Bergwacht Hausham, Multicopter
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Freude über neue Technik: (v.l.) Martin Riedl und Heinz Wessely vom Technikteam der Bergwacht-Bereitschaft Hausham mit Michael Bonefeld, Vorsitzender der Oh-Do-Kwan-Stiftung, und Bereitschaftsleiter Franz Mayer.

Kameras erleichtern Vermisstensuche

Bergwacht Hausham geht mit Drohne in die Luft

Hausham - Die Haushamer Bergwacht geht in die Luft - mit einem Mini-Hubschrauber. Multicopter heißt der kleine Helfer, der mit seinen Kameras die Vermisstensuche erleichtern soll.

Suchtrupps mit einer Wärmebildkamera im Rucksack, Handy-Ortung, Helikopter-Suche mit Hilfe der Polizei: Die Bergwacht setzt jede mögliche Technik ein, wenn es gilt, einen Vermissten in den Bergen zu finden. Denn dann zählt oft jede Minute. In Hausham soll es bald einen weiteren stillen Helfer geben: einen Multicopter. Eine so genannte Drohne, die mit einer Kamera bestückt unzugängliche Areale abfliegen kann und Bilder direkt in ein Technikfahrzeug überträgt. Ein kleines fliegendes System, das im Ernstfall Leben retten kann.

Die Oh-Do-Kwan-Stiftung mit Sitz in Grünwald hat mit einer Spende in Höhe von insgesamt 20 000 Euro für das auf mehrere Jahre angelegte Projekt den Kauf des Multicopters ermöglicht. „Wir hatten schon eine kleine Drohne, die mit einer einfacheren Kamera bestückt war“, erklärt Bereitschaftsleiter Franz Mayer. Die musste aber immer erst wieder zum Fahrzeug zurückfliegen, damit der Kamera-Chip ausgelesen werden konnte. Das neue System soll eine Live-Übertragung ermöglichen. „Der größere Multicopter, den wir jetzt haben, kann bis zu fünf Kilogramm Gewicht tragen“, sagt Mayer. Er werde nun mit einer Zoom-Kamera bestückt, die Live-Bilder in HD-Qualität in den Technikbus übertragen könne. Eine Verbesserung, die im Einsatzfall ganz neue Chancen eröffnet.

Wenn die Drohne beispielsweise einen Hang abfliegt und die Männer vor dem Bildschirm an einer Stelle etwas Verdächtiges entdecken, dann kann die Kamera ohne Zeitverzögerung den Ausschnitt heranzoomen, oder der Multicopter kann näher heranfliegen. „Wir dürfen die Drohne nur auf Sichtkontakt steuern“, sagt Mayer. Dennoch: Wenn das Gelände dafür geeignet ist, dann können in relativ kurzer Zeit größere Areale abgesucht und Suchtrupps gezielter losgeschickt werden. Als weiterer Schritt ist die Bestückung des Multicopters mit einer Wärmebildkamera geplant.

Mayer muss nicht lange nachdenken, damit ihm eine Situation einfällt, in der dieses neue fliegende System wertvolle Dienste leisten könnte. Er erinnert sich an eine Vermisstensuche am Wallberg. „Unten herrschte dichter Nebel“, erinnert er sich, „aber oberhalb von 1100 Metern hatten wir eine gute Sicht.“ Ein Hubschrauber konnte dennoch nicht starten. Ein Multicopter, wie er jetzt zur Verfügung steht, hätte es gekonnt.

Noch ist das kleine fliegende System der Haushamer Bergwacht nicht startklar. Martin Riedl und Heinz Wessely vom Technikteam, beide Piloten für die fliegenden Systeme, basteln an Komponenten für die Datenübertragung. „Hier liegt sicherlich noch viel Arbeit vor uns“, sagt Mayer. Für die Spende und das Engagement seiner Techniker ist er aber sehr dankbar: „Dies bringt uns wieder einen wesentlichen Schritt weiter.“

Von Christine Merk

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