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Container für Flüchtlinge in Hausham: Kostenzusage von Regierung steht weiter aus

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Von: Sebastian Grauvogl

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Als Standort im Gespräch: der Parkplatz des früheren Nettomarkt an der Nagelbachstraße.
Als Standort im Gespräch: der Parkplatz des früheren Nettomarkt an der Nagelbachstraße. © Stefan Schweihofer

Es gibt einen Standort, aber nach wie vor keine Kostenzusage der Regierung: Hausham wartet weiter auf die Container-Unterkunft für Flüchtlinge. Derweil werden neue Helfer gebraucht.

Hausham – Freiwillig früh reagieren, um später nicht zu Notlösungen gezwungen zu sein: Das sei von Anfang an die Strategie der Gemeinde Hausham beim Thema Asyl gewesen, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Gemeinderat. Nicht zuletzt dank vieler engagierter und ehrenamtlicher Helfer sei es 2015 gelungen, eine Erstaufnahmeeinrichtung in der früheren Rotaform-Halle zu verhindern und die Flüchtlinge stattdessen dezentral in Wohnungen unterzubringen. Und auch jetzt in der Ukraine-Krise sei es wieder das Ziel der Gemeinde, dass nicht zu viele Menschen auf engem Raum leben müssen.

Bereits vor einigen Monaten habe man deshalb einen Kontakt zwischen dem Landratsamt und den Eigentümern des früheren Nettomarkts an der Ecke Tegernseer Straße/Nagelbachstraße hergestellt, um hier die Aufstellung von Wohncontainern auf dem Parkplatz prüfen zu lassen, schildert Zangenfeind auf Nachfrage. 50 bis 80 Personen könnten hier Zuflucht finden. Und das mit viel mehr Wohnqualität und Privatsphäre als in der nahe gelegenen Dreifachturnhalle an der Zentralen Sportanlage, die sonst eventuell als Notlösung hätte herhalten müssen.

Nach wie vor keine Kostenzusage für Container

Die Frage, wann die Container denn endlich kommen, konnte weder Zangenfeind, noch der ebenfalls in der Sitzung anwesende Integrationsbeauftragte des Landkreises, Max Niedermeier, beantworten. Auch das Landratsamt teilt auf Anfrage mit, dass (Stand Freitagnachmittag) nach wie vor keine Zusage für die Kostenübernahme durch die Regierung von Oberbayern vorliege. „Wir waren schnell, und jetzt liegt es auf Halde“, ärgerte sich Zangenfeind. Damit gebe es auch nach wie vor keine Perspektive für die Vereinssportler und Schulkinder in Miesbach, wann sie wieder in die derzeit belegten Turnhallen von Gymnasium und Berufsschule zurückkönnen, so Niedermeier. „Die Ehrenamtlichen kriegen den Unmut ab, können aber nichts daran ändern“, klagte Niedermeier.

Den positiveren Part bei diesem Thema hatte derweil die Ehrenamtskoordinatorin der Caritas, Lisa Richters. Und eigentlich war ihr Anliegen auch der Punkt, der auf der Tagesordnung stand: die Akquise neuer Flüchtlingshelfer in Hausham. Derzeit gebe es zwei Helferkreise in der Gemeinde, berichtete Richters. Einer kümmere sich um die aktuell 40 Geflüchteten aus der Ukraine. Mit Muttersprachlerin Irina Titov an der Spitze seien hier auch alle bestens betreut. Weitere Unterstützung hingegen brauche der Helferkreis, der für die 65 Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern zuständig sei.

Neue Ehrenamtliche für Asyl-Helferkreis gesucht

Trotz der neuen Situation durch die Ukraine-Krise sei der Personalschlüssel für hauptamtliche Kräfte – etwa von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und dem Verein Hilfe von Mensch zu Mensch – unverändert geblieben. Parallel fehle es auch bei den Ehrenamtlichen an Kapazitäten. So hätten die meisten Helfer aus der Anfangszeit quasi feste Patenschaften übernommen. Dies reiche aber nicht mehr aus, um die alle Aufgaben in der Integrationsarbeit zu bewältigen. Was es brauche, seien neue Ehrenamtliche, die dabei auch ihre eigenen Neigungen und Erfahrungen einbringen könnten. „Niemand muss etwas tun, was ihm nicht liegt“, betonte Richters. Angst, unfreiwillig in einen Vollzeitjob zu rutschen, brauche auch keiner haben“, schob Zangenfeind nach. Damit kein Neuling ins kalte Wasser geworfen werde, biete man obendrein Grundlagenschulungen für die interkulturelle Tätigkeit an, so Richters.

Die Ehrenamtskoordinatorin bat in dem Zusammenhang die Gemeinderäte, sich in ihren Netzwerken umzuhören. Um gezielt Interessenten anzusprechen, hat Richters zudem eine Informationsveranstaltung angesetzt. Diese findet statt am Dienstag, 6. Dezember, um 18 Uhr im Bürgersaal an der Geißstraße.

Der Rathauschef nutzte derweil die Gelegenheit, sich bei Richters – stellvertretend für alle in der Flüchtlingshilfe Engagierten – zu bedanken. Sie trage dazu bei, den bisweilen schwierigen Austausch zwischen an pragmatischen Lösungen interessierten Betroffenen und formalen Zwängen unterworfenen Behördenvertretern zu erleichtern.

sg

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