Wiese an der Huberbergstraße
+
Im Fokus: Die mögliche Bebauung der Wiese an der Huberbergstraße wird Thema des Bürgerentscheids. 

Termin folgt

Baugebiet Hausham-Abwinkl: Gemeinderat beschließt Bürgerentscheid

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
    schließen

Der Landschaftsschutzverein ist am Ziel - vorerst. Einstimmig hat der Gemeinderat Hausham das Bürgerbegehren gegen das Baugebiet Abwinkl als zulässig erklärt. 

Hausham – Bei seinem Blick auf die Zuschauerplätze stellte Hubert Lacrouts (CSU) im Gemeinderat fest: „Auch hier sitzen einige, die vor zig Jahren froh waren, dass sie ihr Häusel bauen durften.“ Das, sagte Lacrouts zu den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen das Neubaugebiet an der Huberbergstraße, müsse man nun auch den heutigen jungen Haushamern zugestehen. Viele würden sich schwer tun, auf dem freien Markt ein Grundstück zu erwerben. Sie zu unterstützen und obendrein den Kindern im Haus Bambi, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, eine neue Heimat zu verschaffen, sei Rechtfertigung genug, die Flächen am Fuß des Huberspitz in Bauland umzuwandeln, warb Lacrouts. Daher könne man auch einem Bürgerentscheid selbstbewusst entgegenschreiten. „Wir brauchen das nicht zu scheuen.“

Das können jedoch auch die Gegner des Bauvorhabens behaupten. Was in der Anfangsphase nur wie die Einzelkritik einiger Anwohner wirkte, hat sich unter Führung des Landschaftsschutzvereins zu einer nicht zu unterschätzenden Widerstandsbewegung formiert. 760 gültige Unterschriften haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens im Rathaus eingereicht – deutlich mehr als die per Quorum erforderlichen 637.

Gemeinderat erklärt Bürgerbegehren für zulässig

Die Prüfung der Zulässigkeit im Rathaus habe zwar einen möglichen Verstoß gegen das sogenannte Kopplungsverbot (mehrere Entscheidungen dürfen nicht zu einer Fragestellung verbunden werden) aufgedeckt, merkte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) an. Anwälte hätten das ähnlich gesehen. Da aber das Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde grünes Licht gegeben habe, wolle man hier keinen Streit vom Zaun brechen. „Das würde nur alles in die Länge ziehen und weitere Kosten verursachen“, erklärte Zangenfeind. Deshalb riet er den Gemeinderäten, die Durchführung des Bürgerentscheids zu beschließen.

Die folgten der Empfehlung einstimmig. Gleichzeitig machten aber auch alle Fraktionen nochmals deutlich, dass sie zu 100 Prozent hinter dem Vorhaben der Gemeinde stehen. Der Weg der Bürgerbeteiligung sei von Anfang an der richtige gewesen, deshalb sollte man nun auch den Entscheid durchziehen, sagte Thomas Danzer (SPD). Er stellte aber bereits in Aussicht, dass seine Fraktion im Fall der Fortführung des Planverfahrens einenVerkauf der Grundstücke im Erbpachtmodell beantragen werde. Das, sagte Zangenfeind, werde man zu gegebener Zeit entscheiden. Vorerst werde man die Sache aber bis zur Klärung ruhen lassen. Da der Bürgerentscheid binnen drei Monaten nach Beschluss durchzuführen sei, werde der Gemeinderat zeitnah einen Termin festlegen.

Bürgermeister zu Baugebiet: „Was soll daran schlecht sein?“

Als „Konkurrenzvorlage“ beschloss das Gremium einstimmig, dem Bürger- ein Ratsbegehren entgegenzusetzen und brachte auch die bei gleichem Ausgang erforderliche Stichfrage auf den Weg. „Damit können wir aktiv für unser Projekt werben“, sagte Zangenfeind. Ziel müsse es sein, die Notwendigkeit des Baugebiets herauszustellen, ohne das Bürgerbegehren schlecht zu reden. Für den Rathauschef steht jedenfalls fest, dass es sich hierbei um eine einmalige Chance handle. „Es wäre sträflich, sie nicht zu nutzen.“ Wohnraum für einheimische Familien und für 30 Kinder mit Behinderung: „Was soll daran schlecht sein?“, fragte Zangenfeind.

Die Bürger bat er, der Gemeinde mehr Vertrauen entgegenzubringen. Man habe alle Bedenken ernst genommen und die Planungen entsprechend angepasst. Alternative Flächen seien schlicht nicht verfügbar. „Wir können keinen Landwirt zum Verkauf zwingen“, sagte Zangenfeind. Wohnraum für Einheimische zu schaffen, habe Tradition in Hausham. Gerade ältere Bürger seien noch heute dankbar, dass sie damals haben bauen dürfen. Kein einziges Einheimischenprojekt der Gemeinde habe je Bausünden, finanzielle Schäden oder gar Gefahren für die Nachbarn verursacht.

So werde man auch weiter verfahren, versprach Zangenfeind. „Und deshalb setze ich mich gern in einem Ratsbegehren dafür ein.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großalarm auf dem Schliersee - Suche nach verschwundenem Kind eingestellt - Mit einer guten Nachricht
Eine Vielzahl an Rettungskräften aus ganz Oberbayern und aus Kufstein war auf dem Schliersee im Einsatz. Ein Kind soll im Wasser untergegangen sein.
Großalarm auf dem Schliersee - Suche nach verschwundenem Kind eingestellt - Mit einer guten Nachricht
Mountainbiker ignoriert Absperrung und zwängt sich unter laufendem Bagger durch - „Wie lebensmüde...“
Sie ignorieren Absperrungen und bringen dadurch sich und andere in Lebensgefahr: Mountainbiker sorgen immer öfter für Ärger bei Forstarbeitern. Doch diese Aktion …
Mountainbiker ignoriert Absperrung und zwängt sich unter laufendem Bagger durch - „Wie lebensmüde...“
Radweg-Lücke in Irschenberg soll geschlossen werden
Der Bau des Radwegs an der Bundesstraße 472 auf Höhe der Ortschaft Schwaig mutete vor drei Jahren als Schildbürgerstreich an. Denn der Weg führt an beiden Enden ins …
Radweg-Lücke in Irschenberg soll geschlossen werden
Corona-Teststationen an Landkreis-Grenzübergängen?
Nach zwei Wochen Sommerferien kehren die ersten Landkreisbürger aus dem Urlaub zurück. Die große Frage ist: Bringen sie das Virus mit? Der Freistaat will jetzt in jedem …
Corona-Teststationen an Landkreis-Grenzübergängen?

Kommentare