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Voll ausgelastet: Die Außenparkplätze des Krankenhauses Agatharied sind tagsüber meist voll belegt. Auf der mittleren Fläche soll deshalb bis 2020 ein Parkhaus mit Platz für 700 Autos entstehen.

„Planung weit fortgeschritten“

Ende des Stellplatz-Chaos? Klinik will Parkhaus bauen

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Das Krankenhaus Agatharied leidet seit Jahren an akuter Parkplatznot. Nun bahnt sich eine Lösung an: Die Pläne für ein Parkhaus für 700 Autos werden konkret.

Agatharied – Bürgermeister Jens Zangenfeind klingt optimistisch. „So weit wie jetzt waren wir noch nie“, sagt der Haushamer Rathaus-Chef. Tatsächlich sieht es so aus, als ob die akute Parkplatznot am Krankenhaus Agatharied in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören könnte. Laut Klinik-Geschäftsführer Michael Kelbel bis spätestens 2020 – wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse das Vorhaben behindern. „Das Krankenhaus ist weit fortgeschritten mit der Planung, ein Parkhaus auf dem Gelände errichten zu lassen“, teilt Kelbel auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das Vorhaben befinde sich derzeit im „finalen Entscheidungsprozess“, der noch heuer abgeschlossen werden soll.

An der Gemeinde soll es nicht scheitern, sagt Zangenfeind. Im Bebauungsplan sei das Parkhaus bereits enthalten. „Da ist alles in trockenen Tüchern“, erklärt der Bürgermeister. Dass es früher oder später eine bauliche Erweiterung der Stellplatzkapazitäten braucht, sei längst bekannt und auch klarer Standpunkt der Gemeinde. „Ohne ein Parkhaus bringt man die Massen an Autos nicht weg“, sagt Zangenfeind.

Die derzeitige Situation beschreibt der Bürgermeister als „ärgerlich bis katastrophal“. Sie resultiere aber aus einer an sich erfreulichen Entwicklung. Durch die stetige Erweiterung der Fachabteilungen würden immer mehr Menschen die Klinik aufsuchen. Etwa 50 bis 60 Patienten würden täglich die „segensreiche Strahlentherapie“ in Anspruch nehmen. Weil die Behandlung ambulant erfolge, würden die meisten mit dem Auto anreisen. Hinzu kämen die rund 1000 Mitarbeiter des Krankenhauses. Wegen des Schichtdienstes könnten diese nicht ohne Weiteres auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen.

662 Parkplätze hält das Krankenhaus eigenen Angaben zufolge derzeit vor. 377 im Außenbereich im Norden, 247 in der Tiefgarage, 38 weitere in Hausnähe – etwa für Kurzparker oder Behinderte. Patienten und Angehörige dürfen ihr Auto draußen für zwei Stunden kostenlos abstellen, jede weitere Stunde kostet einen Euro. Zudem gibt es Tagestickets für fünf Euro und Wochenkarten für 20 Euro. Im Parkhaus sind 30 Minuten kostenfrei, dann greift auch hier die Gebührenpflicht. Mitarbeiter erhalten für die Außenparkplätze einen kostenfreien Ausweis.

Das neue Parkhaus, das laut Zangenfeind auf dem bestehenden Außenparkplatz geplant ist, soll 700 Autos aufnehmen können. Zusammen mit der Tiefgarage hätte die Klinik knapp 1000 Stellplätze zur Verfügung. Die vor ein paar Jahren von einem Landwirt gepachtete Fläche im Norden soll nach dem Willen der Gemeinde dann wieder zurückgebaut werden. „Es war immer klar, dass das nur eine vorübergehende Lösung ist“, betont Zangenfeind.

Wo die Autos während der Bauzeit stehen werden, ist laut Kelbel noch nicht abschließend geklärt. Inwieweit es zu Einschränkungen kommt, wie lange diese dauern und ob in der Zwischenzeit Ersatzflächen zur Verfügung stehen werden, sei Teil der Detailplanungen, die zurzeit stattfinden würden. Denkbar sei auch, die Baumaßnahmen in einer Zeit durchzuführen, in der die Nachfrage nach Parkplätzen geringer sei.

Vorher aber ist noch die Finanzierung des Projekts zu klären. Da es sich beim Krankenhaus um einen Eigenbetrieb des Landkreises handelt, kümmert sich die Verwaltung aktuell um Gespräche mit der Regierung von Oberbayern, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts. Hierbei solle ausgelotet werden, „wer in welchem Umfang in die Finanzierung eintritt“. Ein Kostenrahmen liege derzeit noch nicht vor. „Der Bedarf wird von Seiten der Landkreisverwaltung als sehr dringlich erachtet“, sagt Nemitz. Man gehe davon aus, dass die Auftragsvergabe im Sommer 2018 erfolgen könne. Die Bauzeit werde ein Jahr betragen.

Der Betrieb des Parkhauses solle ein „rentierliches Unternehmen“ werden, erklärt Nemitz. Durch Gebühren und den Verkauf von Monats- und Jahreskarten sollen sich die Baukosten langfristig wieder amortisieren.

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