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Die Kraft der Natur: Pfarrer Michael Mannhardt (r.) weihte am Sonntag den neuen Kräutergarten neben der Kirche St. Anton ein.

Kirchengemeinde weiht Anbaufläche ein

Darum gibt es jetzt einen Kräutergarten neben St. Anton

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Die Kirchengemeinde Hausham hat eine alte Tradition neu entdeckt: den Kirchenkräutergarten. Am Sonntag hat Pfarrer Michael Mannhardt die kleine Anbaufläche eingeweiht.

Hausham – Für das Gemeinschaftswerk, in das sich verschiedene Personen eingebracht haben, ist dieser Akt nicht der Schlusspunkt gewesen, denn die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen – der Kräutergarten neben der Kirche St. Anton soll weiter wachsen. So ist unter anderem geplant, dass noch ein Brunnen in Form eines Quellsteins angelegt wird.

Begonnen wurde das Projekt vor einem Jahr. Vorgespräche, Planungen sowie Anfragen zur Unterstützung durch den Haushamer Bauhof gingen dem Ganzen voraus. Einige Schüler der Montessori-Schule bringen sich ebenso fleißig ein wie einige Bürger, die mit Fachkenntnis und Geräten das Anlegen des Gartens unterstützten. Dazu gehört auch das Sitzensemble, das aus zwei Stammstücken gefertigt worden war.

Für Pfarrer Mannhardt spielt der meditative Aspekt der Gartenanlage eine große Rolle. „Mehr denn je entdeckt der gestresste und ausgelaugte Mensch wieder Gottes heilsame Schöpfung als Medizin für Leib und Seele“, stellt er fest. Die künstlich geschaffene Welt sei an ihre Grenzen gekommen. „Sie vermag den Menschen mit seinen tieferen Bedürfnissen oft nicht mehr zu erreichen.“ So sei es nicht verwunderlich, dass sich Kloster- oder Kirchenkräutergärten zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Für die Weitergabe alten Heilwissens hatten die Klöster große Bedeutung. Von der heiligen Hildegard von Bingen (1098-1179) ist bekannt, dass sie die damaligen Erkenntnisse über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und deutsche Pflanzennamen nutzte. Sie verhalf beispielsweise dem Lavendel zu seinem Stellenwert in der Volksmedizin.

An diese alte Tradition knüpft der neue Haushamer Kirchenkräutergarten an, der frei zugänglich ist. Der Kräutergarten wurde in zwei Bereiche unterteilt: für die Küche und das Wohlbefinden, wobei viele Kräuter in beiden Teilen zu Hause sind. Hinweistafeln helfen, sie zu entdecken und kennenzulernen. Und ein Insektenschlössl im XXL-Format soll Kleinlebewesen Obdach gewähren.

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