Lotto-Jackpot geknackt! Oberbayer ist jetzt steinreich - Wer ist er?

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Volle Konzentration: Ein Bogenschütze legt auf einen Schaumstoffbären in einem sogenannten 3D-Parcours an. So ein Angebot will der Schlierseer Christoph Seidenfus auch im Landkreis Miesbach schaffen.

„Nicht mit Bewirtschaftung des Waldes vereinbar“

Forstbetrieb lehnt Bogensport-Parcours am Brenten ab

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Ziel erneut verfehlt: Der Forstbetrieb Schliersee hat den geplanten Bogensportparcours am Brenten in Hausham abgelehnt – aus Angst vor Konflikten im Wald. Doch die Schützen geben nicht auf.

Hausham – Als Bogenschütze ist es Christoph Seidenfus gewohnt, dass nicht jeder Versuch gleich ein Volltreffer wird. Statt ungeduldig zu werden und den Bogen ins Gras zu werfen, schnauft er lieber tief durch – und legt erneut an. Einen besonders langen Atem braucht der Schlierseer jedoch bei der Suche nach einem Standort für einen Bogensportparcours. Nachdem sein Vorstoß am Wallenburger Kogel in Hausham an einer Grundstückseigentümerin gescheitert war, nahm er den Brenten ins Visier (wir berichteten). Nach Monaten des Wartens steht nun fest, dass die Bogensportler erneut abgeblitzt sind.

Christoph Seidenfus fördert den Bogensport.

Der Forstbetrieb Schliersee, der sich als Teil der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) um den Wald am Brenten kümmert, will die 22 Hektar große Fläche nicht zur Verfügung stellen. Nach „intensiver Prüfung“ sei man zum Ergebnis gekommen, dass sich ein Bogensportparcours nicht mit der Bewirtschaftung des Waldes vereinbaren lasse, sagt Forstbetriebsleiter Christoph Baudisch auf Nachfrage unserer Zeitung. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie das konfliktfrei funktionieren soll.“ Andererseits könne man eine Fläche dieser Größe nicht dauerhaft der Bewirtschaftung entziehen.

Für Seidenfus gehen diese Argumente am Ziel vorbei. Er kann beim besten Willen keine Konflikte zwischen Bogensport und Forst erkennen. Sollten Waldarbeiten durchgeführt werden müssen, könne man das Areal ohne Weiteres für einen Monat sperren. „Die Zusammenarbeit funktioniert an allen anderen Standorten in Deutschland wunderbar“, sagt er. Nur im Südosten von München scheint irgendwie der Wurm drin zu sein. So gibt es in den Landkreisen Miesbach und Rosenheim lediglich klassische Bogenschießplätze, aber keinen 3D-Parcours.

Seidenfus kann das nicht verstehen. Eingriffe in die Natur seien bei diesem Sport nämlich nicht zu befürchten. Ein Einschießplatz auf einer freien Wiese, ein mehrere Kilometer langer Trampelpfad und 32 Tierfiguren aus wetterfestem Schaumstoff, auf die die Schützen zielen können – mehr braucht es nicht zum 3D-Parcours. „Wir betonieren nichts und fällen auch keine Bäume“, sagt Seidenfus. Vielmehr würden die Ziele an einer Eisenstange in den Waldboden gesteckt.

Auch das Thema Gefahren will Seidenfus nicht als Ausrede gelten lassen. „Ein Bogen ist ein Sportgerät, keine Waffe“, sagt er. Zudem würden die Ziele so angeordnet, dass die Pfeile nie ins offene Gelände fliegen könnten. Falls kein natürliches Hindernis wie ein Hügel vorhanden sei, würde man ein Netz aufspannen. Die Abschusspunkte würden bis auf zehn Zentimeter genau markiert, je nach Größe des Tiers in einem Abstand von vier bis 60 Metern zum Ziel. Weil sich die Bogenschützen – ähnlich wie die Golfer – gerne in Gruppen auf den Weg machen, würden zudem sogenannte Wartezonen eingerichtet.

Komplett absperren lässt sich der Parcours aufgrund seiner Größe zwar nicht, doch dafür will Seidenfus Warnschilder und eine Info-Tafel mit einer Spendenkasse für die Tagesgebühr aufstellen. Missbrauch oder Vandalismus befürchtet er ohnehin nicht. „Die Leute schätzen so ein Angebot und machen es nicht kaputt.“

Maximal drei Pfeile dürfen die Sportler auf jedes Ziel abfeuern, für jeden Treffer gibt es Punkte – zumindest im Turniermodus. Der Wettbewerb sei aber zweitrangig, betont Seidenfus. Vielmehr gehe es um das gemeinsame Erlebnis im Wald. Gerade für Jugendliche eine wichtige Erfahrung, meint der Schlierseer. „Wir wollen natürlich auch neue Leute an unseren Sport heranführen.“

Mit 30 bis 40 Gründungsmitgliedern rechnet Seidenfus für seinen Bogensportclub Oberland – wenn der denn mal gegründet ist. Das wird aber erst passieren, wenn es auch einen geeigneten Platz für einen Parcours gibt. Seidenfus setzt hier auf die Unterstützung der Landkreis-Gemeinden. Irgendwo, hofft er, wird es doch ein 20 Hektar großes Waldgrundstück geben, dessen Eigentümer ein Herz für die Bogensportler hat. Auch zehn bis 15 Parkplätze sowie ein kleiner Lagerschuppen in der Nähe wären nicht schlecht.

Gewissermaßen als Gegenleistung für die Fläche hat Seidenfus einen „neuen Verein mit aktiver Jugendarbeit“ im Köcher. Nach mehreren Fehlversuchen hofft er nun, dass er mit seinem Bogensportparcours endlich mal ins Schwarze trifft.

Interessierte Waldbesitzer

können sich bei Christoph Seidenfus unter 01 72 / 8 63 30 32 oder per Mail an seidenfus@t-online.de melden.

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