Faschingszug Hausham
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Willkommen in der Faschings-Hochburg: Mit ihrer rollenden Festung samt Fanfarenbläsern auf den Türmen zogen die Mitglieder der Crachia Hausham die Blicke der Maschkera am Straßenrand auf sich
Faschingszug Hausham
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Gut behütet: Die Elferräte der Crachia mit ihren typischen Kappen, die sich sogar auf dem Dach des Wagens widerspiegelten, versorgten die Besucher mit Süßigkeiten.
Faschingszug Hausham
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Hoher Besuch: Angela Merkel und Martin Schulz beim Haushamer Faschingszug.
Faschingszug Hausham
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Grenzenloses Ja-Wort: Der bevorstehende Umzug des Haushamer Rathauses mündete beim Faschingszug in ein mobiles Standesamt für alle Ortsteile.
Faschingszug Hausham
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Bunte Partymacher: Auch die allseits beliebten, knallgelben Minions mischten sich unter die feiernden Maschkera.
Faschingszug Hausham
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Wildes Finale: Ein riesiger Drache mit rot glühenden Augen kroch am Bahnhofsplatz aus der Festung der Crachia.
Faschingszug Hausham
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Gute Stimmung, bunte Masken: Ganz Hausham feierte Fasching.
Faschingszug Hausham
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Gute Stimmung, bunte Masken: Ganz Hausham feierte Fasching.

Viele launige GroKo-Alternativen

Bissiger Gaudiwurm: Haushamer Faschingszug begeistert die Massen

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Lokalpolitik und Regierungsbildung: Das waren die Top-Themen beim Haushamer Faschingszug. 25 Wagen und jede Menge Fußvolk verwandelten den Ort gestern in eine hüpfende Partyzone. 

Hausham – Wer da mehr in Bewegung war – die Faschingsnarrischen auf den Wagen oder die am Straßenrand – war schwer zu sagen. Denn während sich die Besuchertrauben rhythmisch wogten, schwankte und hüpfte das eine oder andere Gefährt recht ordentlich unter seiner ausgelassen feiernden Besatzung. Politik und die Regierungsbildung waren die großen Themen des Haushamer Faschingszugs, der mit dramaturgischen Feingefühl einige Optionen in Sachen Regierungsverantwortung zur Diskussion stellte.

Vorneweg marschierte letztmals der stolze Zugleiter Fritz Wirth. Wie berichtet, reicht der Crachia-Sieben-Sterne-Generalfeldmarschall das Zepter am Aschermittwoch weiter in jüngere Hände. Knapp hinter Wirth folgte der von ihm konzipierte Wagen mit dem Haushamer Förderturm. Darauf suchten die Kumpel mit Bürgermeister Jens Zangenfeind nach Kohle („Kohle muss her!“) für eine Sanierung des ortsbildprägenden Wahrzeichens und nach einer neuen Regierung.

Dafür stellte sich König Ludwig II., der von zwei Schwänen in einem mit der bayerischen Flagge beschirmten Thron-Handwagen gezogen wurde, gerne zur Verfügung. Und zwar als Vorsitzender der neuen paranoiden, schizophrenen und psychotischen „Dö Narrischen“-Partei. Hilfe nahte aber gleich auf dem nächsten Wagen des THW, der gestern mit Teufeln, Hexen und Werwölfen bemannt war.

Grüne, schier apokalyptische Rauschschwaden wehten vom schwarz-gelb-grünen Wagen der Jamaika-Koalition: vorne auf der Kühlerhaube räkelte sich eine ziemlich enthemmte Angela Merkel, die immer wieder zu einem überdimensionalen Riesenjoint griff. Frei nach Andrea Nahles’ Motto „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ beschallten die Miesbacher Haberer den Ort von ihrer „Villa Kunterbunt“ aus mit den bissigsten Liedern: „So geil ist nur die CSU, Baby“ kommentierten die Stimmen aus dem Lautsprecher zur Ballermannhit-Melodie „Oh Baby“, während die Aufschrift monierte: „Unser scheene Hoamat wird verkafft.“ Was die bösen Brüder aber büßen müssten, indem man ihnen das „Saggä“ wegschießen würde.

Auch die Lokalpolitik kam nicht zu kurz: Der bevorstehende Umzug des Haushamer Rathauses in das ehemalige, gläserne Sparkassengebäude war Thema, inklusive der Schlepperei, die den Gemeindemitarbeitern bevorsteht und des dann „mobilen Trauungsservices“. Agatharied indes präsentierte sich als „Himmel der Bayern“, wo sich lauter Engerl unter dem Konterfei vom einzig wahren Landesvater Franz Josef Strauß und neben der Holnburger-Metzgertüte am Tegernseer Bier erlaben können. Für jede Bierflasche gab es übrigens einen eigens gebauten Bierhalter. Für alle Nicht-Agatharieder nahte gleich darauf Rettung auf dem „Bierwatch“-Wagen, von dem lauter vollbusige, langhaarige und -bärtige Pamela-Anderson-Blondinen in roten T-Shirts und mit Rettungsringen winkten.

Die Mitglieder der Crachia Hausham hüpften als „Angry Birds“ zwischen den Wagen umher und die behörnten, mit Fellen behangenen Miesbacher Feuerwehrler ließen von ihrem hölzernen Wikingerschiff mit Meer unter dem Bug ohrenbetäubend Sirenen heulen. Der Crachia-Elferrat hüpfte und sang zu den Hits der 1980er-Jahren, während die pinken Troll-Damen und Mini-Trolle lauthals „Die immer lacht“ sangen.

Wild ging’s auf dem Wagen zu, der eine Baustelle im Lebensraum Wald zeigte: Er und vor allem die schütteren Ex-Weihnachtsbäume schwankten gefährlich, als die Besatzung aus Bären, Elchen, Wildschweinen und Bauarbeitern so richtig in Fahrt kam. Eine große Gruppe von Gespenstern bereitete schließlich den Weg zur Faschings-(Hoch)Burg der Crachia, auf dem das Prinzenpaar mit Rittern und Burgfräulein mit Trinkhörnern anstieß und Game-of-Thrones-mäßig feierte.

Je näher der Gaudiwurm dem Ortskern kam, desto ausgelassener feierten die Faschingsnarrischen: Es wummerten klassische Faschingsschlager und Hüttenparty-Songs aus den Lautsprechern. Sekt in Plastikbechern wurde verteilt. Konfetti und „Guatl“ regneten auf die am Straßenrand stehenden, schunkelnden, singenden und tanzenden Zuschauer herab. Dort tummelten sich Hexen, Piraten, Aliens, Indianer, Prinzessinnen und Ballerinas ebenso wie Katzen, Eisbären, Spidermen, Bienen, Oktopusse und Frösche. Sie alle hatten ein tierisches Vergnügen.

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