Bergbaumuseumsverein Hausham, Rathaus Hausham
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Einen Teil der Exponate kann der Museumsverein in Vitrinen im Obergeschoss des neuen Rathauses ausstellen. Sehr zur Freude von (v.l.) Bürgermeister Jens Zangenfeind sowie von Herbert Scholl, Wolfgang Grützner und Wolfgang Bloch vom Haushamer Bergbaumuseumsverein.

55 Jahre nach der Schließung des Bergwerks

Bergbaumuseum Hausham: Umzug ins neue Rathaus so gut wie abgeschlossen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Schicht im Schacht im Haushamer Bergbaumuseum: 39 Jahre nach ihrer Eröffnung ist die Ausstellung im alten Rathaus abgebaut. Doch die Museumsgeschichte soll weitergehen.

Hausham - Geht das Haushamer Bergbaumuseum auf Welttournee? Es machte zumindest den Anschein, als die Mitglieder des Museumsvereins Kiste um Kiste einpackten, damit diese später in einen Überseecontainer geladen werden können. Sogar Teile des lebensgroßen Stollennachbaus samt Schienen und Hunt schleppten sie mit Unterstützung des gemeindlichen Bauhofs aus dem Keller des alten Rathauses in die transportable Lagerstätte. Doch keine Angst: „Der Container bleibt in Hausham“, versichert Wolfgang Bloch, Zweiter Vorsitzender des Museumsvereins. Er diene nur als Zwischenlösung, bis die historische Ausstellung eine würdige, neue Heimat erhält.

Ende Januar begannen die Vereinsmitglieder mit dem Ausräumen des Untergeschosses im alten Rathaus, das bekanntlich einem neuen Wohnbauprojekt weicht. Nach 39 Jahren heißt es nun „Schicht im Schacht“ für das Haushamer Bergwerksmuseum. Fast auf den Tag genau 55 Jahre, nachdem die Grube selbst für immer schließen musste (31. März 1966). Dieses Schicksal soll dem Museum erspart bleiben. Damit es bis zur möglichen Eröffnung seines Nachfolgers im Förderturm nicht in Vergessenheit gerät, wird ein Teil der Ausstellung im neuen Rathaus wieder aufgebaut. Einen „kleinen, aber wohlgelungenen Ausschnitt“ habe man dafür ausgewählt, berichtet Bloch.

Exponate sollen in Vitrinen im neuen Rathaus ausgestellt werden

Das Modell des Bergbaugeländes, das Peter Greil und Herbert Scholl vollständig überarbeitet und ergänzt haben, steht bereits in der Eingangshalle. Die weiteren Vitrinen passe der Bauhof gerade noch an, damit diese besser mit dem transparenten und luftigen Stil des modernen Gebäudes harmonieren. Künftig sollen hier dann Objekte aus den Bereichen bergmännische Arbeitswelt und Geräte, gesellschaftliches Leben rund ums Bergwerk sowie Fossilien und Geologie zu sehen sein. Und das dank der neuen Präsentationsform durchaus aus ungewöhnlichen Blickwinkeln, wie Bloch betont. Sobald es die Corona-Lage zulässt, will der Museumsverein auch die bewährten Führungen anbieten, beispielsweise für Schulklassen.

Nur noch die nackten Stollenattrappen zeugen im Souterrain des alten Haushamer Rathauses von der Existenz des Bergbaumuseums.

Die letzten Führungen im alten Rathaus fanden ohne Publikum, dafür aber mit Kamera statt. Mathias Huber und Andreas Scholl kümmerten sich um die Digitalisierung des Museums. Auch einen virtuellen Rundgang zeichneten sie auf, um ihn später im Internet zugänglich zu machen. Die eingelagerten Objekte wurden mithilfe einer Lichtbox professionell fotografiert und dokumentiert. Nicht alle kamen in den Container: Alles, was durch Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit Schaden nehmen könnte, durfte der Verein in gemeindlichen Räumen einlagern.

Auch ein Überraschungsfund tauchte auf: ein Holzbrett, auf dem die Ursprünge des Museums in einem Bleistiftschriftzug verewigt wurden. „Installiert und erbaut von Nachrißhauer Mayer, 31.2.77“, heißt es da. Für den Museumsverein eine spannende Neuigkeit: „Das bedeutet, dass die Arbeiten bereits fünf Jahre vor der Eröffnung begonnen haben“, sagt Bloch.

Projekt Förderturm noch in frühem Planungsstadium

Wie lange es noch bis zum Bau eines neuen Bergbaumuseums in Hausham dauert, kann Bürgermeister Jens Zangenfeind derzeit noch nicht sagen. Das Projekt Förderturm steckt noch in einem frühen Planungsstadium. Die Fertigstellung der neuen Altholz-Glasvitrinen für die Exponate im ersten Obergeschoss des neuen Rathauses sollten aber in den kommenden beiden Wochen aufgestellt werden. „Bergmannsfiguren in Lebensgröße befinden sich bereits bei uns“, berichtet Zangenfeind.

Es werde immer das Bestreben der Gemeinde sein, die Geschichte des Haushamer Bergwerks lebendig zu halten. „Vor allem auch die damit vermittelten Werte wie Fleiß, Ehrlichkeit, Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt“, sagt der Bürgermeister. Der gute Geist der Bergleute präge den Ort noch heute, nicht zuletzt in den zahlreichen Vereinen. Ganz besonders in der aktuellen Zeit gelte es, aufeinander aufzupassen. „So, wie es die Bergleute einst getan haben.“

sg

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