+
Gut sichtbares Alleinstellungsmerkmal: Lange sah die Gemeinde den Haushamer Förderturm als idealen Standort für das Bergbaumuseum. Nun wird die Umsetzung konkreter. Sicher ist sie aber noch nicht. 

„Wir sind auf einem guten Weg“

Bergbaumuseum Hausham: Der Fahrplan zur Premiumlösung im Förderturm

  • schließen

Das Haushamer Bergbaumuseum soll an den Förderturm ziehen. Weil das wegen der knappen Finanzen nur mit Fördergeldern geht, soll ein Experte die Umsetzung übernehmen.

Hausham – Jörg Haller betreut seit 30 Jahren Museumsprojekte. Der Münchner Projektmanager hat das Glasmuseum Frauenau von der Idee bis zur Eröffnung gebracht und 2016 die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern“ für das von ihm umgesetzte Brauereimuseum nach Aldersbach geholt. In seiner Vita steht auch die Entwicklung der Museenlandschaft Kempten. Nun hat Haller einen neuen Auftrag: Er soll das Haushamer Bergbaumuseum in das Gebäude am Förderturm bringen. Im Gemeinderat präsentierte er seine Pläne und sagte: „Ich freue mich auf das Projekt.“

Lesen Sie auch: Hausham: Florians Backstube wird zum Café

Bergbaumuseum Hausham: Der Fahrplan zur Premiumlösung

Wie berichtet, braucht das Bergbaumuseum eine neue Heimat. Derzeit ist es im Keller des alten Rathauses untergebracht, das verkauft werden soll. Etwa ein halbes, dreivierteles Jahr könne es noch am derzeitigen Standort bleiben, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW). Er, der Interessenkreis Bergbaumuseum und der Gemeinderat wünschen sich dafür seit einiger Zeit die Premiumlösung: das Gebäude am Förderturm.

Das Problem daran: Umzug und Umbau werden teuer. Die Gemeinde könne wegen der angespannten Finanzlage aber keine größeren Einmalzahlungen leisten, sagte Zangenfeind. Also braucht das Projekt Fördergelder. Weder die ehrenamtlichen Helfer noch die Gemeinde sehen sich aber imstande, alle Möglichkeiten zu erkunden und zu wissen, welche Fördertöpfe es gibt und welche sich gegenseitig ausschließen. Dafür brauche es einen Profi, sagte der Bürgermeister. Da kommt Haller ins Spiel. Er kennt die Fördermöglichkeiten, hat Erfahrung und besitzt Kontakte in den Ministerien.

Sicher zusagen konnte Haller den Haushamern ihren Traum vom Museum am Förderturm aber noch nicht. Er will zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellen. An deren Ende könnte auch die Empfehlung stehen, eine andere Lösung zu suchen.

Haller ließ aber auch durchblicken, dass er dem Projekt eine Zukunft zutraut. Die Menschen wollten mehr über die Industrievergangenheit der Urlaubsregion erfahren, die Sammlung sei außergewöhnlich, und die Verknüpfung mit dem Tourismus biete sich an, sagte er. Potenzial, Bestand und Alleinstellungsmerkmal durch den Turm – alles da. So könne ein überregional bedeutendes Museum entstehen.

Ebenfalls aus Hausham: Staufalle Agatharied: Neuer Kreisel soll weitere Verbesserungen ermöglichen

So kann das Haushamer Bergbaumuseum an Fördergelder kommen

Auch Fördermöglichkeiten gebe es. Die Städtebauförderung könnte bis zu 60 Prozent der Kosten übernehmen, hinzu kämen Entschädigungsfonds und der Denkmalschutz. Hallers Machbarkeitsstudie werde die Grundlage bilden, um diese Töpfe anzuzapfen: Sie soll die Grundlage für die Bewertung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern sein. Ohne deren Unterstützung gibt es keine Fördergelder. Noch ein langer Weg also. Aber Haller versprach den Gemeinderäten: „Sie müssen erst entscheiden, wenn die letzte Förderzusage da ist.“

Dann will Haller den Haushamern die Entscheidung so einfach wie möglich machen. Er will eine Stärken-und-Schwächen-Analyse erstellen und zwei Varianten für das Museum entwerfen, eine große und eine kleine – inklusive Empfehlung, welche die bessere sei. Auf dieser Basis werde der Gemeinderat gut informiert einen Beschluss fassen können.

Dieser Plan kam an. Dritte Bürgermeisterin Ria Röpfl (FW) wollte die Bergbaugeschichte auf keinen Fall sterben lassen. „Es geht nur ums Geld“, sagte sie. Sie freue sich jetzt auf den zweiten Teil des Projekts – den, mit den Lösungen – und hoffe, dass alles klappt. Zangenfeind sagte: „Das Ziel ist hervorragend, aber den Weg dahin müssen wir uns erarbeiten.“ Thomas Danzer (SPD) war froh, die richtigen Experten gefunden zu haben. „Wir sind auf einem guten Weg“, meinte er. „Aber gewonnen ist noch nichts.“

Ebenfalls interessant: Neuer Marktplatz soll geprüft werden - aber wie?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schliersee hat keine Zweifel an Fremdenverkehrsbeitrag
Seit der Sommerpause gilt: keine Schlierseer Gemeinderatssitzung ohne Antrag von Michael Dürr. Diesmal ging es um den Fremdenverkehrsbeitrag und dessen Rechtssicherheit …
Schliersee hat keine Zweifel an Fremdenverkehrsbeitrag
Käfer-Plage: Stadt Miesbach verzichtet auf Widerspruch
Allen Appellen zum Trotz: Die Stadt Miesbach wird keinen Widerspruch gegen die Allgemeinverfügungen einlegen, mit denen die zuständigen Behörden den Asiatischen …
Käfer-Plage: Stadt Miesbach verzichtet auf Widerspruch
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos
Es weihnachtet wieder sehr - von Otterfing bis Bayrischzell, von Irschenberg bis Bad Wiessee. Ein Überblick mit allen Christkindlmärkten im Landkreis Miesbach samt …
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier
Die neue Skisaison steht vor der Tür – und das Türschild an der Schindlberger Alm wechselt. Sie hat einen neuen Eigentümer, einen neuen Wirt - und ein neues Bier.
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier

Kommentare