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Auch im Landkreis ein Thema: Drogensucht.

„Explosionsartiger Anstieg“

Caritas Suchtambulanz: Steigende Fallzahlen für Hausham verunsichern Gemeinderäte

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80 Haushamer Klienten hat die Caritas in ihrer Fachambulanz Suchtprävention 2018 betreut. Ein Plus von zwölf Personen im Vergleich zu 2017. Das bereitet manchem Sorgen.

Hausham– 80 Haushamer Klienten hat die Caritas in ihrer Fachambulanz Suchtprävention 2018 betreut. Ein Plus von zwölf Personen im Vergleich zu 2017, wodurch die Gemeinde landkreisweit auf Platz zwei ganz knapp hinter Holzkirchen (81) liegt. Von einem „erschreckenden Anstieg“ sprach Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Gemeinderat. Die Ursache sei unklar. „Aber es ist gut, dass die Betroffenen überhaupt zur Beratung gehen.“

Dass die Zahlen überhaupt im Gemeinderat auf den Tisch kamen, lag an einem Zuschussantrag der Caritas. Im Jahr 2015 habe der Hauptverwaltungsausschuss beschlossen, die Fachambulanz drei Jahre lang mit 50 Cent pro Einwohner zu unterstützen, erinnerte Zangenfeind. Somit seien jährlich 4200 Euro an die Caritas geflossen. Für die kommenden drei Jahre schlage die Verwaltung erneut eine Bezuschussung nach diesem Modell vor. „Das gibt Planungssicherheit“, erklärte Zangenfeind. Gemessen an der Einwohnerzahl von 8466 würde sich eine jährliche Summe von 4233 Euro ergeben.

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Gegen den Zuschuss war im Gemeinderat niemand, der Beschluss fiel einstimmig. Die Klientenzahl bewirkte aber Sorgenfalten. „Es muss doch einen Grund haben, warum es gerade in Hausham so explosionsartig nach oben gegangen ist“, sagte Hubert Lacrouts (CSU). Dass Hausham die drittgrößte Gemeinde im Landkreis sei, könne nicht die alleinige Ursache sein. „Wir dürfen das nicht einfach hinnehmen, sondern müssen mit der Caritas reden“, sagte Lacrouts.

Zangenfeind schlug vor, Vertreter der Fachambulanz im Frühjahr 2020 in den Gemeinderat einzuladen. Darüber hinaus werde er sich mit seinen Bürgermeisterkollegen weiterhin für eine stärkere Präventionsarbeit der Polizei einsetzen. Gerade bei den für die Suchtambulanz relevanten Drogendelikten spreche eine unauffällige Polizeistatistik nicht unbedingt für eine geringe Verbreitung von Rauschmitteln in der Bevölkerung. „Wo wenig kontrolliert wird, wird auch wenig entdeckt“, sagte Zangenfeind. In einem erneuten Schreiben an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann werde man sich nochmals für eine personelle Aufstockung der Polizeiinspektion Miesbach stark machen.

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Aber auch aus der Caritas-Statistik dürfe man keine falschen Schlüsse ziehen, warnte Thomas Danzer (SPD). Die steigenden Fallzahlen könnten auch darauf hindeuten, dass mehr Betroffene die Beratung in Anspruch nehmen würden. „Es ist doch positiv, wenn sie sich helfen lassen“, sagte Danzer. Überhaupt habe er den Eindruck, dass gerade Jugendliche heute durchaus verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen würden. „Wir sollten nicht alles schwarzmalen.“ Stimmt, meinte Zangenfeind. „Aber jeder Fall ist einer zu viel.“

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