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Gähnende Leere herrscht im ehemaligen Brauhaus Auer in Hausham. Der Bauausschuss hat einer Spielhölle in den Räumen eine Absage erteilt.

Leerstand im Traditionsgasthaus hält an

Brauhaus Auer: Rote Karte für die Zockerhölle

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Hausham - Leerstand oder Spielhölle? Diese Frage hatten nun die Haushamer Bauausschussmitglieder in Bezug auf das ehemalige Brauhaus Auer in der Ortsmitte zu klären.

Es gibt wahrlich Schöneres für eine Gemeinde als ein leer stehendes Gasthaus mitten im Ort. So machte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) im Bauausschuss keinen Hehl daraus, dass er mit der Situation des ehemaligen Brauhauses Auer an der Schlierseer Straße alles andere als glücklich ist. „Es wurde mehrfach umgebaut, aber jetzt haben wir seit Längerem nichts mehr gehört“, sagte er.

Wie berichtet, hatte der ehemalige Eigentümer Peter Auer 2012 Insolvenz angemeldet. Bei der Zwangsversteigerung des Traditionsgasthauses samt Biergarten und Brauerei erhielt ein Bruckmühler Unternehmer den Zuschlag. Doch auch er und seine Pächter schafften es nicht, das Ruder herumzureißen. Seit dem Sommer 2013 hat das Brauhaus geschlossen.

Nun hatte sich ein neuer Interessent im Rathaus gemeldet. Allerdings kein Gastronom, sondern ein Betreiber von Spielcentern. Dieser hatte eine Voranfrage für die entsprechende Nutzungsänderung der Gaststätte eingereicht. Acht Spielautomaten wolle er im bisherigen Gastraum aufstellen, berichtete Bauamtsleiterin Petra Sperl. Hinzu kämen ein Raum für Billard und Dart sowie ein Musiklokal im Saal.

Noch bevor das Thema auf den Ratstisch kam, hatten sich Sperl und ihre Mitarbeiter das Viertel genauer angeschaut. „Eine Spielstätte ist nämlich nur dann zulässig, wenn in den umliegenden Gebäuden die gewerbliche Nutzung überwiegt“, erklärte sie. Das Ergebnis des Spaziergangs fiel klar aus: Im Erdgeschoss sei zwar mit einer Versicherung, einer Metzgerei, einer Fahrschule und weiteren Geschäften meist Gewerbe untergebracht, in den bis zu drei Stockwerken darüber dominiere aber klar die Wohnnutzung. „Ein Spielcenter kann damit nur noch ausnahmsweise zugelassen werden“, erklärte Sperl.

Diesen Joker wollte im Bauausschuss aber ohnehin keiner ziehen. „Wir haben uns bis jetzt immer erfolgreich gegen sowas gewehrt, und das sollten wir uns auch beibehalten“, sagte Hubert Lacrouts (CSU). Er wolle nicht, dass die Jugendlichen Zeit und Geld in einer Spielhölle verzocken. Thomas Handke (FW) sah noch ein anderes Problem. „Wir haben in Hausham ja nicht mal mehr eine vernünftige Tagesgaststätte“, sagte er. Lacrouts stimmte ihm zu. „Ich weiß auch nicht, was da bei uns immer verkehrt läuft“, sagte er kopfschüttelnd.

Auch der Bürgermeister hielt nichts von der Idee eines Spielcenters im ehemaligen Auerbräu. Man sollte zwar nichts verteufeln, aber es gelte, ein mögliches Spannungsfeld zwischen Betreibern und Anwohnern von vorneherein zu vermeiden. So zeigten die Bauausschussmitglieder dem Spielcenter am Ende einstimmig die Rote Karte – auch wenn der unschöne Leerstand im Auerbräu damit weiter anhält.

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