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Mit einem Kirchenzug vom Volksfestplatz in Hausham begann der Tag zum Gedenken der Zeit unter Tage.

Bergwerk Hausham

Gedenken an die Zeit unter Tage

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Hausham - Der verstorbenen Kumpels und der Vergangenheit des Bergwerks Hausham wurde gestern bei einer Gedenkfeier gedacht. 50 Jahre ist die Schließung der Grube her. 

Bei der Gedenkfeier zur Schließung des Haushamer Bergwerks vor 50 Jahren prosten sich die Gäste zu. Was nicht jedem klar ist: Die Erzeugnisse des Bergbaus begleiten die Menschheit durch den Alltag. Die Biergläser, mit denen die Kumpels auf alte Zeiten anstoßen, bestehen vor allem aus Quarz. Die Porzellanteller, von denen die Gäste sich das Festmahl schmecken lassen, werden zum Großteil aus Feldspat gemacht. Diese Bestandteile werden in Bergwerken zu Tage gefördert.

Auf die Bedeutung des Bergbaus weist bei der Feier am Sonntag im Alpengasthof Glück Auf Wolfgang Grützner hin, der Vorsitzende des Interessenkreises Bergbaumuseum Hausham. Der gestrige Gedenktag beginnt allerdings nicht im Gasthof, sondern am Volksfestplatz. Von dort führt der Kirchenzug zum Festgottesdienst in St. Anton. Dort hält ein bayerischer Knappenpfarrer aus Kropfmühl (Landkreis Passau) eine Gastpredigt. Gotthard Weiß war früher im Bergwerk als Kaplan tätig und hat dadurch immer wieder andere Bergleute kennengelernt.

Bei der Gedenkfeier treffen sich viele Kumpels wieder

Weiß berichtet vom harten Brot der Bergleute, deren Vetrauen auf die eigenen Fähigkeiten, auf die Kameradschaft und auf Gott. Und er spricht die insgesamt 246 Toten an, die in 106 Jahren Bergwerk Hausham gezählt wurden. „Das ist eine Zahl, die mich erschüttert. Hinter jeder Ziffer steht der Tod eines Bergmanns und die Schicksale der Hinterbliebenen“, sagt Weiß. Mit dem Glück-Auf-Amen schließt er seine Predigt.

Wolfgang Grützner (v.l.), Martin Schmid, Herbert Antretter, Gotthard Weiß und Franz Gregor.

Bei der anschließenden Feier im Saal des Alpengasthofs wird über das sogenannte Glück Auf ebenfalls viele Male gesprochen. Ein Spruch, den sich die Bergleute tagtäglich selbst und ihren Kumpels gesagt haben. Bergmänner wie Herbert Antretter, Franz Gregor und Martl Schmid werden bei der Feier von Moderator Bernhard Ruf interviewt – er führt die Gäste durch den Nachmittag. Die verschiedenen Schwesternvereine unter anderem aus Peißenberg und Penzberg lauschen den Erzählungen der drei Männer, und der ein oder andere wird sich wohl in den Geschichten wiedererkannt haben. Viele Kumpels haben sich bei der Feier wieder getroffen, die sich lange Jahre nicht gesehen hatten.

Auch der Haushamer Bürgermeister Jens Zangenfeind, Schirmherr der Veranstaltung, und Ingrid Pongratz in ihrer Funktion als stellvertretende Landrätin erinnerten an die Zeiten, als das Bergwerk mit seinen rund 1600 Arbeitsplätzen der beste Arbeitgeber im Landkreis war. Mit den roten Zahlen kam 1966 dann die Schließung. „Kohle war zum Öl einfach nicht konkurrenzfähig“, sagt Pongratz.

Zangenfeind blickt nicht nur in die Vergangenheit. Denn mit dem geplanten Umzug der Gemeindeverwaltung ins Sparkassengebäude (wir berichteten) braucht auch das im Keller des Rathauses untergebrachte Bergbaumuseum für die Zukunft einen neuen Platz. „Der Traum wäre im Förderturm – daran arbeiten wir gerade“, verkündet der Bürgermeister. Der Turm soll saniert und begehbar gemacht werden. Schon jetzt werde das Museum wieder häufiger besucht. Mit Orten wie diesem und Feiern wie der gestrigen wird die Bergwerksgeschichte vor Augen geführt. Denn sie ist eine Geschichte, die die Gemeinde Hausham geprägt hat.

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