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Gericht hat Zweifel an Attest des Krankenhauses

Ex-Frau zeigt Miesbacher wegen Körperverletzung an - und geht arbeiten

Ein Miesbacher (43) wurde von seiner Ex-Freundin und Mutter seines dreijährigen Kindes wegen Körperverletzung angezeigt. Doch irgendetwas passte nicht zusammen, fand das Gericht.

Hausham – Ein 43-jähriger Miesbacher wurde von seiner ehemaligen Lebensgefährtin und Mutter seines dreijährigen Kindes wegen Körperverletzung angezeigt. Auslöser war ein Vorfall, der sich in der Haushamer Wohnung der 39-jährigen abgespielt hat. Nach einer verbalen Auseinandersetzung, die den gemeinsamen Sohn betraf, wurde der Miesbacher laut Anklage gewalttätig.

Der Angeklagte soll mit dem Kopf gegen die Stirn seiner damaligen Lebensgefährtin gestoßen haben. Nach dieser Aktion hat er das Grundstück offenbar nicht sofort verlassen – deshalb rief die 39-Jährige die Polizei. Von einer Verletzung erwähnte sie am Telefon nichts. Erst als sie am nächsten Tag zur Dienststelle ging und Anzeige wegen Körperverletzung erstattete, berichtete sie davon.

Bei der Verhandlung vor dem Miesbacher Amtsgericht wunderte sich Richter Walter Leitner über diese Ungereimtheit: „Wäre da die Gewalt gegen Sie nicht schlimmer gewesen, als dass sich Ihr Ex-Partner nicht sofort vom Grundstück entfernt hat?“

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Immerhin lag dem Gericht ein Attest vor, das der Klägerin im Krankenhaus ausgestellt wurde. Sie arbeitet dort als Krankenschwester und ging am Tag nach dem Vorfall in die Notaufnahme. Leitner kam es aber komisch vor, wegen Kopfschmerzen die Notaufnahme zu „missbrauchen“. Auch habe die 39-Jährige nach der Untersuchung sofort weitergearbeitet, obwohl sie „starke Kopfschmerzen“ gehabt habe.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe seiner Ex. Die verbale Auseinandersetzung habe stattgefunden, er sei aber nicht handgreiflich geworden. Grund des Streits seien die Kindergartenzeiten des gemeinsamen Sohnes gewesen: Die Mutter habe mehr arbeiten und den Sohn deshalb länger im Kindergarten lassen wollen. Damit war der Miesbacher aber nicht einverstanden – es kam zum Streit.

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Vor Gericht beschrieb der Angeklagte das Verhältnis zu seiner Ex-Freundin als äußert schwierig. Der Umgang mit dem gemeinsamen Sohn sei ihm die ersten drei Jahre verwehrt gewesen. „Sie entscheidet immer alles, ich kann ihr nichts recht machen.“

Die Aussage des Polizisten im Zeugenstand fiel zugunsten des Angeklagten aus: Als die 39-Jährige am Tag nach der Auseinandersetzung Anzeige gegen ihren Ex-Freund erstattete, habe er ihre Stirn genau gemustert, jedoch keine Blessuren erkennen können. „Das ist ungewöhnlich, wenn es sich um einen Kopfstoß handelt“, erklärte der Polizist. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten dennoch für schuldig und forderte eine Geldstrafe, doch Richter Leitner sprach den Miesbacher mangels Beweisen frei.

Von Valerie Haberle

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / Uwe Anspach

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