Zeit.

Live präsentieren die fünf „Mystericum“ am Samstag beim Klangfest München. Zur besten Spielzeit dürfen die Mundart-Heavyrocker etwa eine Stunde ran. Das Festival mit freiem Eintritt lockte zuletzt etwa 20 000 Besucher an. Wer Da Boanad live erleben will, sollte die Chance nutzen: Weitere Auftritte sind derzeit nicht geplant.

Das Konzert

von Da Boanad findet am Samstag, 3. Juni 2017, um 20 Uhr auf der Open Air-Bühne beim Klangfest am Münchner Gasteig statt (15 bis 23 Uhr). Aus dem Landkreis sind auch das Musikkabarett-Trio Ciao Weiß Blau um Tobias Öller sowie die aus Holzkirchen stammende Jazz-Pianistin Andrea Hermenau als Teil der Drei Damen dabei.

Katrin Hager

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