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Das liebste Revier von Johann Glanz und seinem Hund Maxi ist die Huberspitz. Um auch Kinder für den Serpentinenweg zu begeistern, will der Jäger hier einen Waldlehrpfad anlegen.

Acht spannende Stationen

Dieser Jäger plant einen Waldlehrpfad an der Huberspitz

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Als Kind war Johann Glanz quasi im Wald an der Huberspitz in Hausham zuhause. Um diese Begeisterung für die Natur an die heutige Jugend weiterzugeben, plant der 58-jährige Jäger hier einen Waldlehrpfad. 

Hausham – Schon als kleiner Bub war Manfred Glanz gerne an der Huberspitz unterwegs. „Das war unser Revier beim Spielen“, sagt der 58-Jährige, der an der Haushamer Glückaufstraße groß geworden ist. Später war er dort mit seinen eigenen Kindern unterwegs. Mittlerweile lebt der ausgebildete Waldpädagoge in Neukirchen bei Weyarn. Mindestens einmal pro Woche kehrt er aber an seine geliebte Huberspitz zurück. Gemeinsam mit seinem Bayerischen Gebirgsschweißhund Maxi trainiert Glanz hier für Bergläufe. „Ich habe die Huberspitz nie aus Augen und Herz verloren“, sagt er.

Jetzt will er dem charmanten Höhenzug über Hausham auch etwas zurückgeben. Mit einem Waldlehrpfad will der Jäger den Serpentinenweg vom Gewerkschaftshaus rauf zur Huberspitz und über die Huberalm wieder runter ins Tal für Familien attraktiver und abwechslungsreicher gestalten. Im Haushamer Bauausschuss stellte Glanz sein Projekt erstmals öffentlich vor.

Um die Jugend wieder mehr für den Wald zu begeistern, plant der hauptberufliche Banker einen Lehrpfad „für alle Sinne“. Ein vergleichbares Konzept hatte er im November in seiner Heimatgemeinde Weyarn für die Mangfall vorgestellt (wir berichteten). An der Huberspitz sollen sich die kleinen und großen Wanderer an verschiedenen Stationen über das Ökosystem Wald schlau machen können. Erste Gespräche mit den Grundeigentümern und Waldbesitzern seien bereits positiv verlaufen, berichtete Glanz. Auch die Jagdpächter werde er noch einbeziehen.

Als Beispiel für eine Station nannte Glanz ein Experiment zum gesunden Bodenaufbau. Indem sie Wasser aus einem nahegelegenen Bach in zwei Röhren schütten, könnten die Kinder erkennen, wie gut der Waldboden im Vergleich zum Kies den Regen speichert. Auch ein Baumquiz und ein Aussichtsrohr schweben dem Waldpädagogen für den Lehrpfad vor. „Man kann da eigentlich alle Themen spielen“, sagte er. Über QR-Codes sollen Smartphone-Nutzer zusätzliche Informationen abrufen können. Etwa, um sich mit Blick ins Tal über die geologische Geschichte des Bergbauorts zu informieren.

Die Tafeln selbst sollen aus naturbelassenem Holz gestaltet sein und möglichst schonend aufgestellt werden. „Ich will da oben nichts vollpflastern“, betonte Glanz. Auch am Weg selbst wolle er nichts verändern – und auch nicht „massenhaft Leute raufziehen“. Vielmehr gehe es ihm um einen schrittweisen Aufbau des Projekts.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) zeigte sich begeistert von Glanz’ Idee. „Das ist ein schlankes Konzept ohne große Baumaßnahmen“, sagte er. Gerhard Klante (FWG) schlug vor, bei der Gestaltung der Tafeln die örtlichen Schulen mit ins Boot zu holen. Glanz nahm den Ball sofort auf und regte – analog zur Verkehrsschild-Aktion an der Mittelschule (wir berichteten) – einen Malwettbewerb für den Übersichtsplan des Waldlehrpfads am Eisplatz an.

Nach den Kosten für Erstausstattung und Erhalt erkundigte sich Michael Ertl (SPD). „Es ist ja nicht erstrebenswert, wenn die Stationen bald wieder kaputt sind“, sagte er. Glanz stellte seine Unterstützung in Aussicht. „Ich werde da noch ewig raufgehen“, meinte er schmunzelnd. Bei seinen Waldläufen werde er selbstverständlich ein Auge auf die Tafeln haben. Sollte er Schäden feststellen, werde er in Absprache mit der Gemeinde umgehend die Reparatur veranlassen. Geht es nach dem Bürgermeister, dürfte er hier auf offene Rathaustüren stoßen. „Der Weg da rauf ist öffentlich gewidmet“, betonte Zangenfeind.

Noch zu klären ist die Frage über die Anschaffung der jeweils zwischen 1500 und 2000 Euro teuren Tafeln. Glanz empfahl dabei eine Partnerschaft mit Sponsoren. So könnten sich Firmen mit Patenschaften am Waldlehrpfad verewigen. Als Startpaket würde Glanz gerne acht Stationen bei einer Landshuter Firma bestellen. Sobald er 20 000 Euro beisammen habe, werde er den Auftrag vergeben, kündigte er an.

Zangenfeind versprach, das Projekt nach Kräften zu unterstützen. „Vielleicht kann ja auch unser Bauhof ein paar Tafeln bauen“, sagte er. Als Arbeitsauftrag gab er Glanz mit auf den Weg, konkrete Vorschläge für die einzelnen Tafeln zu erarbeiten. „Dann wird das ein schönes, friedliches Projekt.“

Interessierte Firmen

können sich bei Johann Glanz unter hans-glanz@t-online.de über die Möglichkeiten eines Sponsorings informieren.

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