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Wöchentlich kommen neue Flüchtlinge in die Landkreise Miesbach und Rosenheim (Foto). 

Ernennung von Gerhard Klante 

Gemeinde leistet sich Asyl-Beauftragten

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Hausham - Ein Dankeschön für die vielen Ehrenamtlichen soll es sein, die die Asylbewerber betreuen: Die Haushamer führen einen Gemeindebeauftragten für Asylangelegenheiten ein. Neben ihm werden auch die freiwilligen Helfer entschädigt.

Wöchentlich kommen etliche neue Flüchtlinge in den Landkreis, deren Unterbringung und Betreuung die Kommunen vor große Aufgaben und mitunter Probleme stellt. „Das Thema beschäftigt uns in der Verwaltung fast täglich“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) jetzt im Gemeinderat. Auf die zunehmende Flüchtlingsproblematik reagiert die Gemeinde Hausham nun: Sie führt einen Gemeindebeauftragten für Asylangelegenheiten ein, der eine Aufwandsentschädigung enthält. Diese gibt es künftig auch durch ein neues Gesamt-Budget für ehrenamtliche Helfer. 

Gerhard Klante ist der neue Beauftragter der Gemeinde Hausham für Asyl.

Aktuell leben 58 Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber in Hausham, um die sich ein Helferkreis von etwa 20 Personen kümmert – darunter fünf bis zehn besonders Aktive. Allen voran Gemeinderat Gerhard Klante (FW), der sich federführend seit Jahren ehrenamtlich engagiert. Phasenweise handele es sich laut Zangenfeind um eine massive Arbeit für die Helfer, die auch mit hohen Kosten verbunden sei. Um sie zu unterstützen und den „Stellenwert der ehrenamtlichen Tätigkeit zu untermauern“ ruft die Verwaltung ab sofort einen Asyl-Gemeindebeauftragten ein. „Er soll Ansprechpartner für Asylbewerber und Ehrenamtliche gleichermaßen sein.“ 

Vor diesem Hintergrund lag es auf der Hand, dass Klante der neue Beauftragte wird. Der Hauptverwaltungsausschuss hatte sich bereits bei einer Vorberatung dafür ausgesprochen. Genauso dafür, dem neuen Referenten und den ehrenamtlichen Unterstützern eine Aufwandsentschädigung zu bezahlen: 200 Euro monatlich für den Beauftragten sowie ein Budget von 200 Euro pro Monat für den Helferkreis. Die Ehrenamtlichen sollen ihre Fahrtkosten notieren und gesammelt an Klante weitergeben, damit die Gemeinde die Auslagen ersetzt. Beide Förderungen sind zunächst bis Jahresende befristet. 

Einhellig stimmten die Gemeinderäte dem Vorschlag zu. „Wir begrüßen es, einen Ansprechpartner für die Asylbewerber, aber auch für die Haushamer Bürger, zu haben“, sagte Thomas Danzer für die SPD-Fraktion. Man müsste eben die Rahmenbedingungen laufend der gegebenen Situation anpassen. Auch Hubert Lacrouts, CSU-Fraktionssprecher, fand: „Das Geld ist gut angelegt und eine Anerkennung.“ 

Mit dem neuen Asyl-Gemeindebeauftragten nimmt Hausham eine Vorreiterrolle im Landkreis ein: Andere Kommunen haben zwar manchmal auch eigene Asyl-Beauftragte, vergüten deren Einsatz aber nicht oder nicht direkt aus der Gemeinde- oder Stadtkasse – sondern entweder über Spenden oder als Teil einer bestehenden Festanstellung. 

Die „gute Stimmung“ in Hausham in Sachen Asyl hob Dritte Bürgermeisterin und FW-Fraktionssprecherin Ria Röpfl hervor. „Wir sind nur wenige Ehrenamtliche in Hausham, doch trotz dieser Überschaubarkeit kommen wir gut zurecht“, berichtete Klante. So hätten die Helfer zum Beispiel 15 Vollzeit-Arbeitsstellen für die Asylbewerber im Landkreis gefunden. Zudem würden einige die Berufsschule und Deutschkurse besuchen. „Aber es läuft nicht von alleine“, machte er klar. Viel Zeit nehme das Hin- und Herfahren der Ehrenamtlichen zu den Terminen ein. Immerhin lohnt sich der Stress. „Das Feedback der Asylbewerber ist sehr gut, sie nehmen die Kurse und Arbeit gut an."

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