Hat seit Ausbruch der Pandemie eine geringere Bettenzahl: das Kreiskrankenhaus Agatharied.
+
Hat seit Ausbruch der Pandemie eine geringere Bettenzahl: das Kreiskrankenhaus Agatharied.

Situation bleibt dynamisch

Corona-Ampel: Krankenhaus Agatharied äußert sich zu aktueller Auslastung

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
    schließen

Nicht mehr die Inzidenz im Landkreis, sondern die bayernweite Krankenhaus-Ampel entscheidet seit Neuestem über die Corona-Maßnahmen. So ist die Situation im Klinikum Agatharied.

Landkreis – Grün, gelb, rot: Diese drei Farben genügen, um den Verkehr auf den Straßen sicher zu gestalten. Neuerdings sollen sie dies auch mit dem Verlauf der Pandemie tun. Denn seit die Staatsregierung die neue Corona-Ampel eingeführt hat, ist nicht mehr die 7-Tage-Inzidenz eines Landkreises für die lokalen Infektionsschutzmaßnahmen entscheidend, sondern die bayernweite Situation in den Krankenhäusern. Die wiederum erklärt sich aus den Neuaufnahmen der vergangenen sieben Tage und der Intensivbettenbelegung.

Die Zahlen aus dem Landkreis Miesbach steuert das Krankenhaus Agatharied bei. Wie schon seit Beginn der Pandemie gibt die Klinik eine tägliche Meldung an das DIVI-Intensivregister sowie das für die Zuweisung von Notfallpatienten entscheidende
IVENA-System ab. „Eine interne Corona-Ampel nur für unser Krankenhaus gibt es nicht“, teilt die Unternehmenskommunikation des Krankenhauses auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Man reagiere vielmehr auf die tagesaktuelle Gesamtsituation im Haus.

Auch interessant: Gemeinderat Hausham diskutiert Erweiterungspläne des Krankenhauses Agatharied

Höhere Inzidenz bedeutet mehr Hospitalisierungen

Demnach lasse sich auch nicht pauschal beantworten, wie viele Neuaufnahmen oder Zugänge von Covid 19-Fällen auf der Intensivstation noch verkraftbar sind. Schließlich hätten auch alle anderen Patienten einen Anteil an der Gesamtauslastung. Ob Unfälle oder geplante Operationen, die pandemiebedingt aufgeschoben wurden. Obendrein sei die Auslastung des Krankenhauses auch von den Entwicklungen in den umliegenden Kliniken abhängig und könne daher nicht singulär betrachtet werden. Es sei aber schon Fakt, dass eine steigende Inzidenz im Landkreis auch zu mehr Covid 19-Hospitalisierungen in Agatharied führen. „Mit steigenden Fallzahlen haben wir steigende Patientenzahlen“, betont Julia Jäckel, Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation der Klinik, nach Rücksprache mit dem Pandemiebeauftragten und Chefarzt des Agatharieder Notfallzentrums, Dr. Steffen Herdtle.

Lesen Sie auch: Krankenhaus Agatharied bestätigt „Pandemie der Ungeimpften“

Generell habe sich durch Corona die Bettenkapazität des Krankenhauses deutlich reduziert. Grund hierfür seien die notwendigen Schleusenbereiche zur Trennung von Covid 19-Patienten, Verdachtsfällen und allen anderen Patienten. Erschwerend hinzu kämen die zahlreichen aufgeschobenen OPs sowie die zahlreichen Unfälle in den vergangenen Wochen. Deshalb habe man die Corona-Station zuletzt sukzessive verkleinert. Sollten nun aber wieder mehr Covid 19-Fälle ins Krankenhaus kommen, müsse man wieder über eine Umschichtung der Kapazitäten nachdenken.

Intensivmedizinisch wegen einer Corona-Infektion behandelt werden laut Jäckel weiterhin ausschließlich ungeimpfte Patienten. Auf der Normalstation würden zwar vereinzelt auch Personen mit vollständiger Impfung versorgt, bei ihnen kämen aber meist weitere Faktoren wie Vorerkrankungen, fortgeschrittenes Alter oder eine bereits weit zurückliegende Zweitimpfung hinzu.

Blick ins DIVI-Intensivregister

Zumindest einen etwas detaillierteren Vergleich zum Thema Krankenhausauslastung liefert ein Blick auf das DIVI-Intensivregister. Hier werden für Agatharied derzeit (Stand gestern) 26 Intensivbetten ausgewiesen, 23 davon sind belegt. Allerdings sind nur zwei Covid 19-Patienten (beide invasiv beatmet) darunter, ein Anteil von 7,69 Prozent. Der Anteil an freien Intensivbetten wird für das Kreiskrankenhaus mit 11,54 Prozent angegeben. Damit erscheint der Landkreis Miesbach auf der DIVI-Karte in der zweithöchsten der fünf Belastungsstufen mit der Farbe hellrot (10 bis 15 Prozent freie Intensivbetten). Zum Vergleich: Im Nachbarlandkreis Rosenheim liegt dieser Wert bei 12,12 Prozent, in Bad Tölz-Wolfratshausen bei 8,33 Prozent (Stufe dunkelrot).

Abschließend sei aber nochmals gesagt: Entscheidend für eine Verschärfung von Maßnahmen ist derzeit die bayernweite Krankenhaus-Ampel, und die steht aktuell auf Grün.

sg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare