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Hier geht’s rein: (v.l.) Bürgermeister Jens Zangenfeind, Bauamtstechnikerin Natalia Grill und Kämmerer Martin Reisberger vor dem künftigen Eingang des neuen Haushamer Rathauses.

Vor dem Umzug 2019

Exklusiver Rundgang: So wird aus der Haushamer Sparkasse ein Rathaus

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Noch sieht das neue Haushamer Rathaus aus wie eine Bankfiliale. Was sich bis zum Umzug 2019 alles ändert (auch für die Bürger), haben wir uns bei einem Rundgang zeigen lassen.

Hausham Den Schlüssel fürs neue Rathaus hat Bürgermeister Jens Zangenfeind noch nicht. Ein Sparkassen-Mitarbeiter sperrt dem neuen Hausherrn und seinen Mitarbeitern – Bauamtstechnikerin Natalia Grill und Kämmerer Martin Reisberger – die Tür der ehemaligen Bankfiliale an der Miesbacher Straße auf. Die Luft ist stickig, der Glasbau hat sich aufgeheizt. Eine Klimaanlage gibt es nicht, und gelüftet wurde nach dem Umzug der Sparkasse an die Tegernseer Straße Ende Mai wohl nur noch selten. Das wird sich mit den laut Zangenfeind noch im August startenden Umbauarbeiten ändern. Dann weht sprichwörtlich ein anderer Wind im neuen Rathaus, das die Gemeinde am Ende sechs Millionen Euro gekostet haben wird (wir berichteten). Apropos Geld: Noch ist die finanzwirtschaftliche Vergangenheit im Gebäude überall zu sehen.

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Empfang und Büros

Die Tresen aus hellem Holz, die Bürostühle, ja sogar ein paar Bildschirme stehen noch im großzügigen Atrium mit Blick auf den Innenhof. Kein Wunder, haben doch die Bankmitarbeiter hier bis vor zwei Monaten ihre Kunden betreut. Sogar die Überwachungskameras und die Notrufknöpfe unter den Schreibtischplatten funktionieren noch. „Nicht draufdrücken, sonst kommt die Polizei“, warnt der Sparkassen-Mann. Auch die Automaten im SB-Bereich hängen noch am Netz. Geld spucken sie aber keines mehr aus. Die Tresore sind bis auf wenige private Schließfächer im Keller geleert. Wie berichtet, will die Gemeinde dort ihr Archiv einrichten.

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Der frühere Kundenbereich im Erdgeschoss dient dem Rathaus als Empfang, erklärt Grill. In die bislang geschlossene Glasfront zum Innenhof wird der Haupteingang eingebaut. An einer Infotheke erhalten die Bürger alle wichtigen Informationen und erfahren, wie sie zu welchem Büro kommen. Die „Schnitzeljagd in dunklen Gängen“ gehört damit der Vergangenheit an, betont Zangenfeind. Das neue Motto lautet: einfache Erreichbarkeit auf kurzen Wegen.

So werden auch die einzelnen Büros angeordnet, die in Trockenbauweise im Haupttrakt errichtet werden. Unten Tourist-Info, Kasse und Kämmerei, oben Bau-, Einwohnermelde- und Passamt. Ein gläserner Aufzug verbindet die beiden Ebenen und erschließt sie dabei auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Das Atrium wird teilweise überbaut. Die Durchsicht bleibt dank Glaselementen in den Büro-Türen aber erhalten, erklärt Zangenfeind. „Die Leute sollen sehen, wer da ist.“

Amtszimmer

Hier wird gearbeitet: das neue Amtszimmer des Rathauschefs.

Maximale Transparenz ist auch das Stichwort im Amtszimmer des Rathauschefs. Von seinem neuen Büro aus blickt Zangenfeind direkt auf die Miesbacher Straße und den Bahnübergang. Wenn die Zwischenwand weg ist, ist das Zimmer an drei Seiten von Glas umgeben. „Damit sitze ich auf dem Präsentierteller“, scherzt Zangenfeind. Die Haushamer könnten so jederzeit überprüfen, ob ihr Bürgermeister seinen Pflichten nachkommt.

Sitzungssaal

Der Rundbau auf der von der Straße abgewandten Seite wird der neue Tagungsort des Gemeinderats. Beim Betreten ist erst mal Durchatmen angesagt. Die Luft ist angenehm kühl. Nicht nur, weil die Jalousien geschlossen sind, sondern auch, weil dies der einzige klimatisierte Raum im gesamten Gebäude ist. Ob die Computerbildschirme und Tastaturen am runden Konferenztisch-Rondell erhalten bleiben, steht noch nicht fest. „Wir arbeiten eigentlich mit Tablets“, sagt Zangenfeind. Die Abdunklungsmöglichkeit an den Fenstern könne man aber durchaus nutzen, meint der Bürgermeister und lacht: „Die schließen wir, wenn die nichtöffentliche Sitzung beginnt.“ Zuschauerplätze gibt es übrigens erst, wenn der rückseitige Anbau fertig ist.

Hier wird getagt: der Sitzungssaal der Sparkasse wird zur Heimat des Gemeinderats.

Standesamt/Trausaal

Einem Sektempfang mit Häppchen nach der Trauung steht im neuen Haushamer Rathaus nichts im Wege. Der Trausaal wird im ehemaligen Bistro-Pavillon eingerichtet. Die voll ausgestattete Gastroküche im Rückraum werde man weitgehend unangetastet lassen, erklärt Grill. Die Theke im Hauptbereich zieht in die neue Personalküche um. Die Büros für Standes- und Ordnungsamt werden in einem Anbau Platz finden, der einen Teil des früheren Wasserspiels im Innenhof überdecken wird. Die Gartenatmosphäre soll aber bewahrt werden, und Zangenfeind wünscht sich auch wieder einen Brunnen. „Dann können die Hochzeitspaare schöne Fotos machen.“

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Hier wird geheiratet: das Bistro wird zum Trauzimmer.

In jedem Raum des neuen Rathauses hebt der Bürgermeister eines hervor: Nichts wird in der früheren Bankfiliale achtlos weggeworfen. Sogar Schreibtische und Bürostühle werde man nach Möglichkeit weiterverwenden, betont Zangenfeind. Dass der Umzug die richtige Entscheidung war, zeigt der Vergleich mit dem alten Rathaus aus dem Jahr 1923. Das wurde ursprünglich als Altenheim gebaut. Die Spuren sind noch heute zu sehen. „Wir haben Badewannen in den Nebenzimmern unserer Büros“, sagt Grill. Bei einem Umbau hätte das Gebäude komplett entkernt werden müssen, ergänzt Zangenfeind. Da ist der Abbau von ein paar Geldautomaten ein deutlich geringerer Aufwand.

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