Elferratssitzungspräsident Matthias Müller mit seinen Töchtern Sophie (l.) und Leonie
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Maske statt Narrenkappe: Elferratssitzungspräsident Matthias Müller mit seinen Töchtern Sophie (l.) und Leonie.

Aktionen und Planung für 2022

Fasching im Lockdown: Crachia und Seegeister lassen sich nicht hängen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Keine Elferratssitzung, kein Umzug, keine Bälle: Der Fasching fällt heuer Corona zum Opfer. Die Crachia Hausham und die Gmunder Seegeister behalten ihre gute Laune bei.

Landkreis – Hoch das Bein, runter den Kapuzenpulli: So lautet das Motto der „Hoodie-Challenge“, mit der sich die Garden der Crachia Hausham im Lockdown-Fasching launig die Zeit vertreiben – und sich so obendrein gelenkig halten. Die Aufgabe klingt – zumindest für eher steife Körper – kaum machbar: Es gilt, ein Bein so weit nach oben zu strecken, dass der Fuß die Kapuze des Pullovers erwischt und diesen somit vom Oberkörper streift. Wie geschmeidig diese Übung aussehen kann, zeigt die Crachia in einem Video-Zusammenschnitt auf Facebook.

„Unsere Gardemäuse-Trainerin Lisa Arndt hat die Idee bei unseren Freunden der Narrhalla Oberschleißheim gesehen“, erzählt der Präsident der Haushamer Faschingsgesellschaft, Alexander Thamm. Um für ein bisschen Abwechslung im Online-Training zu sorgen, habe man die Hoodie-Challenge dann ins Programm integriert. Mittlerweile hätten sich auch die Teenies und die Tanz- und Showgarde in der witzigen Stretching-Pose versucht. Ja sogar die Fanfarenbläser hätten sich zum Mitmachen hinreißen lassen. Auf die Videos ist Thamm jetzt schon gespannt. „Da steht wohl eher der Spaß an der Freude im Vordergrund“, feixt der Präsident.

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Nur eine von zahlreichen Aktionen, mit denen die Crachia die Haushamer trotz Corona-Lockdown in Faschingsstimmung versetzen will. So hat das Präsidium bereits „I love Crachia“-Masken ausgegeben, um sogar mit Mund-Nasen-Schutz ein Zeichen für die Freude und Zuversicht der fünften Jahreszeit auszusenden. In den Wochen bis zum Faschingsdienstag werde man bei Facebook täglich historische Fotos von Prinzenpaaren, Elferratssitzungen und Umzügen seit 1960 veröffentlichen. „Wenn wir schon nicht zusammen feiern dürfen, wollen wir wenigstens in Erinnerungen schwelgen“, meint Thamm.

Ausziehen für Gelenkige: Die „Hoodie-Challenge“ der Crachia Hausham verlangt vor allem eins: jede Menge Beweglichkeit.

Bernd Ettenreich, Präsident der Gmunder Seegeister, hat die Faschingssaison 2021 bereits im November – als sich die Corona-Lage wieder zuspitzte – endgültig in den Wind geschrieben. „Da ist der letzte Funken Hoffnung auf ein bisserl Faschings-Gaudi erloschen“, sagt er. Besonders leid tut es dem Präsidenten um die Prunksitzung, die am Tegernsee nur alle zwei Jahre stattfindet und die nun in die Warteschleife muss. Ideen gab es dafür bereits genügend – „das Programm nehmen wir nun eben fürs nächste Mal her“, meint Ettenreich pragmatisch.

Seegeister planen bereits für 2022

Überhaupt liegt das Augenmerk bei den Seegeistern bereits ganz auf der Zeit nach Corona. „Wir freuen uns auf die narrische Saison 2022“, sagt Obernarr Ettenreich, dessen Verein seine Tätigkeit derzeit komplett auf Eis gelegt hat. Abgesehen von ein paar Geburtstagsgrüßen an die Mitglieder passiert derzeit kaum etwas bei der Gmunder Faschingsgesellschaft. Vor Kurzem machte per WhatsApp sogar ein Bild die Runde, auf dem der Seegeist persönlich als Cartoon aus dem Urlaub grüßt. Daneben die Worte: „A wenn ma des Jahr stad hoidn miassn – I kumm sicher wieda! Und des no vui wuida ois davor.“

Könnte gut sein, denn 2022 steht am Tegernsee sogar wieder ein Faschingszug auf dem Programm. Diesmal in Kreuth. Eine bittere Pille ist der Ausfall dieser Saison für einen begeisterten Fachingsfreund wie Ettenreich allemal. Wie er nun das Faschingswochenende inklusive Rosenmontag und Faschingsdienstag verbringt? „Ich überlege noch“, sagt der Präsident. Zur Wahl steht: ganz normal zur Arbeit gehen oder aber „daheim meine Wunden lecken“.

Die Crachia ergreift hingegen weiter die Flucht nach vorne – und damit die närrische Alternative. So hat die Faschingsgesellschaft noch einige Überraschungen in petto. „Nicht nur für unsere Mitglieder“, sagt Thamm mit geheimnisvollem Unterton. Dass der Fasching selbst im Lockdown den ganzen Ort mitreißt, hat sich erneut bei Facebook gezeigt. Dort hätten sich die Haushamer gegenseitig nominiert, Fotos aus vergangenen Jahren zu posten. Mal im Kostüm, mal mit Orden – und mal nach der Rückkehr vom Ball.

Der Crachia-Präsident ist überglücklich mit dem großen Engagement. Denn eins ist ihm am wichtigsten: „Auch der denkwürdige Fasching 2021 soll einen würdigen Platz in unserer Chronik bekommen.“

sg

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