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Baustellen-Atlas Hausham: die Vorhaben von oben: Schlierachbrücke, Kreisel Obere Tiefenbachstraße, Tegernseer Straße, Bahnhofsplatz, Bahnübergang neu und alt sowie Naturfreundestraße.

Neuer Zeitplan auch für den Bahnübergang

Baustellen-Atlas: Hier wird 2018 in Hausham gebaggert

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Die Gemeinde Hausham schiebt auch 2018 einige Großprojekte an. Fast das ganze Jahr über wird irgendwo im Ort gebaggert – Sperrungen inklusive. So sieht der aktuelle Stand aus. 

Hausham – Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und gehobelt wird in Hausham heuer an einigen Stellen. Gleich mehrere Großbaustellen sind geplant – mit entsprechenden Folgen für die Bürger. „Das wird nicht angenehm, aber wir werden alles bestmöglich aufeinander abstimmen“, sagt Rathauschef Jens Zangenfeind. Kein Selbstläufer, denn bei den meisten Projekten ist die Gemeinde von externen Stellen wie Straßenbauamt, Bahn oder privaten Bauherren abhängig. Und nicht in allen Fällen ist die Planung schon in Stein gemeißelt, wie unser Überblick zeigt.

Bahnhofsplatz

Trotz Maibaum und Brunnen: Der Haushamer Bahnhofsplatz lädt aktuell nicht wirklich zum Verweilen ein. Um die Ortsmitte aufzuwerten, will die Gemeinde hier Sitzgelegenheiten und eventuell auch verkehrsberuhigende Maßnahmen schaffen. Heuer wird es jedoch zuerst einmal staubig und laut. Wie berichtet, lässt die Raiffeisenbank im Oberland ihre beiden bestehenden Häuser am Bahnhofsplatz in ein neues Ärztezentrum umbauen.

Los geht’s laut Hubert Stehr, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank, noch im ersten Halbjahr 2018. Die Fertigstellung soll Mitte bis Ende 2019 erfolgen. „Wir sind in den letzten Zügen der Baugenehmigungsphase“, sagt Stehr. Parallel habe man bereits die Ausschreibungen gestartet. An den Plänen hat sich nicht mehr viel geändert. Das Haus an der Bahnhofsstraße 4 wird auf drei Vollgeschosse aufgestockt und über einen zweistöckigen Zwischenbau mit dem Nachbargebäude Bahnhofstraße 2 verbunden. Eine Nummer größer als ursprünglich angedacht fällt die Tiefgarage unter dem Park-und-Ride-Parkplatz aus. Sie soll 75 statt 50 Autos Platz bieten, sagt Stehr. Die Zufahrt werde über die Nordseite beim Wertstoffhof erfolgen.

Tegernseer Straße

Das neue Wohn- und Geschäftszentrum steht hier kurz vor der Fertigstellung. Zu Einschränkungen auf der angrenzenden Tegernsee Straße wird es allerdings noch mal kommen: Im März und April wird diese für eine Linksabbiegespur, Verkehrsinseln sowie einen neuen Geh- und Radweg verbreitert. Wechselseitige Fahrbahnsperrungen sind unausweichlich (wir berichteten). Die Umleitung erfolgt über die Alte Tegernseer Straße. Anders als ursprünglich geplant, soll das Parkverbot hier nicht mehr einseitig gelten, sondern zwischen den Fahrbahnrändern „hin und her springen“, erklärt Zangenfeind. „Wir wollen so viele Parkplätze wie möglich erhalten.“

Bahnübergang

Nimmt man die Vorlaufzeit, ist die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs fast schon ein Generationenprojekt. Seit Jahren kämpft die Gemeinde für eine Entschärfung der chronischen Staufalle zwischen Industrie-, Schlierseer und Naturfreundestraße. Heuer soll die Maßnahme nun durchgeführt werden (wir berichteten). Oder zumindest begonnen, wie Zangenfeind einräumt. In den jüngsten Gesprächen mit den beteiligten Fachstellen habe er den Eindruck gewonnen, dass die ersten Vorarbeiten erst gegen Ende des Jahres starten würden. „Vor dem Sommer droht uns da nichts“, meint der Bürgermeister. Dementsprechend sei ein Abschluss erst 2019 realistisch.

Unnötigen Druck will Zangenfeind ohnehin nicht aufbauen. Ihm ist wichtiger, dass die von der Gemeinde in der Ausführungsplanung monierten Schwachstellen noch gelöst werden. Als Beispiele nennt der Bürgermeister die Zufahrtssituation am neuen Rathaus (der Umbau der Sparkassenfiliale soll 2018 abgeschlossen werden) und dem Autohaus Behrens, die sich künftig beide im Kreuzungsbereich des verlegten Übergangs befinden. In beiden Fällen sei aktuell eine Verkehrsleitung über benachbarte Grundstücke vorgesehen. Angesichts der bisweilen hohen Frequenz keine glückliche Lösung, findet Zangenfeind.

„Wir wollen das bestmögliche aus dem neuen Übergang herausholen“, sagt er. Mit einem genauen Zeitplan rechnet er in gut drei Monaten. Bei einer Info-Veranstaltung sollen die Haushamer nach ihrer Meinung gefragt werden. „Sie sollen wissen, was auf sie zukommt“, sagt Zangenfeind. Falsche Erwartungen will er unbedingt vermeiden. Wie berichtet, hatte der Bürgermeister wiederholt darauf hingewiesen, dass der neue Übergang eine Ampel an der Industriestraße zur Folge habe. „Das ist nicht optimal, aber anders geht es nicht.“

Obere Tiefenbachstraße

Hier steht wohl das größte Fragezeichen: Ob der Kreisel an der Oberen Tiefenbachstraße heuer tatsächlich noch gebaut wird, ist offen. „Ich bin schon noch ambitioniert“, sagt Zangenfeind. In jedem Fall wolle er das Wahljahr nutzen, um bei der „großen Politik“ die notwendigen Zuschüsse klarzumachen. Fest steht, dass während der Bauphase mit massiven Verkehrsproblemen auf der Bundesstraße 307 zu rechnen ist. „Hier muss man die Vollsperrung auf ein Minimum reduzieren“, sagt Zangenfeind. Er räumt aber auch ein, dass selbst bei einer einseitigen Blockade der B 307 ein Chaos programmiert ist. Dennoch ist er überzeugt, dass sich der Aufwand am Ende auszahlt.

Ein Stück weiter Richtung Supermärkte wird die Zimmerei Fendl ab März mit dem Tiefbau für ihren neuen Firmensitz beginnen, ab Mai erhält die Obere Tiefenbachstraße eine Querungshilfe und einen neuen Gehweg.

Naturfreundestraße und Schlierachbrücke

Über die Planungsphase nicht hinauskommen werden heuer die Sanierung der Naturfreundestraße sowie der Schlierachbrücke an der Einmündung der Fehnbachstraße in die B 307 in Agatharied. „Da wird viel im Stillen gearbeitet“, sagt Zangenfeind. Bei den Bürgerversammlungen in Hausham und Agatharied will er die Vorschläge der Ingenieure präsentieren und ergebnisoffen diskutieren. Wie beim Bahnübergang lautet auch hier sein Motto: „Für gute Ideen ist es nie zu spät.“

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