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Unterstützer der Museumspläne: Markus Kurzmann zeigt sich grundsätzlich dazu bereit, zugunsten des Nutzungskonzepts mit seiner Schreinerei aus dem Gebäude am Fuße des Haushamer Förderturms auszuziehen.

Neues Nutzungskonzept

Förderturm Hausham: „Die Tür ist einen Spalt weit offen“

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Die Gemeinderäte sind informiert, jetzt stellte Architekt Johannes Wegmann das Nutzungskonzept für den Förderturm der Öffentlichkeit vor. Di Erkenntnis: Das Interesse ist da.

Hausham– Eine unscheinbare Tür auf der Nordseite führt in das Gebäude am Fuße des Haushamer Förderturms. Eine spartanische, steile, gut vier Meter hohe Stahltreppe führt hinauf in den ersten Stock, wo Bretter, Holzvorräte und Werkzeug lagern. Dort scharen sich etwa 160 Besucher um Johannes Wegmann, von einem Podest aus mit Begeisterung das eigens entwickelte Nutzungskonzept für den Haushamer Förderturm erläutert. „Das ist ein Denkmal der besonderen Art“, betont der Architekt beim Tag des offenen Denkmals. „Ich war von Anfang an infiziert.“

Wie berichtet, soll im Förderturm ein Bergbaumuseum eingerichtet werden. Das Konzept, das Wolfgang Bloch vom Interessenkreis Bergbaumuseum Hausham in der Juni-Sitzung des Gemeinderats vorgestellt hatte, sieht Folgendes vor: Die Besucher sollen das Gebäude von der Ostseite her betreten. Im Foyer sollen unter anderem Garderobe, Toiletten und ein kleines Café Platz finden. Von dort geht’s ins Schaubergwerk. Ein Aufzug führt ins Obergeschoss, wo sich ein Blick ins Innere des Förderturms erhaschen und die Aussichtsplattform erklimmen lässt. Im Erdgeschoss können die Besucher Maschinen von anno dazumal bestaunen. In der Galerie des Foyers sollen wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.

Bevor an Umbaumaßnahmen überhaupt nur zu denken ist, gilt es jedoch, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Da wäre etwa die Frage nach den Räumlichkeiten, in denen gegenwärtig die Schreinerei von Markus Kurzmann untergebracht ist. Damit Wegmanns Nutzungskonzept umgesetzt werden kann, müsste diese weichen. Kurzmann hat dahingehend bereits Bereitschaft signalisiert: „Ich bin der Letzte, der sich da sträubt.“ Allerdings unter der Voraussetzung, dass ihm die Gemeinde einen alternativen Gewerbegrund zur Verfügung stellt.

Zur Finanzierung des Projekts braucht es einen Investor. Und zwar einen, der sich damit auch inhaltlich identifizieren kann. Wegmann rechnet mit einer Investitionssumme „zwischen einer und vier Millionen Euro“. Gebaut werde zwar in verschiedenen Abschnitten – dennoch, so Wegmann, macht es Sinn, das gesamte Gebäude inklusive Förderturm umzugestalten. Und das kostet Geld. „Interessenten gibt es bereits“, erzählt der Architekt. Erste Kontakte zu möglichen Zuschussgebern des Bezirks, des Freistaats sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gibt es bereits.

Die Ausstellung ist am Samstag, 16. September, von 10 bis 13 Uhr erneut geöffnet

In welcher Gesellschaftsform die Nutzung des Gebäudes erfolgen soll, das müsse man in Ruhe besprechen. „Innerhalb der nächsten Wochen und Monate müssen wir die richtigen Leute zusammenbringen“, sagt Wegmann: Gemeinde, Eigentümer, Investoren und Betreiber. Der Zeitpunkt sei ideal. Dass das Projekt auch in der Öffentlichkeit auf reges Interesse stößt, zeigte der Tag des offenen Denkmals, an dem etwa 320 Besucher den Weg in das Gebäude am Fuße des Förderturms gefunden hatten. Deshalb wird der Interessensverein seine Hallen am Samstag, 16. September, von 10 bis 13 Uhr erneut für eine Ausstellung öffnen. Zudem erfährt der Interessenskreis Bergbaumuseum Unterstützung durch Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Wegmann: „Die Tür ist im Moment einen Spalt weit offen.“

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