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Wichtiger Schritt, aber nicht das Ende: Teil C der Deponie am Brenten (rechts) soll bis Ende nächsten Jahres endgültig abgedeckt sein. Bis 2035 muss er mindestens betreut werden, wahrscheinlich deutlich länger.

Das Ende ist völlig offen

Deponie Hausham erhält letzte Deckschicht - So geht es danach weiter

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Die Deponie Hausham am Brenten bekommt für neun Millionen Euro die letzte Abdeckschicht. Ein Ende der Maßnahmen ist aber noch lange nicht in Sicht.

Hausham – Rund 500 000 Tonnen Hausmüll liegen in der ehemaligen Deponie „Am Brenten“ in Hausham. Ließe man sie in Ruhe, würden bald Stinkschwaden in Richtung der benachbarten Häuser ziehen und mit Schadstoffen belastetes Wasser im Boden versickern. „Einfach den Schlüssel umdrehen und das Gelände sich selbst überlassen, das funktioniert nicht“, hatte der damalige Vorsitzende des kommunalen Abfallunternehmens Vivo, Walter Hartwig, schon 2011 gesagt.

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Deponie Hausham: So wird die Schutzschicht aufgetragen

Damit es dazu nicht kommt, kümmert sich die Vivo seit dem Ende der Deponie im Jahr 2005 um ihre Nachversorgung. Dabei geht sie jetzt einen wichtigen Schritt: Der etwa neun Hektar große Teilbereich C erhält seine endgültige Abdeckschicht. Auf diesem wird die vorhandene 40 Zentimeter starke Bodenschicht abgetragen und seitlich gelagert. Anschließend wird eine 2,5 Millimeter dicke Kunststoffdichtungsbahn aufgeschweißt, das Kernelement des gesamten Abdichtungssystems. Sie verhindert, dass Oberflächenwasser in die Deponie eindringt und die Gasprozesse am Laufen hält. Auf die Kunststoffbahn wiederum kommt eine Drainagematte, die versickertes Oberflächenwasser ableitet. Auf dieser wird die seitlich zwischengelagerte Bodenschicht wieder aufgetragen und weiteres Material eingebaut, bis eine insgesamt einen Meter starke Schicht entsteht. Zum Schluss wird die Fläche begrünt. Die letzten 60 Prozent der Deponie werden dann abgedichtet sein. Nächste Jahr soll es soweit sein.

Neun Millionen Euro wird der Umbau kosten. Die Vivo will sie vollständig aus Rückstellungen bezahlen, die das Unternehmen für diesen Fall angelegt hat. 19 Millionen Euro habe sie derzeit eingestellt, berichtet Vorstand Thomas Frey, und dadurch genügend Geld für zukünftige Maßnahmen. Außerdem werde der Betrag jährlich an die zu erwartenden Kosten angepasst. Auch die bisherigen Abdeckungen und Sanierungen wurden größtenteils aus Rücklagen bezahlt. Die erste Phase der Rekultivierung bis 2006 hatte 2,5 Millionen Euro gekostet, eine Sanierung im April 2011 noch einmal sechs Millionen.

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Deponie Hausham am Brenten: Darum muss die Schutzschicht sein

Der langwierige Prozess ist nötig, weil sich nach der Schließung der Deponie im Mai 2005 Müll und Untergrund erst setzen mussten. Deswegen war nur eine vorübergehende Deckschicht aufgebaut worden. Nun, nachdem der erste Schritt abgeschlossen ist, kann die endgültige Abdeckung folgen.

Trotz des Aufwands: Auch nach dem Bau der Abdeckung kann das Gelände nicht für andere Zwecke genutzt werden. Dafür wäre die Entlassung aus der Nachsorgephase nötig – also die behördliche Feststellung, dass von der Deponie keine Beeinträchtigung für das Allgemeinwohl mehr ausgeht. Dazu müsse der Müll vollständig zur Ruhe gekommen sein, also keinerlei Sickerwasser und Gase mehr produzieren, erklärt Frey.

Ob und wann das die Behörde bescheinigen wird, sei völlig offen, sagt Frey. Klar sei nur: Vor 2035 wird es nicht so weit sein. So lange läuft der gesetzliche Mindestzeitraum. Frey kann sich allerdings nicht vorstellen, dass die Behörden bereits 2035 die Genehmigung erteilen. Er geht davon aus, dass es „deutlich länger“ dauern wird, bis auf der ehemaligen Deponie etwas neues entstehen kann.

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