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Lebensraum für viele Arten: Eine Streuobstwiese wie diese soll ab Oktober auf einer Wiese am Högerberg in Hausham entstehen.

Pflanzaktion startet im Herbst

Garten Eden zwischen Apfel und Birne: Hausham bekommt Streuobstwiese

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Streuobstwiesen und Hage werden immer weniger im Landkreis. In Hausham will das Landwirtschaftsamt jetzt gegensteuern: mit einer Pflanzaktion.

Hausham – Sie sind so etwas wie der Garten Eden vor der Haustür. Streuobstwiesen und Hage bilden Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Doch die Rückzugsräume werden weniger –auch im Landkreis. Sei es durch Bebauung oder durch landwirtschaftliche Nutzung: Immer mehr natürliche Obstbaumbestände und Hecken verschwinden von den Feldern. Weil sie abgeholzt oder einfach nicht mehr nachgepflanzt werden.

In Hausham will das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) nun gegensteuern – und am Högerberg eine Streuobstaktion starten. Und auch die Pflege der Hage soll wieder mehr in den Blick rücken. In der Gemeinderatssitzung stellten Elisabeth Kitzeder und Peter Lechner vom AELF die Hintergründe und Details zur geplanten Pflanzung vor.

Impuls für die bayernweite Aktion sei das Volksbegehren zum Artenschutz gewesen, berichtete Kitzeder. Streuobstwiesen könnten dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Um diesen vor Ort wieder einen Nährboden zu geben, habe jedes Amt 1000 Euro für die Umsetzung von Projekten bekommen. In Gesprächen mit den Gemeinden im Landkreis habe sich dann herauskristallisiert, dass Hausham ein guter Partner wäre, so Kitzeder. Schließlich hätten sich hier rund 850 Bürger für das Volksbegehren eingetragen.

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Gemeinsam mit Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) habe man eine 0,6 Hektar große Wiese im Bereich des Gemeindewalds am Högerberg oberhalb der Brentenstraße ausfindig gemacht. Aktuell werde diese „extensiv“ als Pferdeweide genutzt, erklärte Kitzeder. Extensiv sei auch das Stichwort für die Streuobstwiese. Anders als beim intensiven und am Ertrag orientierten Anbau stünden Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume oder Walnuss – allesamt mit einer Stammhöhe ab 1,80 Meter, hier nicht Ast an Ast, sondern lose verstreut. Die Funktionen seien so vielfältig wie die Landschaft selbst: Neben einem Lebensraum für Insekten und Vögel könne eine Streuobstwiese als Lebensmittellieferant dienen. „Ein Mehrwert für die gesamte Region“, schwärmte Kitzeder.

Garten Eden zwischen Apfel und Birne: Hausham bekommt Streuobstwiese

Schon im Oktober könnten die 20 bis 30 Obstbäume gepflanzt werden, erklärte Lechner. Aufgrund seiner Südlage auf rund 800 Höhenmetern sei der Hang optimal dafür geeignet. Die Kosten würde das AELF übernehmen, für das Einzäunen der Bäume zum Schutz vor hungrigen Pferden habe der Landwirt seine Unterstützung zugesagt. „Und wer kümmert sich um die Pflege?“, erkundigte sich Peter Wagner (SPD). Von seinem Garten wisse er, dass Obstbäume mit einem „Haufen Arbeit“ verbunden seien.

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Lechner gab Entwarnung. Er schlug vor, über eine Partnerschaft mit einem Gartenbauverein nachzudenken. Zangenfeind brachte eine abwechselnde Betreuung durch Haushamer Schulen ins Spiel. Auch der Bauhof könne mal einspringen. „Der Erhalt dieser schützenswerten Landschaft ist es wert.“

Das gelte auch für die Hage, ergänzte Lechner. 47 Kilometer der Baumreihen habe man von 1980 bis 2000 im Forstbetrieb Schliersee gepflanzt. „Das ist aber irgendwann leider eingeschlafen“, bedauerte der Experte. Etliche der „Hecken“ seien mittlerweile aber stark durchlichtet. Das wiederum erschwere den Aufwuchs junger Bäume. Um die Lücken wieder zu schließen, werde man versuchen, die Eigentümer der Flächen wieder mehr für die Pflege der Hage zu sensibilisieren, sagte Lechner. „In engem Austausch mit Landwirtschaft und Forst.“

Auch die Gemeinde darf sich bei ihrer Streuobstwiese auf dauerhafte Unterstützung durch das AELF freuen, betonte Lechner auf Nachfrage von Thomas Danzer (SPD). „Bis zu meiner Pensionierung bin ich als Ansprechpartner für Sie da.“ Zangenfeind wollte da lieber auf Nummer sicher gehen und schaute auf Lechners junge Kollegin: „Da halten wir uns lieber an Frau Kitzeder, die hat noch länger bis zum Ruhestand.“

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