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Selbstgemachtes Eis und frische Früchte stehen bei den Teilnehmern des Kochkurses der Lebenshilfe Miesbach unter der Leitung von Tanja Schreier (l.) auf dem Speiseplan.

Angebot für Menschen mit Behinderung

Eigener Haushalt trotz Handicap: Lebenshilfe zeigt bei Kochkurs, wie das geht

Sie wollen trotz ihres Handicaps ein selbstständiges Leben führen: Bei einem Kochkurs der Lebenshilfe Miesbach lernen Menschen mit Behinderung mehr über Ernährung und Haushalt.

Hausham Liebevoll in Blumenform zubereitete Obstspieße stehen auf dem Tisch. Um ihn herum sitzen fünf Hobbyköche mit passender Kopfbedeckung. Tanja Schreier, Leiterin des Kochkurses aus Rosenheim, erklärt gerade die Wichtigkeit der Hygiene in der Küche, bevor es später an die Zubereitung der Speisen geht. Im Kochkurs, des Ferienprogramms der offenen Arbeit für Menschen mit Behinderung in den Räumen der Lebenshilfe in Hausham, dürfen sich die Teilnehmer kulinarisch ausprobieren.

Schreier ist selbst Mutter eines schwer körperbehinderten Sohnes, der mittlerweile soweit eigenständig ist, dass er einen eigenen Haushalt führen kann. Dieses selbstbestimmte und eigenverantwortliche Leben möchte sie auch an andere Menschen mit Behinderung weitergeben. Dazu soll auch der Kochkurs beitragen. Denn Schreiers Motto lautet, das Erlebnis des selbstbestimmten Kochens macht Freude, befriedigt und stillt Bedürfnisse. Gleichzeitig findet das Projekt im Rahmen ihrer Meisterprüfung zur Hauswirtschafterin statt. Die Kochkurse finden in drei Blockveranstaltungen mit jeweils unterschiedlichen Gruppen statt. An zwei aufeinanderfolgenden Tage lernen bis zu sechs Teilnehmer mehr über die Zubereitung von Essen, Ernährung und das Eindecken des Tisches. Dabei sind die Gruppen altersabhängig aufgeteilt.

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Doch jetzt wird erst mal Hände gewaschen. Aber wie lange eigentlich? Schreier baut den Erwachsenen Hobbyköchen, eine Eselsbrücke. Die Hände seien erst dann so richtig sauber, wenn der Waschgang die Dauer von dem gesummten Lied „Alle meine Entchen“ hat, erklärt die Kursleiterin. Nachdem alle Hände sauber sind, bereiten die fünf Köche ein Vanilleeis zu. Sahne, Zucker, Eier und Milch dürfen die Teilnehmer der Reihe nach umrühren. Die noch flüssige Süßspeise wird dann in eine gekühlte Maschine gegeben. Diese rührt die hinzugefügte Masse eine Stunde lang um und lässt somit eine Eiscreme entstehen.

In der Zwischenzeit gibt die Rosenheimerin Ernährungstipps. Dazu fragt sie die Runde: „Was esst ihr zum Frühstück?“ , darauf Antworten die Kursteilnehmer, „Müsli“ oder „Tee“. Da ist die Rosenheimerin überrascht. Sie fragt schmunzelnd, ob das auch wirklich stimme. Als alle nicken, lobt Schreier.

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Bei dem Vorwissen geht es gleich an die Planung für den nächsten Tag. Dann steht das große Kochen, die Besteckanordnung und das Eindecken eines Tisches auf dem Programm. Zum Abschluss stellt Schreier das anstehende Menü vor, das die Teilnehmer zubereiten dürfen. Darunter Hähnchen mit viel Gemüse im Ofen gebacken, einen Salat mit erfrischendem Dressing und als Nachspeise eine Buttermilchmousse mit Himbeersoße – da steigt die Freude auf den nächsten Tag. Außerdem gibt es am Nachmittag einen Wassermelonen-Erdbeer-Bananen Cocktail.

Gegen 17 Uhr endet der Kurs und die Hobbyköche dürfen ihre Mützen absetzen. Gelernt haben sie viel – und satt sind sie auch.

Von Amelie Knaus

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