Leer stehende Trigema-Filiale (im Vordergrund) im Tiefenbachpark in Hausham
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Soll abgerissen werden: die mittlerweile leer stehende Trigema-Filiale (im Vordergrund) im Tiefenbachpark in Hausham.

Vorhaben an der Oberen Tiefenbachstraße

Ex-Trigema-Filiale in Hausham: Lantenhammer stellt Entwürfe für Gewerbe und Wohnen vor

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Jetzt steht fest, was aus der leer stehenden Trigema-Filiale in Hausham wird. Die Firma Lantenhammer als neue Eigentümerin plant den Abriss. Pläne für den Neubau gibt es schon.

Hausham – Die Geschmäcker sind verschieden. Das wissen die Spirituosenexperten der Firma Lantenhammer nur zu gut. Deshalb bieten sie ihren Kunden gleich ein ganzes Portfolio an Spezialitäten an. Auch den Haushamer Bauausschussmitgliedern wollten sie nicht nur ein Produkt vorsetzen. Ganze vier Varianten für das Neubauprojekt anstelle der früheren Trigema-Filiale hatten sie dem Gremium kredenzt. Dieses nahm zwei davon in die engere Auswahl – und brachte die Bebauungsplanänderung im vereinfachten Verfahren auf den Weg.

Wie berichtet, hatte Lantenhammer bereits seit Längerem ein Auge auf das Nachbargrundstück seiner Destillerie im Gewerbegebiet Tiefenbachpark geworfen. Als die Geschäftsführer erfuhren, dass sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp vom Standort Hausham verabschieden will, ergriffen sie die Gelegenheit beim Schopf und kauften das Areal. Auf der insgesamt 4300 Quadratmeter großen Fläche will die eigens dafür gegründete Obere Tiefenbach GmbH & Co. KG nun einen Mix aus Gewerbe und Wohnen errichten.

Im Bebauungsplan Tiefenbach-Holz sei hier ein Mischgebiet festgelegt, erklärte Bauamtsleiterin Petra Sperl im Ausschuss. Beantragt seien der Abbruch des früheren Bekleidungsmarktes und der Neubau eines Gewerbegebäudes sowie von bis zu drei Mehrfamilienhäusern. Ersteres soll parallel zur Oberen Tiefenbachstraße entstehen und eine Grundfläche von circa 1000 Quadratmeter aufweisen. Neben Büroräumen und Lagern werde hier auch ein circa 300 Quadratmeter großer Laden der aktuell noch in Neuhaus beheimateten Genussschmelzerei Essendorfer Platz finden. Die erforderlichen Parkplätze für Büros und Wohnungen würden in einer Tiefgarage nachgewiesen, die Kunden könnten ihre Autos auch oberirdisch abstellen.

Die Höhen der Gebäude mit jeweils zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss würden sich an den natürlichen Geländeverlauf anpassen, zwischen 7,40 und 6,80 Meter schwanken und damit in Richtung der benachbarten Wohnbebauung hin sanft auslaufen, erklärte Sperl. „Quasi als Abrundung des Gewerbegebiets.“ Die vier vorgelegten Varianten stünden vollumfänglich zur Diskussion. „Da ist nichts in Stein gemeißelt.“

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Die Äußerungen der Bauausschussmitglieder ließen hingegen eine klare Tendenz erkennen. Vorschlag drei sei mit seinen vier Baukörpern deutlich zu massiv, Variante vier verschenke zu viel Platz in Richtung Wörnsmühler Straße. „Das wäre ein verlorenes Eck, was nur gemäht werden müsste, aber sonst nicht viel bringt“, fand Georg Eham (CSU). Besser sei dank seines Innenhofcharakters der zweite Entwurf. „Locker und charmant“, bezeichnete Michael Ertl (SPD) diese Idee. „Das erschlägt einen nicht so“, ergänzte Marlies Fellermeier-Liebl (FWG). Lediglich Hubert Lacrouts (CSU) tendierte eher zu Vorschlag eins, bei dem zwei Gebäude parallel zur Wörnsmühler Straße verlaufen würden. „Das ist nicht so verschachtelt.“

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) versprach, das Stimmungsbild an die Planer weiterzugeben verbunden mit der Bitte, eine mögliche Beschattung der benachbarten Wohnbebauung zu prüfen. Das Projekt an sich begrüßte der Rathauschef sehr. Es zeige, dass sich der Spagat zwischen Gewerbe und Wohnraum gut bewältigen lasse. „Und es freut uns sehr, dass Lantenhammer hier expandieren kann und damit langfristig als guter Partner im Ort bleibt.“ In Sachen Gebäudegestaltung mache er sich mit Blick auf das bereits bestehende Ensemble im Tiefenbachpark keine Sorgen. „Die Akteure, die hier investiert haben, haben bewiesen, dass Gewerbe auch äußerlich attraktiv aussehen kann.“ Er fahre jeden Tag daran vorbei und könne aus Überzeugung sagen: „Das ist ein wirklich schöner Komplex.“

Neue Mieter in der Nachbarschaft

Die letzten Lücken im Gewerbegebiet Tiefenbachpark in Hausham schließen sich. Wie Bauamtsleiterin Petra Sperl im Bauausschuss mitteilte, hat Bauherr Max Fendl Mieter für die noch leeren Räume südlich seiner Werkstatt an der Oberen Tiefenbachstraße gefunden. Dies ziehe eine Reihe an Nutzungsänderungen nach sich, die das Gremium dann auch alle einstimmig absegnete. Baulich werde sich nichts verändern, erklärte Sperl. Wenn überhaupt, würden ein paar Innenwände eingezogen. Die zwei zusätzlichen Stellplätze könnten auf eigenem Grund nachgewiesen werden. Im Erdgeschoss des Gebäudes soll statt eines Ladens ein „Studio für Prävention, Sport und Reha“ einziehen. Aus den Öffnungszeiten (werktags von 7 bis 23 Uhr und sonn- und feiertags von 9 bis 20 Uhr) schloss die Bauamtsleiterin, „dass es ein Fitnessstudio wird“. Im Obergeschoss des Hauses wird anstelle von Büros eine Arztpraxis eingerichtet und unter dem Dach statt einer Wohnung eine Hebammenpraxis. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) freute sich über den Zuwachs. In Bezug auf das Fitnessstudio feixte er: „Hausham ist halt eine sportliche Gemeinde.“

sg

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