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Mitreißend: Die Karwendel Hüttenmusi überzeugte das Publikum beim Frühjahrssingen in Hausham mit Walzer, Polka und Landler. 

Frühjahrssingen in Hausham

Das Echte lockt auch junge Fans

Echte Volksmusik füllt Säle - jedenfalls den im Alpengasthof Glück auf. Und das zweimal. Mit gutem Grund.

Hausham– Kein Wunder, dass die Blümerl seit diesem Wochenende neugierig aus dem kalten Boden spitzen. Sie wurden quasi herausgelockt von den Musikanten des Haushamer Frühjahrssingens. Am Samstag fanden erstmals zwei Konzerte im Alpengasthof Glück Auf statt. Beide waren ausverkauft. Und in beiden Vorstellungen war das Publikum am Ende höchst vergnügt und bestens aufs Frühjahr eingestimmt. Die Musikanten hatten den Frühling in seinen schönsten Farben besungen.

Den Auftakt mit dem flotten „Tuxer Musikanten Marsch“ machte die Kranzberg Blos, eine fesche, junge Blasmusikgruppe aus Mittenwald. Mit „Wannst an Fink hörst“ begann der Haushamer Bergwachtgsang, und mit „Bua, wannst an Fink hörst“ folgte direkt der Laurenzi Dreigsang aus Bad Feilnbach. Und auch, wenn sich die Titel sehr ähnlich lesen, die Lieder selbst beschreiben ganz unterschiedlich, was in der Natur draußen vor sich geht. Da werden Beobachtungen geschildert, für die der moderne Mensch gar keinen Sinn mehr zu haben scheint. Ansager Siegi Götze gelang es in charmanter Weise, die Aufmerksamkeit auf die Zeichen des Frühjahrs, die man tatsächlich schon draußen hören und sehen kann, zu lenken. Morgens ist es nicht nur früher hell, die Vögel zwitschern wieder richtig, und wer’s hören kann, unterscheidet, wie der Fink schlägt und das Rotkröpfei, also das Rotkehlchen, schreit. Jetzt ist die Zeit, in der sich der Zaunkönig, der Kuckuck und gar die Schwalben aufmachen, das neue Leben, das Licht und die Wärme anzukündigen. Und auch der Mensch wird flott und lustig.

Freilich ging es in den Liedern auch ums Jagerische und Almerische – und um die Freud’, wenn der Bua bald wieder die Sennerin besuchen darf. Es ging ums Bussln und die Liab. Aber es gab dazwischen auch ein altes, deutsches Volkslied vom Wiesberger Dreigsang.

Wie der zweimal voll besetzte Alpengasthof zeigte, ist dem Publikum inzwischen bekannt, dass das Haushamer Frühjahrssingen mit einem feinen Programm zu gefallen weiß. Bürgermeister Jens Zangenfeind dankte dafür Anderl Leidgschwendner vom Bergwachtgsang besonders. Ihm gelinge es immer wieder aufs Neue, ein solch ausbalanciertes und doch mitreißendes Programm zusammenzustellen. Hier treten Musikanten auf, die das echte alpenländische Musikgut pflegen – gänzlich ohne Scheuklappen. Es spielen auch viele junge Gruppen auf: nicht nur die Mittenwalder und der Laurenzi Dreigsang, auch der Wiesberger Dreigsang aus dem Salzburgischen gehört dazu.

Andererseits waren auch unter den Zuhörern erstaunlich viele junge Gesichter zu sehen, die offensichtlich Vergnügen hatten. So riss die Karwendel Hüttenmusi mit Walzer, Polka und Landler die Zuhörer richtig mit. Am Ende entließen die Sänger das Publikum mit den schönsten Jodlern ins Frühjahr.

CD-Präsentation

Ein Termin zum Vormerken: Am Samstag, 30. Juni, steht ein außerordentliches Singen im Alpengasthof Glück Auf an. Dann präsentiert der Haushamer Bergwachtgsang erstmals bei einem Konzert seine neue CD, die im Sommer erscheint. Der Erlös kommt der Bergwacht zugute. Karten gibt es ab 14. Mai bei der Gemeinde Hausham.

Sonja Still

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