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Übergabe im Rathaus: Peter Weber (l.), Anja Benker und Roland Rubel (r.) überreichen die Unterschriftenlisten an Gemeindegeschäftsleiter Rudi Randler.

Landschaftsschutzverein hat Unterschriften beisammen

Baugebiet Hausham Abwinkl: Bürgerentscheid rückt näher

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Der Landschaftsschutzverein hat es geschafft: Die Unterschriftensammlung gegen das geplante Baugebiet in Hausham Abwinkl war erfolgreich. Ein Bürgerentscheid rückt näher.

Hausham – Von Tür zu Tür sind Peter Weber und seine Mitstreiter in Hausham nicht marschiert. Dennoch haben die Initiatoren des Landschaftsschutzvereins eine Menge Unterstützer für den von ihnen angestrebten Bürgerentscheid gegen das geplante Baugebiet in Abwinkl mobilisiert. Genau 868 Haushamer haben sich in die seit Oktober ausliegenden Unterschriftenlisten eingetragen. Das Paket hat Vereinsvorsitzender Weber nun zusammen mit Schriftführerin Anja Benker und Beisitzer Roland Rubel an Rathausgeschäftsleiter Rudi Randler überreicht.

„868 ist eine schöne Zahl“, sagt Weber auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir sind sehr zufrieden.“ Zumal man damit die erforderliche Zehn-Prozent-Hürde von rund 637 Unterschriften deutlich überschritten habe. Auch die persönlichen Kontakte an den Infoständen, die der Landschaftsschutzverein mehrfach in der Gemeinde aufgestellt hatte, hätten gezeigt, dass viele Haushamer – und damit nicht nur die unmittelbar betroffenen Nachbarn – die Kritik am Bauvorhaben am Fuß des Huberspitz teilen würden. „Die Leute haben kapiert, was alles auf dem Spiel steht“, ist Weber überzeugt.

An den Zielen habe sich nichts geändert, betont Weber. „Nur da, wo es vertretbar ist, soll in Abwinkl gebaut werden.“ Wie berichtet, sieht der Verein nur den Bebauungsplan Nummer 41, also die Grundstücke am Huberspitzweg, als bebaubar an. Die Verfahren zu den Bebauungsplänen 42 und 43 sollten hingegen wegen ihrer sensiblen Lage am Fuß des Hangs gestoppt werden. Das Gebiet sei „landwirtschaftlich wertvoll“ und eine „Erschließung wäre unverhältnismäßig teuer“, teilt Weber mit. „Wir wollen nicht, dass bauwillige Haushamer in eine Kostenfalle manövriert werden.“ Erst recht nicht, weil man bereits eine „faire Alternative“ zu den Baugebieten aufgezeigt habe.

Bürgerentscheid rückt näher

Im Rathaus hat man die Unterschriften bereits überprüft, teilt Bürgermeister Jens Zangenfeind auf Nachfrage mit. Tatsächlich seien es sogar 883 gewesen, wobei nur 760 als gültig gewertet werden konnten. 123 habe man streichen müssen, beispielsweise weil die Unterzeichner mehrfach auf der Liste aufgetaucht waren oder nicht in Hausham wohnen. Dennoch steht nun fest, dass ein Bürgerentscheid zu Abwinkl ein großes Stück näher gerückt ist.

Innerhalb eines Monats müsse der Gemeinderat nun über dessen Zulässigkeit entscheiden, erklärt Zangenfeind. Wird die Frage mit Ja beantwortet, muss der Bürgerentscheid innerhalb von drei weiteren Monaten durchgeführt werden. Für Zangenfeind steht bereits jetzt fest, dass er dem Gemeinderat ein Ratsbegehren empfehlen wird. Dies wolle man nutzen, um der Bevölkerung nochmals die positiven Aspekte des Vorhabens aufzuzeigen. Der Rathauschef jedenfalls ist nach wie vor davon überzeugt: „Wir schaffen Wohnraum und geben den Kindern und Jugendlichen im Haus Bambi ein neues Zuhause. Da kann man doch eigentlich nicht dagegen sein.“

sg

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