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Vor dem Berg, der den Berggeist freigibt: Bernhard Hoffmann an der Stelle, wo man bei idealen Bedingungen das Gesicht im Fels erkennt. Die Inspiration für sein Buch „Slyrus – Der Berggeist vom Schliersee“. 

Roman von Bernhard Hoffmann

Der Berggeist vom Schliersee

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Hausham – Ein Naturschauspiel wird zur Romanfigur: So geschehen beim Buch „Slyrus – Der Berggeist vom Schliersee“ von Bernhard Hoffmann aus Hausham. Entstanden ist eine mystische Geschichte über ein wundersames Wesen.

Er erscheint nur an wenigen Tagen im Jahr. Wenn alles stimmt. Nur bei Schnee lässt sich der Berggeist blicken. Dann entdeckt der aufmerksame Beobachter links vom Spitzingsattel ein Gesicht im Berg. Dieses Naturschauspiel hat Bernhard Hoffmann zu einem Roman inspiriert. „Slyrus – Der Berggeist vom Schliersee“ heißt das neue Buch des 68-Jährigen aus Hausham.

Das wundersame Antlitz hat Hoffmann nicht mehr losgelassen, seitdem es ihm 2012 ein Freund, der Schlierseer Hans Georg Faltermann, auf einem Foto gezeigt hat. „Meine Fantasie ist relativ ausgeprägt, ich habe den Berggeist sofort erkannt“, berichtet Hoffmann. „Bei jedem Vorbeifahren habe ich hingeschaut. Das geht vielen so.“ Der Berggeist, ein Abbruch in der Felswand, ist am besten auf der Wiese vom Sportplatz an der Agip-Tankstelle in Hausham bis hin zum Ortseingang Schliersee zu erkennen. „Man sieht ihn nur im Winter, eher am Nachmittag und wenn es bedeckt ist“, weiß der Rentner.

Vom Naturphänomen bis hin zum eigenen Buch ging es „unglaublich schnell“, wie Hoffmann sagt. Nach einem halben Jahr stand die Rohfassung seines ersten Romans – er hatte bereits zwei Ratgeber über Pendel und Ruten geschrieben. In seinem neuen Werk wird der Berggeist zum wichtigen Begleiter der Hauptfigur: Severin Hofer aus Schliersee, Anfang 50, zwei Kinder, von der Frau getrennt und Inhaber einer Physiotherapie-Praxis. Er wird bei einem Spaziergang von seinem Freund Buale auf ein Gesicht in der Hagenbergwand im Spitzinggebiet aufmerksam gemacht: den Berggeist. Anfangs empfindet er es als Schmarrrn, doch die Neugier lässt ihn immer wieder zum Berg schauen. Durch dieses wiederholte Betrachten holt Hofer den Berggeist Slyrus in die Realität. Aber schon bei der ersten Begegnung beschimpft ihn das Wesen: Er habe keine Ahnung von den wahren Kräften, die in ihm schlummern.

Damit beginnt für den Mann, der ohnehin in einer Midlife-Crisis steckt, eine Reise zum Ich. Eine Reise zwischen Traumvisionen und Realität. Weil Severin den Berggeist fragt, wie er seine Fähigkeiten verbessern kann, stellt ihm Slyrus drei Aufgaben zu den Fähigkeiten Lauschen, Singen und Achtsamkeit. Sobald der Berggeist zufrieden ist, muss der Schlierseer den Berg hinauf, wo sich für ihn ein Portal öffnet.

„Der anfangs grantige Zeitgenosse wird zum strengen Mentor“, erklärt der Autor. Es handelt sich um eine tiefgründige, mysteriösen Geschichte die Hoffmann erzählt, um die Reise seines Helden zum Ich darzustellen. Zwangsläufig eine Selbstfindung mit Widerständen: „Durch den starken Wunsch kann Severin eine Realität erschaffen. Doch der Wunsch stimmt nicht immer mit dem Ziel, der Reise zum Ich, überein.“

Hoffmann spreche auf Hofers Weg auch Themen wie Konsumzwang, Freiheit und Psychologie an. „Selbst wenn man das nicht glaubt, kann man den Roman als spannende Geschichte lesen“, ist er überzeugt. Ohnehin möchte der 58-Jährige seine Leser mit dem Roman nicht belehren, vielmehr könne sich jeder aus der Story etwas für eigene Schlüsse herausziehen. Oder eines der Rezepte aus dem Anhang nachkochen.

Einige Anregungen für sein Buch holte sich Hoffmann aus seinem Umfeld. Des Berggeist-Themas hat sich literarisch bislang noch kaum jemand angenommen. „Es ist eine Erscheinung, die nicht hinterlegt ist.“ Da es dem Haushamer nicht auf das Historische und Reale ankam, wie er erklärt, blieb demnach viel Spielraum für seinen Schlierseer Berggeist.

Die Roman-Fortsetzung soll übrigens 2016 erscheinen. In Teil zwei mit Severin Hofer, der in Österreich spielt, widmet sich der Autor hauptsächlich Wichteln und Zwergen. Doch Slyrus taucht auch noch darin auf. Zudem bleibt den Berggeist-Fans ja immer noch der Blick auf die Felswand.

Das Buch

„Slyrus – Der Berggeist vom Schliersee“ ist beim Aeternica Verlag erschienen, hat 235 Seiten und kostet 10,80 Euro.

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