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Grundstücke für 500 statt 900 Euro pro Quadratmeter - Hausham setzt Punktesystem für Einheimische fest

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Von: Jonas Napiletzki

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Vergünstigte Grundstücke wie hier an der Huberbergstraße werden nach einem Punktesystem vergeben.
Vergünstigte Grundstücke wie hier an der Huberbergstraße werden nach einem Punktesystem vergeben. © Thomas Plettenberg

Die Abwinkl-Grundstücke werden nach einem Kriterienkatalog vergeben, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hausham beschlossen wurde. Los geht‘s am 1. August.

Hausham – Vor über einem Jahr entschieden sich Haushams Einwohner in einem Bürgerentscheid mehrheitlich für die Bebauung des Gebiets an Huberspitzweg und Huberbergstraße. Bis dato sind die Wiesen noch grün – Eigentümer ist noch die Gemeinde. Das liegt daran, dass das Rathaus die Flächen zum Preis von 500 statt den üblichen 900 Euro pro erschlossenem Quadratmeter an solche Bauwerber abgeben will, die den Kriterien eines Einheimischenmodells entsprechen. Ein solches Punktesystem gab es in Hausham bisher nicht und musste erarbeitet werden. Jetzt stehen die Kriterien fest.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) betonte bei der Vorstellung in der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Wir waren an die EU-Vorgaben gebunden.“ Niemand aus den Mitgliedsstaaten dürfe benachteiligt werden, was Grundlage bei der Erstellung gewesen sei. Die Verwaltung habe sich dahingehend rechtlich beraten lassen. Bereits mehrmals wurden Entwürfe im Gemeinderat diskutiert (wir berichteten). Der Beschlussvorschlag, den Zangenfeind dem Gremium diesmal vorlegte, wurde jedoch erneut hitzig diskutiert – letztlich aber mehrheitlich angenommen.

Abwinkl-Grundstücke: Einheimischenprogramm lässt maximal 30 Punkte zu

Insgesamt können Bewerber maximal 30 Punkte beim Einheimischenprogramm sammeln. Ein entsprechender Fragebogen wird im Rathaus in der Zeit von 1. August bis 30. September auf Nachfrage ausgeben – und muss in eben diesem Zeitraum auch wieder abgegeben werden. Auch auf der Homepage will Zangenfeind den Fragebogen zum Download zur Verfügung stellen. Die bereits 300 Haushamer, die auf einer Interessentenliste vermerkt sind, würden den Katalog zugeschickt bekommen.

Auf dem Papier müssen sie dann beispielsweise Angaben zu Kindern, Familienstatus, Besitz- und Vermögensverhältnissen sowie zur eigenen Wohnsituation machen. Dabei sind zwei Bereiche besonders stark gewichtet: Die Ortsansässigkeit des Bewerbers und seine aktive Berufstätigkeit im Gemeindegebiet. Wer mindestens fünf Jahre in der Gemeinde Hausham wohnt, erhält dafür die in dieser Kategorie maximal mögliche Anzahl von 20 Punkten. Abstufungen gibt es für vier Jahre Ansässigkeit (16 Punkte), drei Jahre (zwölf), zwei Jahre (acht) und ein Jahr (vier).

Die Berufstätigkeit im Gemeindegebiet wird ab fünf Jahren mit der Maximalzahl von zehn Punkten gewertet. Jedes Berufsjahr weniger bedeutet zwei Punkte Abzug. Wenn Bewerber in Hausham wohnen und arbeiten, werden die Punkte addiert – hier sind nach fünf Jahren also bereits die vollen 30 Punkte des Systems erreichbar. Wer früher einmal in Hausham gewohnt hat und zum Zeitpunkt des Antrags in der Gemeinde arbeitet, bekommt die höhere der beiden erreichten Punktzahlen – sie werden nicht addiert.

Ortsansässige haben es leichter als nur in Hausham Arbeitende - für einige Räte jedoch nicht leicht genug

Wer indes in Hausham wohnt, aber auswärts arbeitet, kann nur die Punkte für die Ortsansässigkeit erhalten. Willi Halletz (Grüne) fand die Gewichtung ungerecht. Er sagte: „Es kann nicht sein, dass jemand, der seit 30 Jahren in Hausham wohnt und auswärts arbeitet, weniger Punkte erhält, als jemand, der fünf Jahre hier wohnt und hier arbeitet.“ Schließlich gebe es Berufsfelder, für die es in Hausham schlicht keinen Arbeitsplatz gebe. Diese Problematik sah auch Erich Eckmair (CSU) und Michael Ertl (SPD). Georg Eham (CSU) schlug vor, die Werte für Ortsansässigkeit zu erhöhen. Dazu sagte Zangenfeind: „Dann wäre die Arbeitsstelle quasi irrelevant geworden.“ Er schlug vor, abzustimmen und im Falle einer Ablehnung neu zu diskutieren.

Das Gremium entschied sich in der Abstimmung schließlich mit vier Gegenstimmen von Halletz, Eckmair, Ertl und Eham mehrheitlich für den Katalog. Zangenfeind sagte auf Nachfrage: „Ende dieses Jahres können Bewerber mit unserer Rückmeldung rechnen.“

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