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Ziemlich sauer: Stefan Moser kann die Ausbagger-Aktion überhaupt nicht nachvollziehen.

Fischer sind fassungslos

Fehnbach ausgebaggert: Hunderte Fische tot

Agatharied - Tote Mühlkoppen, zerstörte Laichplätze und Lebensräume für Jungfische – in Agatharied wurde der Fehnbach ausgebaggert. Stefan Moser, Vorsitzender des Bezirksfischereivereins, versteht die Aktion nicht.

„Ich werde Anzeige wegen Tierquälerei erstatten“, sagt Stefan Moser. Der Vorsitzende des Bezirksfischereivereins Miesbach-Tegernsee ist wütend. Im Fehnbach in Agatharied ist ein langes Gewässerstück ausgebaggert worden. Hunderte Fische hat das wohl das Leben gekostet, vermutet Moser.

In diesem Abschnitt des Fehnbachs hätten vor allem viele Koppen gelebt, erklärt er. Die Koppe, auch Mühlkoppe oder Groppe genannt, ist ein unauffälliger Grundfisch. „Die Tiere verstecken sich unter Steinen. Sie sind vor dieser Aktion nicht abgefischt worden. Das heißt, dass sie mit rausgebaggert wurden und elendig verreckt sind.“ Nicht nur, dass die Fische grausam gestorben sind. Moser beklagt auch die Zerstörung von Laichplätzen und Lebensraum. „Das war ein ausgezeichnetes Jungfisch-Habitat“, erklärt Moser. „Und das ist für die nächsten Jahre wohl kaputt.“ Besonders tragisch ist dies, weil Koppen auch in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union als schützenswerte Art aufgeführt sind.

Zudem beklagt Moser auch einen finanziellen Verlust für den Verein. Erst im vergangenen Jahr habe man im Fehnbach 85 000 Bachforellen-Eier ausgebracht. Die Jungfische könne man nach dieser Aktion vergessen.

Warum das Gewässer ausgebaggert wurde, kann sich Moser nur damit erklären, dass man damit möglichen Hochwassern vorbeugen wollte. Aber: „Da besteht zwar Hochwassergefahr, aber mit dieser Aktion kann man dem nicht beikommen.“ An dieser Stelle sei so etwas erstmalig geschehen. „Bisher war der Bereich völlig unberührt.“

Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind konnte am Freitag auf Nachfrage nichts zu der Aktion am Fehnbach sagen. Die Mitarbeiter des Bauhofs müssten zwar Bescheid wissen, doch wegen des Brückentags könne er dort niemanden erreichen.

Von Christine Merk

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