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Vorzeitige Schließung von Impfzentrum kein Einzelfall

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Von: Stephen Hank, Christian Masengarb

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Kein Termin? Im Kreis Miesbach normal. Das Impfzentrum in Hausham setzt weiterhin auf „niederschwellige Angebote“. Wegen der Kälte und der oft langen Wartezeiten gefällt das nicht allen.
Söder informiert: Ein Mann sagt, er sei am Impfzentrum Hausham während der Öffnungszeit weggeschickt worden. Kann nicht sein, entgegnet das Landratsamt. Der Mann hat Ministerpräsident Markus Söder angeschrieben. © Thomas Plettenberg

Weil er abends noch während der Öffnungszeiten des Impfzentrums in Hausham weggeschickt wurde, beschwerte sich ein Bürger sogar bei Ministerpräsident Söder. Das Landratsamt dementierte die Schilderung, doch eine andere Bürgerin untermauerte nun die Kritik.

Update: Holzkirchnerin schildert ähnliches Erlebnis

Eine Holzkirchnerin hat die Schilderung eines Lesers untermauert, wonach am Impfzentrum in Hausham zuletzt Personen schon vor der offiziellen Schließung um 20 Uhr abgewiesen wurden. Der Mann hatte sich in seiner Empörung sogar an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. Er war am Mittwoch abgewiesen worden.

Sie sei am vergangenen Dienstag von 19.20 bis 19.40 Uhr in der Schlange vor dem Impfzentrum gestanden, schreibt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte, in einer Mail an die Redaktion. Ein Mann, der in der Schlange weiter vorne stand, sei plötzlich vom Eingang zurückgekommen und habe berichtet, dass das Personal ohne Erklärung ein Schild in die Tür gehängt habe, dass nun geschlossen sei. Sie habe noch einen Moment ausgeharrt, so die Frau, doch dann seien nach und nach auch die anderen Wartenden gegangen. „Ich selber war nicht verärgert, fand es nur unhöflich, dass es keine Erklärung für uns gab, warum schon um 19.40 Uhr alles zugemacht wird“, schreibt die Holzkirchnerin.

Gegenüber unserer Zeitung hatte das Landratsamt am Donnerstag vehement dementiert, dass das Impfzentrum frühzeitig schließt. Jeder, der sich nachweislich während der offiziellen Öffnungszeiten – in diesem Fall bis 20 Uhr – anstellt, werde bedient. An Heiligabend um 10 Uhr versuchte die Holzkirchnerin übrigens erneut ihr Glück – und hatte diesmal Positives zu berichten: „Es war keine Schlange, und das Team vor Ort war sehr freundlich und nett.“

Ursprünglicher Text:

Landkreis – Wie stark das Thema Impfen gegen Corona die Menschen im Landkreis bewegt, zeigt eine E-Mail, die ein Leser gestern unserer Zeitung und zugleich Ministerpräsident Markus Söder geschickt hat: Er habe sich am Mittwoch gegen 19.30 Uhr in die Schlange vor dem Haushamer Impfzentrum gestellt, berichtet er. Kurz darauf sei er mit zehn weiteren Wartenden von einem Mitarbeiter weggeschickt worden, weil dieser rechtzeitig Feierabend hätte machen wollen. Und das, obwohl das Impfzentrum offiziell bis 20 Uhr geöffnet hat.

Corona: An Impfzentrum abgewiesen ‒ Mann schreibt Brief an Söder

„Wie kann das sein?“, schreibt der Leser. „Wir stehen vor der größten Herausforderung des Landes in der Pandemie, und am Impfzentrum werden impfwillige Bürger abgewiesen.“ Impfzentren sollten bis zum Umfallen impfen, gerade abends, weil viele Arbeitende nicht früher vorbeikommen können.

Eine Sprecherin des Landratsamts bezeichnet die Aussage des Mannes auf Anfrage unserer Zeitung als „Schlag in die Magengrube für alle Mitarbeiter des Impfteams“. Sie entspreche nicht der Realität; die Mitarbeiter impften in Wahrheit – wie vom Leser gefordert – „bis zur Erschöpfung“. Am Mittwoch sei der letzte Geimpfte nach 21 Uhr aus dem Zentrum gegangen. Das Team habe anschließend bis 22.30 Uhr aufgeräumt. Wer sich während der Öffnungszeiten anstellt, bekomme immer eine Impfung. Landrat Olaf von Löwis (CSU), der gestern im Impfzentrum vorbeischaute, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz zu danken, sei „absolut schockiert“ von der Darstellung des Lesers.

Corona: Brief an Söder geschickt ‒ Landrat „schockiert“ wegen Impfzentrum-Erlebnis

Das Impfzentrum weise Wartende nur ab, wenn sich diese nachweislich nach 20 Uhr in die Warteschlange stellen, sagt die Sprecherin weiter: „Weil auch irgendwann mal Schluss sein muss.“ Das sei am Mittwoch bei vier Leuten passiert. Diese hätten aber ohne Diskussion den Vorplatz verlassen.

Wie es zu den gegensätzlichen Darstellungen des Lesers und des Landratsamts kommen konnte, ließ sich gestern nicht klären. Der Mann schließt auch aus, sich in der Zeit geirrt zu haben. Er wollte nun am Donnerstagabend erneut versuchen, eine Impfung zu ergattern.

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