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Die ersten Ergebnisse werden bald sichtbar: Auf der Wiese westlich des Nagelbachs in Hausham lässt die Gemeinde einen Bolzplatz bauen. Ein Ergebnis des Förderprojekts „Soziale Stadt“ für die angrenzende Siedlung am Auerberg. 

„Soziale Stadt im Großen“

Gemeinde denkt über Ortsentwicklung nach

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Es hat gedauert, aber langsam werden die Erfolge des Projekts „Soziale Stadt“ in der Auerbergsiedlung in Hausham sichtbar. Nun denkt die Gemeinde über eine Ortsentwicklung nach.

Hausham – Wirklich warm wurden die Anwohner der Auerberg- und Nagelbachstraße in Hausham nie mit dem Projekt „Soziale Stadt“. Während die Förderstelle bei der Regierung von Oberbayern der Siedlung Maßnahmen für soziale Brennpunkte vermitteln wollte, wünschten sich die Bürger lieber einen Bolzplatz, ein Wartehäuschen an der Bushaltestelle und einen Kinderspielplatz. Viele Gespräche und Arbeitsgruppentreffen später steht fest, dass das Hin und Her zwischen Gemeinde, Regierung, Bürgern und der Wohnen, Bauen, Grund (WBG) als Hauseigentümer nicht umsonst war. In der Siedlung hat sich tatsächlich etwas bewegt, wie Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Gemeinderat informierte.

So gut wie fertiggestellt ist der Kinderspielplatz. Auch das Bushäuschen ist bestellt und wird in den kommenden Wochen aufgestellt. Etwas schwieriger gestaltete sich die Sache mit dem Bolzplatz, der auf einer Wiese westlich des Nagelbachs entstehen soll. „Bei den ersten Kostenschätzungen sind wir schon erschrocken“, berichtete Zangenfeind. Eine Summe von 250 000 Euro stand im Raum. „Wir wollen doch keinen Golfplatz bauen“, meinte der Bürgermeister. Also habe man sich um eine günstigere Lösung bemüht – mit Erfolg.

Aktuell liegen der Verwaltung Angebote für einen mit 30 mal 15 Meter großen Platz samt überdachtem Holz-Fußgängersteg über den Bach vor. Auch Sitzmöglichkeiten für Jung und Alt seien geplant. Kostenpunkt: 60 000 Euro. Eine Billigvariante sei das aber nicht, betonte Zangenfeind. „Das wird zwar kein englischer Rasen, aber auch kein Acker.“

Erfreulich ist, dass die Gemeinde nur 40 Prozent der Kosten aus eigener Tasche bezahlen muss. Der Rest wird – wie auch bei den anderen Anschaffungen – über das Förderprojekt Soziale Stadt finanziert. Der Grundeigentümer ist laut Zangenfeind für einen Pachtvertrag zu haben. Einstimmig entschieden die Gemeinderäte, den Bau noch vor der Sommerpause in Auftrag zu geben. Im Herbst soll es losgehen.

Vorerst kein Thema mehr ist dagegen die Schaffung weiterer Parkplätze in der Siedlung. Laut Zangenfeind hätte dies Kosten im sechsstelligen Bereich verursacht. Um zumindest die vorhandenen Stellplätze zu behalten, habe man den Abriss von Garagen für einen von der Förderstelle angeregten, freien Platz mit einem „sozialen Kümmerer“ endgültig zu den Akten gelegt. Dass dieser von den Anwohnern nicht als notwendig erachtet wird, hatte bekanntlich die Umfrage von Gemeinderat Gerhard Klante (FWG) ergeben.

Auch wenn sich letztlich gezeigt hat, dass die Soziale Stadt nicht eins zu eins zu Hausham gepasst hat: Für Zangenfeind steht fest, dass sich die Mühe gelohnt hat. Mehr noch: Ihm schwebt vor, den Schwung an Bürgerbeteiligung auf den gesamten Gemeindebereich auszuweiten und ein vom Freistaat gefördertes Ortsentwicklungskonzept erstellen zu lassen. In Zukunftswerkstätten sollen die Bürger bei Projekten zu Verkehr, sozialen Einrichtungen oder auch der Umnutzung des Förderturms mitreden dürfen. „Gewissermaßen eine Soziale Stadt im Großen“, sagte Zangenfeind.

Hubert Lacrouts (CSU) blieb skeptisch. Schon für die Auerberg- und Nagelbachsiedlung seien viele Planungskosten „in den Sand gesetzt“ und „Zeit totgeschlagen“ worden, kritisierte er. Trotz Förderung sei an der Gemeinde einiges an Kosten hängen geblieben. Lacrouts schlug vor, künftig lieber auf externe Planer zu verzichten. „Wir da herinnen wissen besser, wo der Schuh drückt.“

Zangenfeind sah das anders. Mit der Sozialen Stadt habe die Gemeinde mit geringem Aufwand gute Projekte verwirklicht. Auch bei der Ortsentwicklung gehe es nicht um einen „Superplan, der in drei Jahren umgesetzt wird“. Und über die Kosten werde man ohnehin gesondert abstimmen. Mit 10:8-Stimmen segnete das Gremium diese Vorgehensweise ab. Die richtige Entscheidung, fand Peter Wagner (SPD): „Wir sollten uns auf diesen Weg machen.“

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