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Betreuen die Jugendlichen im Jugendtreff Hausham: Bärbel Stiedl und Jan Freter. 

„Für mich ist das immer noch ein Traumjob“

Besuch beim Haushamer Jugendtreff: Wie die kleine Familie funktioniert

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Auch nach mehreren Jahrzehnten ist der Jugendtreff in Hausham immer noch eine beliebte Anlaufstelle für Jugendliche. Vor allem auch in schwierigen Situationen.

Hausham – Bereits seit über 30 Jahren ist der Jugendtreff Hausham, kurz Jute, eine feste größe für viele Jugendliche der Gemeinde. Schon fast zum Inventar gehören auch Bärbel Stiedl (56) und Jan Freter (45), die die Besucher betreuen, ihnen mit dem passenden Rat zu Seite stehen oder einfach nur mit ihnen spielen oder ratschen. Im Haushamer Gemeinderat haben sie nun ihre Einrichtung und ihr Konzept gesprochen.

„Für mich ist das immer noch ein Traumjob“, sagt Stiedl, die seit 28 Jahren im Jugendtreff arbeitet. Kollege Freter ist seit 20 Jahren mit dabei. „Es gibt ständig was zu lachen, auch wenn es oft stressig ist.“ Und mit diesem Stress müssen die beiden Sozialpädagogen umgehen können. Viele der Jugendlichen haben Probleme – sei es mit den Eltern, der Schule oder auch mit sich selbst.

Rückhalt finden diese Jugendlichen dann in den zwei Räumen des Jutes. Träger der Einrichtung ist der Kreisjugendring Miesbach. Finanzielle Unterstützung erfährt sie von der Gemeinde. Beim offenen Treff, jeder kann kommen, wann und wie lange er möchte, gibt es viele Möglichkeiten für die Besucher, ihre Freizeit zu gestalten: Playstation, Kicker, Brett- oder Kartenspiele. Oder laut Stiedl sehr beliebt – das freie Wlan. Ab 16 Uhr dürfen die Treffbesucher zudem die Außenanlage der Lebenshilfe, zu der auch das Gebäude gehört, nutzen. Fußball, Basketball, Tischtennis, Slackline oder Federball – die Auswahl an Aktivitäten ist groß.

Und auch Verantwortung zu übernehmen, lernen die Jugendlichen. „Es gibt einen Thekendienst“, erklärt die 56-Jährige. „Da müssen sie lernen, mit Geld und Hygiene umzugehen, und müssen auch abspülen.“ An der Theke gibt es für jeden Besucher Essen und Getränke zu kaufen. Für ihre Hilfe beim Verkauf erhalten die Buben und Mädchen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Die Jugendlichen sind in der Regel zwölf Jahre und älter. Einige kommen schon in der dritten Generation. Und auch Ehemalige, mittlerweile Erwachsene, besuchen die Sozialpädagogen immer wieder. Die Mehrgenerationen-Idee ist das, was das Jute von anderen Jugendeinrichtungen im Landkreis unterscheidet. Sie ist auch im Konzept festgehalten, das heuer – wie bei den anderen Einrichtungen auch – neu erarbeitet wurde. Stiedl: „Wir sind wie eine kleine Familie, eine Wohngemeinschaft.“

Rund 30 Jugendliche nutzen den Treff laut einer Auswertung der Sozialpädagogen pro Öffnungstag. Hier finden sie Spaß, aber auch Halt in schwierigen Zeiten.

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