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Stolzes Ensemble: Diese Ansicht aus der Zeit um 1937 zeigt den Förderturm über dem Klenzeschacht (l.) und die Kohlewäsche mit darunterliegender Verladestation (r.). 

Aussichtsplattform, Schaustollen, Eventgastronomie

Bergbaumuseum: Wie es in den Förderturm passen soll

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Der Traum vom Bergbaumuseum im Haushamer Förderturm nimmt langsam Gestalt an. Im Gemeinderat wurde nun ein erster Entwurf für Ausstellung, Plattform und Gastronomie präsentiert. 

Hausham – Auf ihrer imaginären Fahrt in die Tiefe werden die Besucher erst mal ordentlich durchgeschüttelt. Wie echte Bergleute sollen sie sich fühlen, wenn sie in die Geschichte der Kohleförderung unter dem Klenzeschacht eintauchen. Ein Eisenkorb mit Vibration als erste Station des neuen Haushamer Bergbaumuseums im Förderturm soll den Beginn einer Schicht unter Tage möglichst originalgetreu simulieren. „Man muss mit einem Kracher anfangen“, erklärte Wolfgang Bloch vom Interessenkreis Bergbaumuseum Hausham nun im Gemeinderat. Hier stellte er das in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Wegmann entwickelte Konzept für das Großprojekt erstmals vor.

Neuer Schwung durch Rathausumzug

Wie berichtet, liebäugeln die Vereinsmitglieder schon länger mit einer neuen Nutzung des Industriedenkmals Förderturm. Seit fest steht, dass die Gemeindeverwaltung 2018 in das jetzige Sparkassengebäude umzieht, haben die Pläne neuen Schwung bekommen. Schließlich braucht dann auch das im Untergeschoss des Rathauses untergebrachte, gemeindeeigene Bergbaumuseum eine neue Bleibe. Mit Unterstützung von Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) gelang es dem Verein schließlich, die gut 45 000 Euro für eine Voruntersuchung samt Konzeptentwicklung aufzutreiben.

Den Entwurf stellten Bloch und Architekt Olaf Mann aus Sicht der künftigen Museumsbesucher vor. Die sollen das Gebäude am Fuße des Turms, in dem momentan noch die Schreinerei von Markus Kurzmann untergebracht ist, vom Parkplatz an der Ostseite her betreten. Neben Kasse, Garderobe, Toiletten und Shop soll im Foyer ein kleines Café Platz finden. Nach ihrer „Schachtfahrt“ gelangen die Gäste in ein Schaubergwerk. Hier können sie durch einen nachgebauten Stollen wandern und dabei unter anderem einen Presslufthammer stemmen oder ein Grubentelefon ausprobieren. Mit Geräuscheffekten sollen Sprengungen erlebbar werden. Nur der Staub werde fehlen, sagte Bloch schmunzelnd. „Aber man kann sich auch so vorstellen, was das für ein Knochenjob war.“

Über Treppen hoch zum Aussichtspunkt

Über einen Aufzug geht es weiter ins Obergeschoss, wo die Besucher einen Blick ins Innere des Förderturms erhaschen und über Treppen die Aussichtsplattform erklimmen können. Ein barrierefreier Zugang ist laut Bloch nicht möglich. Der Eingriff in das denkmalgeschützte Ensemble wäre zu groß. Dafür wird es einen zweiten Eingang zum Turm geben, über den auch Nicht-Museums-Besucher den Blick über Hausham genießen können. Den zahlenden Gästen vorbehalten bleibt hingegen die Halle mit Maschinen im Erdgeschoss sowie die Wechselausstellung in der Galerie des Foyers.

Zwischen 800 und 1000 Quadratmetern Nutzfläche sollen für das Erlebnismuseum zur Verfügung stehen. Davon entfallen 220 Quadratmeter auf eine Eventfläche mit Gastronomie. Für Bloch eine Chance, auch außerhalb des Museumsbetriebs Einnahmen zu generieren. „Immer mehr Firmen suchen sich außergewöhnliche Orte für ihre Tagungen“, erklärte er. Die Destillerie Lantenhammer habe bereits Interesse signalisiert. Auch Kindergeburtstage, Hochzeiten und eine Kleinkunstbühne seien denkbar. Für Bloch, der im Vorjahr bereits in Au eine Bergwerksausstellung organisiert hat, könnte der Förderturm einen Mehrwert für den ganzen Ort bieten. „Eine neue kulturelle und touristische Ausrichtung an traditionellen Wurzeln“, schwärmte er.

Kostenplan liegt noch nicht vor

Noch unbeantwortet blieben die Fragen der Gemeinderäte nach den Kosten für Umbau und Betrieb des Museums. In den kommenden Monaten werde man eine Finanzplanung vorlegen, kündigte Zangenfeind an. Ferner gelte es zu klären, ob die Gemeinde – zusammen mit weiteren Partnern – den Turm kaufen oder nur pachten werde. Als Personal würde Bloch 450 Euro-Kräfte engagieren. Die Führungen werden aber weiterhin die Vereinsmitglieder übernehmen. „An einen Augenzeugenbericht kommt kein Audioguide hin.“

Einen Vorschlag für die Ausstellung gab Thomas Danzer (SPD) Bloch mit auf den Weg. Für ihn müsse das Museum in jedem Fall auf die Bedeutung des Bergwerks für die Sozialstruktur in Hausham eingehen. Danzer: „Das wäre mir wichtiger als ein Grubenlampen-Dinner mit einem Sternekoch.“

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