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„Finanzsituation nicht beherrschbar“: FC Hausham meldet Insolvenz an

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Von: Dieter Dorby

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Zu hohe Kosten: Der Erweiterungsbau mit Aufenthaltsraum und Lager hat den FC Hausham trotz viel Eigenleistung über 90 000 Euro gekostet.
Zu hohe Kosten: Der Erweiterungsbau mit Aufenthaltsraum und Lager hat den FC Hausham trotz viel Eigenleistung über 90 000 Euro gekostet. © tp Archiv

Es ist ein schwerer Schritt, den der Vorstand des FC Hausham nun gemacht hat, aber am Ende gab es keinen anderen Ausweg: Der FC Hausham hat am Freitag beim Amtsgericht Wolfratshausen einen Insolvenzantrag gestellt.

Den Grund beschreibt Rechtsanwältin Birgit Baudisch, die den FC Hausham vertritt, so: „Der Verein ist aktuell überschuldet und nicht mehr in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten vollumfänglich zu bedienen.“

Auslöser ist der Erweiterungsbau an der Sportanlage. Seit Jahren hat der 2007 gegründete Verein an dieses Wunschprojekt hingearbeitet. Noch ist der Bau noch nicht fertiggestellt, doch aus verschiedenen Gründen sind laut Baudisch „die Baukosten hierfür und die damit einhergehenden Verbindlichkeiten aus dem Ruder gelaufen“. Die Auswirkungen auf die Vermögenssituation des Vereins seien für den gesamten Vorstand nicht mehr beherrschbar. Deshalb sei dieser Schritt nun unumgänglich, zumal der erst im September neu gewählte Vorstand auch darauf achten müsse, haftungsrechtlich keine Fehler zu machen.

Hoffen auf den Insolvenzverwalter

Für Patrick Asanger ist diese neue Situation sehr belastend. „Das ist total neu für mich“, sagt der Vorsitzende des FC Hausham. „Mir geht es schlecht damit. In so einer Lage bin ich noch nie gewesen.“ Deshalb könne er auch nicht sagen, wie es mit dem Verein weitergeht. Der Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der C-Klasse sowie der A- und B-Junioren sei aber offenbar nicht gefährdet. „Ansonsten warten wir jetzt, dass wir einen Insolvenzverwalter zugewiesen bekommen, der das Weitere für uns in die Wege leitet.“

Misstöne im Gemeinderat

Wie berichtet, hatte es im Vorfeld bereits Turbulenzen um den Erweiterungsbau gegeben. Der FC Hausham hatte bei der Gemeinde Hausham einen Zuschussantrag gestellt und letztlich 30 000 Euro bekommen – verbunden mit Misstönen in Richtung Gemeinde vom vormaligen Vorsitzenden und Vereinsmitbegründer Willi Halletz, der für die Grünen im Gemeinderat sitzt und den Erweiterungsbau initiiert hatte. Mittlerweile ist er aus dem FC Hausham ausgetreten. Im Gremium wurden aber auch die enorme Eigenleistung und die hervorragende Jugendarbeit des Vereins ausdrücklich gelobt.

„Wir wollen den FC Hausham retten“

Das, was der Verein in 15 Jahren gerade bei der Jugendarbeit geschafft hat, will Asanger so weit wie möglich erhalten. „Wir wollen versuchen, die Insolvenz abzuwenden und den Verein am Leben zu halten“, sagt der Vorsitzende. Er sei bereit, weiter Gespräche mit Gläubigern zu führen und sich auch um neue Sponsoren zu bemühen. Mit den beiden Bürgermeistern – Jens Zangenfeind und dessen Stellvertreter Josef Schaftari – habe er bereits gesprochen und sie über den Insolvenzantrag informiert.

Das Problem: die steigenden Baukosten

Dass es so weit kommen konnte, begründet Asanger auch mit der Situation am Bausektor, mit den Preisen, die seit Monaten stetig am Steigen sind. „Es war eine blöde Zeit zum Bauen“, sagt er. „Die Kosten sind uns aus dem Ruder gelaufen.“ Über Zahlen möchte er dabei nicht reden.

Dass er sich im September hatte aufstellen lassen zum Vorsitzenden, bereut Asanger heute, wie er zugibt. Andererseits motiviere es ihn, den FC Hausham – er ist seit 14 Jahren Mitglied – aus dieser verfahrenen Lage zu retten. „Ich glaube, wir können den Weg in die andere Richtung schaffen. Ich habe Hoffnung. Wir wollen den Verein retten – für die Spieler und unsere Jugend.“

ddy

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