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Hat neu eröffnet: Markus Germeroth hat seinen Großhandel im ehemaligen C+C-Markt eingerichtet.

Laden schließt zum Jahresende

Abschied von der Fruchthalle

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Hausham verliert eine Einkaufsinstitution. Ende Dezember geht Fruchthallen-Betreiber Heinrich Germeroth in den Ruhestand. Einen Nachfolger gibt es nicht. Die Konkurrenz durch die vielen Supermärkte ist zu groß. Germeroths Sohn Markus setzt deshalb voll auf den Großhandel.

Hausham – Unerkannt durch seinen Laden huschen kann Heinrich Germeroth nicht. Immer wieder bleibt er für einen kurzen Ratsch bei seinen vielen Stammkunden stehen. Seinen vier Mitarbeitern geht es nicht anders. „Wir sind irgendwie auch eine Art Sozialstation“, sagt der Inhaber der Fruchthalle Hausham und lacht. Momentan muss er den Haushamern vor allem eine Frage beantworten: die nach seinem bevorstehenden Ruhestand – und damit dem Ende der Fruchthalle. Am 31. Dezember wird Germeroth seinen Laden schließen.

„Die Leute sind schon traurig“, sagt der 71-Jährige. Sie hätten aber auch Verständnis für seine Entscheidung. Die begründet Germeroth zum einen mit seinem Alter. Mit 71 dürfe man auch mal an die Rente denken, findet er. Zum anderen ist da aber auch die wirtschaftliche Situation. In vielen Ecken Haushams buhlen Supermärkte und Discounter um die Kunden. Und es werden immer mehr.

Zuerst der neue Lidl und Edeka an der Oberen Tiefenbachstraße, im kommenden Jahr zieht dann auch noch der Netto-Markt von der Nagelbachstraße in die neue Ortsmitte an der Tegernseer Straße um. Für die Fruchthalle an der nur ein paar Schritte entfernten Alten Tegernseer Straße eine ungute Entwicklung. „Da ist dann nicht mehr viel verdient“, sagt Germeroth. Schon in den vergangenen zehn Jahren habe sich der Kundendurchgang so gut wie halbiert. Traurig, meint Germeroth. Früher sei der Bereich rund um den Bahnhof eines der besten Einkaufsviertel Haushams gewesen. Und die Fruchthalle als Traditionsbetrieb mittendrin.

1960 eröffnete Germeroths Vater den Vollversorger, acht Jahre später übernahm er selbst das Ruder. Bis heute warten neben frischem Obst- und Gemüse auch Backwaren der Schlierseer Bäckerei Zanger auf die Kunden. Von der Frischwursttheke hat sich Germeroth längst verabschiedet. Die Auflagen für Kühlung und Fachpersonal seien immer strenger geworden, berichtet der Kaufmann.

Sein Sohn Markus ließ sich davon nicht abschrecken – im Gegenteil. Er eröffnete im Sommer einen neuen Lebensmittel-Großhandel in den früheren Räumen des Edeka C+C an der Rathausstraße. 450 Quadratmeter Lagerfläche hat er sich hier eingerichtet. 220 Quadratmeter sind gekühlt, mit drei unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtezonen. Kein Vergleich mehr mit dem nur 120 Quadratmeter großen Lager am Altstandort bei der Fruchthalle. Teilweise wurden hier die Waren direkt von der Lkw-Ladefläche im Innenhof verkauft, erzählt Germeroth. „Das war schon ziemlich umständlich.“

Eigentlich wollte er bereits nach dem Auszug des C+C Ende 2014 an die Rathausstraße wechseln. Damals sei er sich aber mit dem Vermieter nicht einig geworden, berichtet Germeroth. Zwar zog kurz darauf der Fristo-Getränkemarkt in einen Teil des Gebäudes ein, der andere Bereich stand aber für fast drei Jahre leer. Nach einer dreimonatigen Umbauphase startete Germeroth dann im Juli 2017 seinen Großhandel. Mit sieben Festangestellten und zwei Aushilfen versorgt er seine Kunden – in erster Linie Hotels und Gaststätten aus dem Landkreis. Nachmittags können auch Privatleute einkaufen – sofern sie größere Mengen benötigen.

Dass es mit der Fruchthalle seines Vaters nicht mehr weitergeht, bedauert Germeroth. An einen Nachfolger hätte man das Geschäft aber nicht ruhigen Gewissens übergeben können. Zu unsicher die Lage mit der scheinbar übermächtigen Konkurrenz. „Das Kuchenstück wird immer kleiner“, sagt Germeroth. Er selbst hat sich mit seiner Spezialisierung auf den Großhandel eine Lücke gesucht.

Wer die Lücke nach dem Ende der Fruchthalle füllen wird, steht noch nicht abschließend fest. Laut Heinrich Germeroth wird aber „zu 99 Prozent“ ein Getränkemarkt einziehen.

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