Sportlich und spirituell: Diakon Andreas Marx.
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Sportlich und spirituell: Diakon Andreas Marx.

„So früh am Tag braucht einen noch niemand“

Frühsport mit dem Diakon: Andreas Marx erklärt, was seine Radtouren am Morgen ausmacht

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Treffpunkt um 7 Uhr morgens: Ziemlich früh für eine Radtour, möchte man meinen. Diakon Andreas Marx aus Hausham ist da anderer Meinung - und freut sich über neue Begleiter.

Hausham – „Im Frühtau zu Berge, wir radeln, fallera...“ Dieser (leicht abgewandelte) Refrain eines bekanntes Volkslieds passt wie Speiche auf Nabe zum Angebot, das der Haushamer Diakon Andreas Marx (59) jeden Freitag sportlichen Frühaufstehern im Pfarrverband macht. „Mid’n Radl auf d’Alm“ heißt es, wenn sich der Geistliche und seine Mitfahrer um 7 Uhr am Haushamer Kirchplatz in den Sattel schwingen und dann in Richtung Freudenreichalm oder Bodenschneidhaus strampeln. Doch wer macht da überhaupt mit und was hat Frühsport eigentlich im Programm des Pfarrverbands zu suchen? Im Interview mit unserer Zeitung sorgt der radelnde Diakon für Aufklärung.

Herr Marx, dass man bei manchen Gottesdiensten früh aus den Federn muss, ist bekannt. Warum aber auch bei einer gut zweistündigen Radltour?

Andreas Marx: Weil es da am schönsten ist. So früh am Tag braucht einen noch niemand und man kann ganz bei sich sein.

...und bei seinen brennenden Oberschenkeln.

Andreas Marx: (lacht) Ja, auch körperliche Anstrengung hat etwas meditatives. Die sportliche Leistung selbst steht aber nicht im Vordergrund der Touren. Es geht vielmehr darum, zu sich selbst zu kommen und den Kopf freizubekommen. Ein paar spirituelle Impulse dazu gebe ich beim Start, oben auf der Alm tauschen wir dann unsere Gedanken aus und sprechen noch gemeinsam ein Gebet. Das rundet das Ganze schön ab.

Wie viele Leute sind denn meist mit dabei?

Andreas Marx: Ein bis zwei regelmäßig, manchmal sind wir auch zu viert oder fünft. Manche gehen danach in die Arbeit, andere sind schon in Rente. Die Bandbreite ist da recht groß.

Wie bei der Kondition der Teilnehmer, vermutlich.

Andreas Marx: Da braucht sich niemand Sorgen zu machen. Rauf fährt jeder in seinem eigenen Tempo. Die meisten Mitfahrer haben ohnehin ein E-Bike. Ich selbst trete aber noch konventionell und bin daher eh meist das Schlusslicht. Dafür habe ich aber auch die Brotzeit im Rucksack (lacht).

Sie meinen das Frühstück...

Andreas Marx: Wenn Sie so wollen, ja. Ich nehme immer Schuxen (Schmalzgebäck, Anm. d. Red.) mit. Die lassen sich gut einfrieren, wenn wir doch weniger Teilnehmer sind als erwartet und schmecken tun sie eigentlich auch jedem. Ein bisserl was zum Hinnagen, quasi.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee zu den frühmorgendlichen Radltouren gekommen?

Andreas Marx: Ich fahre seit Jahren drei bis vier Mal pro Woche von meinem Zuhause in Au bei Bad Aibling aufs Hocheck. Das sind gut 300 Höhenmeter. Da kommen mir immer die besten Gedanken, beispielsweise für meine Predigten. Irgendwann hatte ich dann die Idee, dieses Erlebnis mit anderen zu teilen. Seit 2019 habe ich die Touren nun im Angebot. Bis vor Kurzem sind wir sogar schon um 5.30 Uhr gestartet. Auf Wunsch einiger Teilnehmer haben wir den Treffpunkt für heuer auf 7 Uhr verlegt. Das reicht auch noch für ein tolles Erlebnis.

Apropos Erlebnis: Was war dabei Ihr schönster Moment bei den bisherigen Touren?

Andreas Marx: Den gibt es eigentlich bei jeder unserer Fahrten, und zwar immer an derselben Stelle. An der Raineralm wartet quasi jede Woche ein Dutzend Gamserl auf uns. Ein wirklich wundervolles Bild.

Infos zu den Radtouren

gibt Diakon Andreas Marx unter 0176 / 78 00 02 30 oder per E-Mail an amarx@ebmuc.de.

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