Hatten viele Briefe einzutüten: (v.l.) Gustl Bauer, Bürgermeister Jens Zangenfeind und Wirt Hans Seidl im Saal des Alpengasthof Glück Auf in Hausham.
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Hatten viele Briefe einzutüten: (v.l.) Gustl Bauer, Bürgermeister Jens Zangenfeind und Wirt Hans Seidl im Saal des Alpengasthof Glück Auf in Hausham.

Freudige Weihnachtspost

Ersatz für Altbürgerweihnacht: Gemeinde Hausham verschickt Gutscheine

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Wegen Corona findet auch die Altbürgerweihnacht in Hausham heuer nicht statt. Doch die Gemeinde hat sich eine Alternative für die Senioren überlegt: Weihnachtspost mit Gutscheinen.

Hausham – Berge an knallroten Briefumschlägen stapelten sich im Saal des Alpengasthof Glück Auf in Hausham, als Bürgermeister Jens Zangenfeind, Wirt Hans Seidl und Gustl Bauer hier ihr spontanes Weihnachtspostamt eröffnet hatten. Wo normalerweise die Senioren bei der Altbürgerweihnachtsfeier dicht gedrängt bei Plätzchen und Punsch an den langen Tischen sitzen und das adventliche Programm auf der Bühne genießen, hieß es heuer: Jede Menge Briefe eintüten.

580 Bürger im Alter von über 80 Jahren schreibt die Gemeinde heuer an, um sie über den coronabedingten Ausfall der traditionellen Feier im Glück Auf zu informieren. Doch Zangenfeind beschränkt sich nicht auf warme Worte und einen tröstenden Verweis aufs kommende Jahr. Der Bürgermeister und sein Team im Rathaus haben sich einen Ersatz überlegt: Jedem Brief liegen zwei Gutscheine mit einem Gesamtwert von 20 Euro bei, die die Senioren im Alpengasthof einlösen können. Entweder für ein Essen zum Mitnehmen oder vor Ort, falls dies wieder möglich ist.

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„Gerade die älteren Menschen leiden sehr darunter, dass die sozialen Kontakte eingeschränkt sind“, sagt Zangenfeind. Gerade die Altbürgerweihnacht mit Gustl Bauer, aber auch der ebenfalls wegen Corona entfallene Volksfestnachmittag seien eine der wenigen Möglichkeiten für die Senioren, alte Freunde und Bekannte in großer Runde wiederzusehen. Zangenfeind bedauert auch, dass er derzeit auch bei runden Geburtstagen (80., 85. und 90.) und bei Goldenen und Diamantenen Hochzeiten nicht persönlich zum Gratulieren kommen kann.

„Die Senioren sind eine große Säule in unserer Ortsgemeinschaft“, schreibt der Bürgermeister in seinem Weihnachtsbrief. „Ihrer Generation verdanken wir, dass wir heute in Wohlstand und in einer wunderschönen Heimat leben dürfen.“ Die Krise habe gezeigt, wie wertvoll die Gesundheit sei und dass das Streben nach Mehr nicht immer im Vordergrund stehen sollte. „Die schwierige Situation hat den Zusammenhalt und die Ortsgemeinschaft gestärkt.“

sg

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