Hasuham Bürgermeister Jens Zangenfeind Vertreter Jens Schaftari Ria Röpfl
+
Einstimmig: Bürgermeister Jens Zangenfeinds (vorne) Vertreter Josef Schaftari (r.) und Ria Röpfl (l.) wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

„Respekt, dass Du es ansprichst, Sepp.“

Gemeinderat Hausham: Risse in der gewohnten Einigkeit

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
    schließen

Der neue Haushamer Gemeinderat hat bei seiner ersten Sitzung angebliche Anschuldigungen von Neumitglied Sascha Privitera (Grüne) gegen das alte Gremium diskutiert. Josef Schaftari (CSU) sprach von einer Beleidigung und einer Straftat.

Hausham – Josef Schaftari (CSU) macht schon mit den ersten Worten seiner vorbereiteten Rede klar, dass die gewohnte Einigkeit, die den Haushamer Gemeinderat auch bei seiner ersten Sitzung in neuer Konstellation 90 Minuten lang verband, nun vorbei sein wird. Gerade hatten die Gemeinderäte im Gasthof Glück Auf Schaftari als Zweiten Bürgermeister und Ria Röpfl (FWG) als Dritte Bürgermeisterin wiedergewählt. Einstimmig, wie alle Entscheidungen an diesem Tag. Sie haben sich parteiübergreifend gelobt, die Ausschüsse freiwillig um Plätze für Mitglieder der neuen Grünen-Fraktion erweitert. Alles war einmütig wie so oft.

Doch nun liegt Spannung in der Luft. Gerade hat Sascha Privitera (Grüne) Schaftaris Frage, ob er nicht etwas sagen wolle, verneint. Schaftari beginnt distanziert: „Ich habe gehofft, dass sich mein Redebeitrag erübrigt. Es ist leider nicht der Fall.“ Seine 36 Jahre im Gemeinderat seien von Vertrauen geprägt gewesen. Damit das so bleibe, brauche es eine Aussprache.

Der Grund: Privitera habe den Gemeinderat bei einer Veranstaltung zum geplanten Baugebiet Abwinkl als „abgeschmiert“ bezeichnet – als bestechlich. „Diese Behauptung ist absurd und lächerlich.“ Als Beleidigung sei sie strafbar. Um vertrauensvoll arbeiten zu können, bitte er Privitera um eine Erklärung. Die Mehrheit der Gemeinderäte klopft unterstützend auf ihre Tische.

Mehr aus Hausham: Müll-Chaos in Schliersee und Hausham: Abfall vor Container geworfen

Gemeinderat Hausham: Risse in der gewohnten Einigkeit

Privitera ist überrascht. Er sagt, er wolle die Forderung wirken lassen und bei der nächsten Versammlung Stellung beziehen. Die Veranstaltung sei lange her. Er könne sich nicht mehr genau erinnern. Er wolle Namen wissen, die dabei waren.

„Ich war dabei“, sagt Michael Ertl (SPD). „Ich war dabei“, sagt Gerhard Klante (FWG). Weitere Gemeinderäte folgen. Schaftari sagt zu Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG): „Jens, Du müsstest es auch gehört haben.“

Zangenfeind sagt: „Ich glaube, dass der Vorschlag gut ist, dass Du eine Erklärung abgibst dazu“, sagt er zu Privitera. „Respekt, dass Du es ansprichst, Sepp.“ Das Thema solle ausgeräumt werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.“

Ebenfalls interessant:  Haushalt 2020: Corona-Krise erschwert Hausham die Finanzplanung

Auch Privitera will das Problem aus der Welt schaffen. Er hatte bereits auf die Kandidatur als Sportreferent verzichtet, damit der Gemeinderat Tom Leidgschwendner (CSU) einstimmig wählen kann. „Ich will kein böses Blut reinbringen“, sagt er. Aber: „Mir ist definitiv nicht mehr bewusst, dass ich das gesagt habe.“ Weil er gegen das Baugebiet sei, könne es aber sein. „Ich war erregt.“ Er wolle sich nun bei seinen Leuten erkundigen, was war. Stimmt der Vorwurf, werde er sich persönlich entschuldigen. „Wir können über alles reden.“

Harda von Poser (Grüne) stört, dass Schaftari das Thema im öffentlichen Teil der Sitzung anspricht. Weil unklar sei, was gesagt wurde, hätte sie die Debatte gerne nicht öffentlich geführt.

Schaftari widerspricht: „Das finde ich nicht. Das ist öffentlich passiert, also kann man es öffentlich ansprechen.“ Ertl stimmt zu. „Wir sind im vollen Saale blamiert und angegriffen worden. Deswegen kann ich Sepp nur unterstützen.“

Lesen Sie auch:  Schon im neuen Schuljahr: Zwei Ganztagesklassen für Grundschule Hausham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mehr Sicherheit durch neue Ampelschaltung
Die Kreuzung Bayrischzeller/Rosenheimer Straße in Miesbach ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt. Das soll eine neue Ampelschaltung nun ändern.
Mehr Sicherheit durch neue Ampelschaltung
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Gmund – Andreas Schubert ist Fernfahrer fürs Leben - es ist eine Sucht, sagt er. Dabei hätte er schon mal fast aufgehört. Ein Porträt des Stars der DMAX Kultserie …
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Naturlehrpfad: Hausham will Mountainbiker ausschließen - aber wie?
Auf dem Haushamer Naturlehrpfad am Serpentinenweg sollen Familien den Wald kennenlernen. Damit sie das in Ruhe tun können, will die Gemeinde dort das Radfahren …
Naturlehrpfad: Hausham will Mountainbiker ausschließen - aber wie?
Hochwasser im Landkreis: Tegernsee und Schliersee erreichen Meldestufen - BRB: Ausfälle und Verspätungen
Die Hochwasserlage im Landkreis Miesbach spitzt sich zu. Die Pegel von Schlierach, Leitzach, Mangfall, Schliersee und Tegernsee steigen. Straßen sind überflutet und …
Hochwasser im Landkreis: Tegernsee und Schliersee erreichen Meldestufen - BRB: Ausfälle und Verspätungen

Kommentare