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Die Kirchentüren bleiben offen – vorerst: Weil die evangelische Argulakirche in Hausham deutlich weniger Besucher hat als die Apostelkirche in Miesbach, denkt der Kirchenvorstand über eine Zusammenlegung nach. Noch ist aber nichts entschieden. 

Evangelische Kirchengemeinde will Bündelung in Miesbach

Besuchermangel: Argulakirche könnte geschlossen werden

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Wer sich für die Zukunft rüsten will, kommt um Veränderungen nicht herum. Dieser Prozess hat nun in der evangelischen Gemeinde begonnen. Er könnte in eine Schließung der Haushamer Argulakirche münden.

Hausham – Passend zum Reformationsjubiläumsjahr stehen auch bei der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach-Hausham die Zeichen auf Erneuerung. Sowohl baulich, wie auch strukturell wird sich in den kommenden Monaten einiges verändern. „Wir haben erkannt, dass wir zusammenwachsen müssen“, erklärte Pfarrer Erwin Sergel nun im Haushamer Gemeinderat. „Das ist ein spannender Prozess.“ Vor allem für die Gläubigen in Hausham: Denn eine Bündelung aller Angebote in Miesbach könnte – mittel- bis langfristig – auch in eine Schließung der Argulakirche münden. Doch so weit, betonte Sergel, ist es noch nicht. „Wir wollen das ergebnisoffen diskutieren.“

Der Prozess selbst ist bereits angelaufen. Wie berichtet, hat der Kirchenvorstand eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses neben der Apostelkirche in Miesbach beschäftigen soll. Mit mehr als 900 Belegungen pro Jahr reichen die Kapazitäten hier längst nicht mehr aus. Deshalb plant das Projektteam eine Erweiterung des Foyers und des Kellers – inklusive neuem Wärmeschutz. Auch ein Aufzug, eine größere Küche sowie schallschluckende Wand- und Deckenplatten für den Saal stehen auf der Wunschliste. Ein Viertel der Umbaukosten in Höhe von circa 800 000 Euro muss die Gemeinde selbst tragen, den Rest übernimmt die Landeskirche. Bis Ende 2018 sollen die Gebäude aus dem Jahr 1983 den heutigen Anforderungen gewachsen sein.

Ein gutes Stück älter ist die Argulakirche in Hausham. Sie wurde in den 1970ern in Holzständerbauweise errichtet – und sie ist in einem noch schlechteren Zustand als ihr Miesbacher Pendant. „In den tragenden Teilen wurden Schadstoffe entdeckt“, erklärte Sergel im Gemeinderat. Diese würden zwar den aktuellen Betrieb nicht gefährden, aber eine Sanierung nahezu unmöglich machen. Zu dieser Auffassung sei auch die Landeskirche gelangt.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum der Kirchenvorstand über eine Auflösung des Haushamer Standorts nachdenkt. Auch die Belegungszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit nur 80 Terminen – darunter 25 Gottesdienste mit im Schnitt nur fünf bis zehn Besuchern – wird die Argulakirche im Vergleich zum Miesbacher Gemeindehaus nur selten frequentiert. Die meisten der 2500 Gläubigen würden mittlerweile die Angebote in der Kreisstadt in Anspruch nehmen, erklärte Sergel. Kein Wunder, finden hier doch Konfirmanden- und Jugendarbeit sowie Musikstunden allesamt gebündelt statt.

Zu guter letzt spricht laut Sergel auch die Personalsituation für eine Zusammenlegung. Seit dem Weggang von Pfarrer Friedrich Woltereck nach Neuhaus vor fünf Jahren gebe es für Hausham keine eigene Pfarrstelle mehr. „Wir könnten also weder personell, noch finanziell zwei Zentren aufrechterhalten“, sagte Sergel. Wie sich die Bündelung in Miesbach am besten angehen lässt, das will die Arbeitsgruppe in den kommenden Wochen besprechen. Um ein möglichst breites Meinungsbild einzuholen, sind alle Gemeindemitglieder und ihre Familien zur Mitsprache aufgerufen.

Sollte es tatsächlich zum Abzug aus der Argulakirche kommen, müsse man sich auch überlegen, wie es mit dem Gotteshaus und den anderen Gebäuden auf dem Grundstück weitergeht. Eines steht für Sergel aber fest: Solange nicht alle Fragen geklärt sind, bleiben die Kirchentüren in Hausham offen.

Die nächsten Treffen

der Arbeitsgruppe finden am Montag, 12. Juni, um 19 Uhr in der Argulakirche in Hausham und am Mittwoch, 21. Juni, um 19 Uhr in der Apostelkirche in Miesbach statt. Erste Ergebnisse werden bei der Gemeindeversammlung am Montag, 26. Juni, präsentiert. Zu allen Terminen ist die Öffentlichkeit eingeladen.

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